Hamilton vs. Rosberg in Silverstone: Kampf an allen Fronten

, 02.07.2015

Hamilton wünscht sich direktes Duell um Silverstone-Sieg - Rosberg fand beim Test die Ursache für Hamiltons Startproblem - Motorhomes parken nebeneinander

Zehn Punkte trennen Lewis Hamilton und Nico Rosberg vor dem neunten von 18 Rennen der Formel-1-Saison 2015, dem Grand Prix von Großbritannien in Silverstone. Hamilton, der im bisherigen Saisonverlauf viermal siegte, würde liebend gern seinen dritten Heimsieg nach 2008 und 2014 an Land ziehen. Rosberg, der anno 2015 bis dato dreimal auf der obersten Stufe des Podests stand, peilt seinen zweiten Silverstone-Sieg nach 2013 an.

Am 13. Mai 1950 war der Grand Prix von Großbritannien das erste Formel-1-Rennen der Geschichte mit WM-Status. Für den ersten Heimsieg eines Briten sorgte Stirling Moss im Jahr 1955. Der "ewige Zweite" pilotierte seinerzeit einen Mercedes W196 zum Sieg - allerdings nicht in Silverstone, sondern in Aintree. Moss' historischer Sieg, den er mit gerade einmal 0,2 Sekunden Vorsprung auf Teamkollege Juan Manuel Fangio nach Hause fuhr, jährt sich in diesen Tagen zum 60. Mal.

Anlässlich dieses Jubiläums erinnert sich Hamilton an ein Gespräch, das er kürzlich mit Moss über den Grand Prix von Großbritannien 1955 führte: "Er betonte noch einmal, dass er selbst nicht wusste, ob er das Rennen aus eigener Kraft gewonnen hatte oder deshalb, weil ihm Fangio den Sieg überlassen hatte. Er glaubte, dass letzteres der Fall war, weil Fangio ein solcher Gentleman war."

Ein Szenario wie es die Mercedes-Teamkollegen anno 1955 lieferten, kann sich Hamilton 60 Jahre später beim besten Willen nicht vorstellen. Rosberg wird einen Teufel tun, Hamilton den Sieg beim Grand Prix von Großbritannien 2015 zu überlassen. Genau das gleiche gilt umgekehrt. "Ich würde nicht einmal meinen Bruder gewinnen lassen", insistiert der amtierende Weltmeister und Silverstone-Vorjahressieger. Immerhin: Die Motorhomes der beiden Mercedes-Piloten parken in Silverstone direkt nebeneinander. Unabhängig davon ist davon auszugehen, dass das Duell in erster Linie auf der Strecke ausgetragen wird.

Hamilton will direktes Duell um den Sieg

"Es wird ein schwieriges Wochenende und Nico wird sehr schnell sein", ist Hamilton überzeugt. Im Bemühen, seinen dritten Heimsieg nach 2008 und 2014 einzufahren, will sich der Lokalmatador in Mercedes-Diensten vor allem am Samstag steigern. Zwar stand Hamilton bei seinem Heimrennen zweimal auf der Pole-Position. Im vergangenen Jahr aber legte er nach vorzeitigem Abbruch seiner letzten fliegenden Quali-Runde nur von Startplatz sechs los. "Im Qualifying war ich hier zuletzt nicht gerade spektakulär unterwegs", meint Hamilton trotz seiner Pole-Runde 2013.

"Ich setze mir kein bestimmtes Ziel für die Anzahl an Siegen bei diesem Rennen", sagt Hamilton und ist überzeugt, dass jeder neue Triumph vor heimischem Publikum "genauso wichtig und genauso besonders ist wie die ersten beiden, denn die Unterstützung, die mir hier entgegengebracht wird, ist jedes Mal aufs Neue wirklich irre".

In ihrer Zeit als Mercedes-Teamkollegen kämpften Hamilton und Rosberg noch nie direkt um einen Silverstone-Sieg. Zwar gewann Rosberg 2013 und Hamilton 2014, doch dem Deutschen spielte der Reifenschaden am Auto des Briten in die Karten, dem Briten wiederum kam der Getriebeschaden am Silberpfeil des Deutschen sehr gelegen. "Einmal war es für Nico schwierig, ein anderes Mal für mich. Ich hoffe auf ein Rennen, in dem wir es einfach ausfechten können", sagt Hamilton.

Hamiltons Startproblem dank Rosberg behoben

Das Problem, welches Hamilton beim Start zum Grand Prix von Österreich von der Pole-Position hinter seinen von Position zwei gestarteten Teamkollegen Rosberg zurückfallen ließ, ist inzwischen behoben worden - ausgerechnet von Rosberg, der im Gegensatz zu Hamilton bei den Testfahrten auf dem Red-Bull-Ring ins Lenkrad griff. "Nico simulierte nach dem Rennen, was an meinem Auto beim Start los war. Dabei ist er auf ein ernsthaftes Problem gestoßen, das uns hier womöglich schwer zu schaffen gemacht hätte. Mittlerweile wurde das Problem aber behoben. Das ist positiv."

Auf die Aussage von Hamilton angesprochen, entgegnet Rosberg: "Ich habe das Problem für ihn noch größer gemacht", um dann aber hinterherzuschieben: "Quatsch, alles nur Spaß." Unabhängig vom Ausgang des Grand Prix von Großbritannien ist Rosberg überzeugt, dass sich das Mercedes-Duell noch lange fortsetzen wird: "Der Kampf wird weitergehen. Da spielt es keine Rolle, was an diesem Wochenende passiert."

Rosberg auf Angriff gepolt

In seiner Vorausschau auf das Heimrennen seines Teamkollegen äußerst sich Rosberg voller Tatendrang: "Mir ist es wichtig, dass ich den Rückstand auf ihn weiter verkürze. Das werde ich natürlich direkt hier versuchen. Für mich läuft es im Moment gut. Diesen Schwung will ich aufrechterhalten. Er hat noch immer zehn Punkte Vorsprung. Das ist im Gesamtkontext der Saison nichts, aber trotzdem muss ich diesen Abstand schnellstmöglich aufholen."

Mit einem Sieg am Sonntag würde Rosberg die WM-Führung übernehmen, sofern Hamilton nicht auf das Podium fährt. Wird der Brite bei einem Sieg des Deutschen Dritter, dann hätten beide Mercedes-Piloten nicht nur gleich viele Punkte (184) auf dem Konto. Auch die Anzahl der Siege, der zweiten und dritten Plätze wäre dann exakt gleich. Meistens kommt es aber ohnehin anders als man denkt...

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