Ecclestone kritisiert die Teams: "Immer das Gleiche"

, 04.10.2013

Bernie Ecclestone hat kein Mitleid mit den finanziell angeschlagenen Formel-1-Teams, weil diese seiner Meinung nach über ihre Verhältnisse leben

Gleich mehrere Formel-1-Teams machen wirtschaftlich gesehen gerade schwierige Zeiten durch und haben Probleme, ihre Zahlungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Doch während die Teams für diese Schuldenkrise unter anderem die Inhaber der kommerziellen Rechte an der Königsklasse verantwortlich machen, rät ihnen Bernie Ecclestone, besser vor der eigenen Haustür zu kehren.

In den aktuellen Concorde-Verhandlungen sicherten sich zwar einige Teams (Ferrari, Red Bull, McLaren und Mercedes) Sonderkonditionen, doch alle anderen trauern im Nachhinein der verpassten Gelegenheit nach, Ecclestone generell eine wesentlich teamlastigere Verteilung der Formel-1-Einnahmen abzuringen. Bislang war die Annahme von Branchenkennern, dass die Teams etwas mehr als die Hälfte aller Einnahmen erhalten, Rechteinhaber CVC folgerichtig etwas weniger.

Tatsächlich scheint unter den neuen Rahmenbedingungen, die bis einschließlich 2020 wirksam sind, noch mehr Geld als bisher an die Teams zu fließen: "Sie bekommen 62 Prozent", erklärt Ecclestone in einem Interview mit der 'New York Times'. Schuld an der Krise seien die Teamchefs selbst: "Der Unterschied zwischen uns und ihnen ist, dass wir kontrollieren, was wir ausgeben, aber das schaffen sie nicht. Weil nur wenige von ihnen gelernte Geschäftsleute sind."

"Wenn man sich ihre Geschichte anschaut, wird es einem klar: Sie geben einfach zu viel aus", kritisiert der 82-Jährige. "Alle Formel-1-Teams - auch die, die ganz hinten fahren - könnten und müssten eigentlich sehr gutes Geld verdienen. Ich kann ihnen nicht helfen. Wenn ich nächstes Jahr jedem von ihnen um 25 Prozent mehr gebe, sitzen wir Ende nächsten Jahres wieder hier, mit genau den gleichen Geschichten."

"Der gute alte Frank ist immer schon zu mir gekommen und hat sich Geld geborgt, und er hat es immer zurückbezahlt. So war das. Es hat immer schon reiche Teams gegeben und solche, die Schwierigkeiten hatten. Es ist immer das Gleiche, nur die Summen sind heute andere", relativiert Ecclestone. "Aber das Prinzip ist immer noch wie früher: Formel-1-Teameigentümer geben immer mehr aus, als sie haben. Dieses Geld müssen sie selbst finden."

Immer mehr Teams gehen dazu über, ihre eigenen Verluste in den Bilanzen der Teameigentümer zu verstecken. So hat etwa Marussia im April dieses Jahres umgerechnet 166 Millionen Euro Schulden kapitalisiert, also effektiv auf die Anteilseigner umgeschichtet. Auch Sauber und Lotus gelten in Branchenkreisen als gefährdet. Doch Ecclestone hat bereits angekündigt, dass er finanziell angeschlagenen Teams künftig nicht mehr helfen wird.

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