Mercedes-Krisengespräche: Toto Wolff mit Ausgang zufrieden

, 31.10.2015

Die klärenden Gespräche zwischen Mercedes-Teammanagement und Fahrern nach dem Grand Prix der USA sind offenbar zu Toto Wolffs Zufriedenheit verlaufen

Nach dem spannungsgeladenen Duell zwischen Weltmeister Lewis Hamilton und Nico Rosberg in Austin (Stichwort erste Kurve und "Cap-gate") haben nun jene klärenden Gespräche zwischen Teammanagement und Fahrern stattgefunden, die Mercedes-Sportchef Toto Wolff bereits in Texas angekündigt hatte - und das offenbar mit zufriedenstellendem Ausgang.

"Ich respektiere die Standpunkte von beiden. Das habe ich ihnen auch gesagt", erklärt Wolff gegenüber 'Sky Sports F1' und bestätigt: "Ich habe die bilateralen Gespräche mit ihnen geführt, und zwar mit dem Ausgang, den ich mir gewünscht habe." Zuvor hatte Hamilton am Medien-Donnerstag in Mexiko-Stadt keine Notwendigkeit für ein solches Gespräch gesehen, und auch Niki Lauda wollte nach anfänglicher Aufregung in Austin zunächst nichts mehr von akutem Redebedarf wissen.

Wolff sagt im Nachhinein, er habe die Kappen-Affäre "sogar sehr genossen. Genau das braucht der Sport: Emotionen. Niemand will, dass wir die Hand drauf haben und ihnen sagen: 'Bitte zeigt keine Emotionen, wir wollen keine Kontroversen!' Also ist es großartig. Einer hat die Weltmeisterschaft und das Rennen gewonnen, der andere hat verloren und war frustriert. Da spielt die psychologische Komponente zwischen Teamkollegen, die auf Augenhöhe fahren, eine Rolle."

Für den Österreicher war es wichtig, nach den Ereignissen beim Grand Prix der USA mit beiden Fahrern zu sprechen - einerseits um Rosberg aufzurichten, andererseits um eine weitere Eskalation zwischen Hamilton und Rosberg zu verhindern. Hamilton hatte schließlich in der FIA-Pressekonferenz am Donnerstag schon wieder gegen seinen Teamkollegen gestichelt und auch angekündigt, diesen im Kampf um den zweiten WM-Platz nicht unterstützen zu wollen.

"Für das Team ist so etwas immer bittersüß. Es geht darum, das Gleichgewicht zu wahren", erklärt Wolff, weshalb es für ihn so wichtig war, die Situation nach Austin teamintern zu besprechen. "Nico hatte eine Saison mit vielen Höhen, aber auch Tiefen, mit sehr guten Leistungen, er war immer da. Er hat Lewis ein paar Mal im Qualifying geschlagen, wurde aber zum Beispiel in Monza mit dem Motorschaden vom Auto im Stich gelassen."

"Da müssen wir besser werden und ihm ein Auto geben, mit dem er gegen Lewis kämpfen kann, denn so ein Duell bringt das Team vorwärts", so der Mercedes-Sportchef am Freitagabend in Mexiko-Stadt. "Heute konnte man wieder sehen, dass Nico sehr schnell ist. Die Kombination der beiden macht uns aus. Wir haben die Konstrukteurs-WM auch gewonnen, weil Nico so ein starker Gegner für Lewis ist. Das ist für das Team eine sehr hilfreiche Situation."

Rosberg scheint Hamiltons Provokationen indes nicht länger auf sich sitzen zu lassen. Auf die Frage nach dem zweiten Freien Training in Mexiko, ob es denn nun seine oberste Priorität sei, Vettel zu schlagen und noch WM-Zweiter zu werden, entgegnet er trocken: "Nein, das ist nicht meine Motivation. Meine Motivation ist, den Kerl in der Garage nebenan zu schlagen." Um aus den letzten drei Rennen psychologischen Aufwind für die Saison 2016 mitzunehmen.

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