Todt: "Ferrari war immer einer der Hauptdarsteller"

, 23.03.2014

Jean Todt weiß aus Erfahrung, mit welcher Kritik sich Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali stets auseinandersetzen muss - Dennoch zählt er auf die Scuderia

Wie so oft in den vergangenen Jahren hat Ferrari über den Winter hinweg große Hoffnungen geschürt, dass es in der anstehenden Saison endlich wieder bergauf und um die Weltmeisterschaft gehen soll. Zwar ist dieses Ziel 2014 durchaus noch im Bereich des Möglichen, einen herben Dämpfer haben der italienische Traditionsrennstall und seine zahlreichen Fans in Melbourne dennoch hinnehmen müssen. So wurde Fernando Alonso letztlich zwar immerhin Vierter - vom siebtplatzierten Kimi Räikkönen mal ganz zu schweigen-, Mercedes scheint aktuell jedoch außer Reichweite (35.284 Sekunden Rückstand in Australien). Und auch Red Bull, McLaren und Williams wirken derzeit stärker.

So hängt der Haussegen in Maranello einmal mehr schief, Teamchef Stefano Domenicali sieht sich erneut der Kritik der Medien ausgesetzt. Ein anderer, der diesen Posten zwischen 1993 und 2007 innehatte und anschließend an Domenicali weitergab, ist Jean Todt. Der heutige FIA-Präsident weiß aus eigener Erfahrung nur zu gut, in welchem Umfeld sein Nachfolger arbeitet und stärkt ihm den Rücken. "Ich bin auch immer kritisiert worden", wird Todt von mehreren italienischen Medien zitiert, "selbst als wir viel gewonnen haben."

Damit spielt der Franzose besonders auf die Jahre 2000 bis 2005 an, in denen er gemeinsam mit Michael Schumacher insgesamt zehn Weltmeisterschaften nach Maranello holte. "Man muss immer die Situation und die Meinungen gegeneinander abwägen", rät der 68-Jährige. "Sie haben sogar kritisiert, dass wir zu viel gewonnen haben und somit die Meisterschaft langweilig gemacht hätten." Die Stärke Ferraris sieht Todt aber im Zusammenhalt des Rennstalls: "Domenicali, der Präsident (Luca di Montezemolo; Anm. d. Red.) und die gesamte Mannschaft sind ein echtes Team - sowohl im Sieg als auch in der Niederlage."

Deshalb glaubt der Ex-Teamchef, dass die "Roten" schon bald wieder auf der Überholspur sein werden: "Ferrari war in den vergangenen Jahren immer einer der Hauptdarsteller, auch wenn sie keine Meisterschaft gewonnen haben. Ich bin sicher, dass sie sich noch weiter steigern werden." Einen Rat hat er für seinen Nachfolger dann aber doch noch: "Ich sage zu Domenicali immer wieder, dass er durchhalten und die Füße auf dem Boden halten solle. Er muss sich auf die wahren Probleme konzentrieren und nicht auf das, was andere sagen."

Mit der Verpflichtung von Räikkönen hat die Scuderia jedenfalls alles dafür getan, zumindest auf Fahrerseite mit den besten Karten in die Mission Weltmeisterschaft zu gehen, glaubt Todt: "Das sind zwei ehemalige Weltmeister. Alonso ist einer der besten Fahrer der Formel 1 und Räikkönen steht ihm in nichts nach. Es wird sicherlich einen schönen Zweikampf geben." Am Ende werde die Frage jedoch weniger sein, wer der Schnellere der beiden Ferrari-Piloten ist, sondern vielmehr, wer von ihnen vor der Konkurrenz landet.

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