Pirelli begeistert: Endlich bessere Kommunikation mit der FIA

, 02.01.2016

Die Reifenschäden auf dem Circuit de Spa-Francorchamps waren die Basis für eine wesentlich bessere Zusammenarbeit der FIA mit Pirelli, glaubt Paul Hembery

Jedes Problem kann sich im Nachhinein als Glücksfall erweisen, wenn die richtigen Konsequenzen gezogen werden. So auch im Falle der Reifenschäden beim Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps. Während die Platzer bei 300 km/h von Nico Rosberg und Sebastian Vettel zunächst für viele Diskussionen und negative Schlagzeilen sorgten, wurden im Nachgang die richtigen Konsequenzen gezogen - findet zumindest Paul Hembery, der der FIA für ihre Zusammenarbeit ein Lob ausspricht.

"Ich würde sagen, dass es diese Saison einen sehr guten Fortschritt gegeben hat", sagt der Pirelli-Motorsportchef bei 'F1i'. "Wir arbeiten sehr gut mit der FIA zusammen und sie sind sehr hilfreich." Insbesondere Jean Todt spricht er ein Lob aus: "Ich rechne es ihnen hoch an, was Jean und sein Team dieses Jahr dabei getan haben, um den Reifenzustand zu überwachen und zu kontrollieren."

Nach den besagten Reifenschäden auf dem Circuit de Spa-Francorchamps hat die FIA in Kooperation mit dem Reifenhersteller reagiert und ab dem anschließenden Rennen in Monza Grenzwerte für Reifendruck und Reifentemperatur eingeführt. Beim Saisonfinale in Brasilien wurden diese Grenzwerte Felipe Massa zum Verhängnis, der wegen zu einer hohen Reifentemperatur in der Startaufstellung disqualifiziert wurde.

"Die Reifen sind das Werkzeug, das den Boden berührt", führt Hembery aus. "Das ist der Bereich, wo man Performance holen kann, weshalb man hier immer ans Limit gehen wird, wenn man einen Vorteil draus ziehen kann. Die FIA ist uns sehr entgegen gekommen und das war ein großer Schritt nach vorn." Er hält dies für einen Teil der von den beteiligten Herstellern immer wieder betonten Nähe zur Serientechnik: "Es ist dasselbe wie beim Straßenauto. Es gibt Bedingungen, wie man seine Reifen zu benutzen hat und man muss verstehen, wie sie funktionieren. In der Formel 1 ist es nur etwas extremer."

Die Reifenschäden haben ein neues Sicherheitsdenken beim Automobil-Weltverband ausgelöst, der den Wünschen des Einheitsreifenherstellers seitdem mehr Beachtung schenkt. So mussten die Teams nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi einen zwölfstündigen Reifentest absolvieren; Pirelli hatte ursprünglich sogar mehr Testfahrten gefordert, seitdem die Anzahl der Testtage in der Formel 1 immer weiter reduziert wird und in diesem Winter bei nur noch acht Stück liegen wird.

Auch für die weitere Zukunft werden Pläne mit Pirelli-Beteiligung geschmiedet, wie so der 49-Jährige verrät: "Wir sind jetzt viel mehr in die Kommunikation hinsichtlich zukünftiger Regeln involviert. Wir sind Teil der Arbeitsgruppe für die Regularien des Jahrgangs 2017. Dadurch können wir komplett die Richtung nachvollziehen, in die sich der Sport bewegen wird." Ziel der Arbeitsgruppe ist, die Formel 1 um mehrere Sekunden in der Rundenzeit schneller zu machen, um sie deutlicher von anderen Rennserien abzugrenzen.

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