HRT: Rettungschancen offenbar gering

, 13.11.2012

Um die Zukunft des spanischen HRT-Teams sieht es äußerst schlecht aus: Designabteilung existiert nicht mehr, Rettung derzeit nicht in Sicht

Das spanische HRT-Team kann offenbar nur noch durch ein Wunder gerettet werden. Die Mannschaft um Teamchef Luis Perez-Sala und die beiden aktuellen Piloten Pedro de la Rosa und Narain Karthikeyan soll nach Angaben des derzeitigen Besitzers Thesan Capital kurzfristig veräußert werden. Bis Anfang Dezember muss ein Käufer her, sonst gehen in der neuen Teamzentrale in Madrid noch vor Weihnachten alle Lichter aus.

Schon jetzt bleiben viele Fenster in dem Verwaltungs- und Konstruktionstrakt von HRT dunkel. 32 Mitarbeiter wurden bereits entlassen, die gesamte Designabteilung in Spanien ist geschlossen. Unter den aktuellen Voraussetzungen ist der Bau eines 2013er-Autos nicht möglich. Das Münchener Unternehmen Adess, das in den vergangenen Monaten Designaufträge von HRT bearbeitete, wird vermutlich auch nicht länger für die Spanier tätig sein. Der Vertrag mit HRT läuft Ende des Jahres aus, eine Verlängerung ist nicht in Sicht.

Das Investmentunternehmen Thesan Capital hofft, dass sich kurzfristig ein Käufer findet. Entsprechende Verhandlungen mit potenziellen Interessenten aus Indien und Abu Dhabi sind nach Angaben der spanischen Zeitung 'AS' endgültig gescheitert. "HRT hofft, in den kommenden Wochen den Namen des neuen Besitzers nennen zu können", heißt es in einer offiziellen Stellungnahme des Teams, die den Wunsch der bisherigen Besitzer ausdrückt, weniger aber die Realität.

Thesan Capital hatte beim Kauf des Teams von einer "langfristigen Zukunft" für HRT gesprochen. Man versprach rosige Zeiten, aber erzeugte bislang eher Tristesse. Dass man so plötzlich verkaufen will, liegt am "veränderten wirtschaftlichen Klima", heißt es. Gerüchten zufolge soll es tatsächlich potenzielle Interessenten aus Südamerika geben, aber entsprechende Verhandlungen haben bis heute nie wirklich Schwung aufgenommen.

In den spanischen Medien wird ein anderes Szenario heraufbeschworen. Wie die 'AS' berichtet, soll Colin Kolles als erneuter Retter des spanischen Teams parat stehen. Der ehemalige Teamchef habe Investoren aus der Schweiz und aus Monaco an der Hand, die dem Team finanziell auf die Beine helfen könnten. Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' ist aber auch ein solches Szenario unter den aktuellen Voraussetzungen äußerst unwahrscheinlich - zumal die Verantwortlichen von HRT immer noch den Traum von der "spanischen Nationalmannschaft in der Formel 1" hegen.

Kurzfristig haben die jüngsten Geschehnisse um das aktuell schlechteste Team in der Königsklasse keine spürbaren Auswirkungen auf den Rennbetrieb. HRT ist mit dem kompletten Einsatzteam nach Austin gereist und wird die zwei noch ausstehenden Grands Prix in den USA und Brasilien bestreiten. Aber was kommt danach? Wird nicht innerhalb weniger Wochen ein Käufer gefunden, dann werden am 15. Dezember alle noch verbliebenen HRT-Mitarbeiter entlassen.

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