WTCC 2016: So funktioniert das Team-Zeitfahren MAC3

, 29.03.2016

Drei Piloten, ein Hersteller und zwei Runden gegen die Uhr: Wir erklären, wie das neue Teamzeitfahren MAC3 der WTCC funktioniert

Beim Saisonauftakt der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) 2016 werden die Zuschauer vor Ort in Le Castellet und an daheim den TV-Geräten eine Weltpremiere erleben. Am Samstag findet zum ersten Mal das neue Team-Zeitfahren MAC3 (für Manufacturers against the clock, auf Deutsch: Hersteller gegen die Uhr) statt. Drei Fahrer eines Herstellers fahren zwei Runden gegen die Uhr und können nur gemeinsam zum Erfolg kommen.

"MAC3 ist völlig anders als alles, was wir bisher als Fahrer gemacht haben", sagt Honda-Pilot Rob Huff. "Dabei geht es wirklich um Teamwork. Wir drei müssen zusammen so schnell wie möglich über die Ziellinie fahren." Auch Lada-Fahrer Nick Catsburg freut sich auf das neue Format: "Man braucht die richtige Strategie, aber wir können niemanden fragen: 'Hey, wie hast du das damals gemacht?' Vielleicht sollten wir die Radrennfahrer fragen, aber ich glaube, das ist etwas anderes", lacht der Niederländer.

Es war allerdings in der Tat der Radsport, der die Organisatoren bei der "Erfindung" von MAC3 inspiriert hat. Allerdings hat das neue WTCC-Format außer dem Grundgedanken nur wenig mit den Team-Zeitfahren der Tour de France oder des Giro di Italia gemein. Und so funktioniert es:

Volvo zunächst nicht mit dabei

Teilnehmen dürfen an MAC3 nur die in der Herstellerwertung eingeschriebenen Marken. Das sind in der Saison 2016 Citroen, Honda, Lada und Volvo. Die schwedischen Neueinsteiger bleiben bei MAC3 allerdings vorerst außen vor, da sie nur zwei Autos einsetzen. Benötigt werden aber drei.

Bei den Werksteams von Honda (Huff, Tiago Monteiro, Norbert Michelisz) und Lada (Catsburg, Gabriele Tarquini, Hugo Valente) ergibt sich die Aufstellung von selbst. Die beiden Citroen-Werksfahrer Jose-Maria Lopez und Yvan Muller müssen sich den dritten Mann in den Reihen des Privatteams Sebastien-Loeb-Racing suchen.

MAC3 findet unmittelbar im Anschluss an das Qualifying statt. Es darf lediglich nachgetankt und die Reifen gewechselt werden, andere Arbeiten sind verboten. Die drei Fahrzeuge des jeweiligen Herstellers stellen sich nebeneinander an der Startlinie auf. Die Startreihenfolge entspricht dem umgekehrten Stand der Herstellerwertung. Sobald die roten Startampeln erlöschen, beginnt die Uhr zu laufen.

Piloten begrüßen das neue Format

MAC3 geht über zwei Runden, lediglich auf der Nürburgring-Nordschleife wird nur eine Runde gefahren. Am Ende dieser Distanz wird die Zeit erst gestoppt, wenn das dritte Auto die Ziellinie überquert. Das schnellste Team erhält zehn Punkte für die Herstellerwertung das zweite acht, das dritte sechs. Aber Vorsicht! Punkte gibt es nur dann, wenn die drei Autos auch wirklich als Team ins Ziel kommen. Erreichen nur zwei Fahrzeuge das Ziel oder beträgt der Abstand zwischen dem ersten und dem dritten Auto mehr als 15 Sekunden, werden keine Punkte vergeben.

Doch was wird nun die beste Taktik sein? Sollten die Autos möglichst dicht hintereinander fahren (und damit bei Fahrfehlern einen Unfall riskieren) oder lieber einen Sicherheitsabstand wahren? Da lassen sich die Teams noch nicht in die Karten gucken. "Wir haben das analysiert und versucht zu simulieren, was die beste Taktik ist", sagt Honda-Pilot Monteiro lediglich.

Einig sind sich die WTCC-Piloten aber in ihrer Vorfreude auf das neue Format. "Es ist immer wichtig, etwas Neues zu machen", meint Yvan Muller. "Vor zehn Jahren hätten wir nie über eine umgekehrte Startaufstellung nachgedacht, aber heute ist es normal. Vor zehn Jahren war auch noch keine Rede von Erfolgsballast, aber auch das ist heute normal", spricht der viermalige Weltmeister frühere Neuerungen an, die jetzt fester Bestandteil der WTCC sind. "Warum also nicht MAC3?"

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