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Deutsche Blamage: Opel-Verkauf gestoppt - GM will selbst sanieren

C. Brinkmann, 04.11.2009

Der Verkauf von Opel bestimmte die Medien der letzten Monate. Sogar auf Staatsebene wurde über den Verkauf verhandelt. Gestern Abend beschloss der Verwaltungsrat von General Motors (GM), dass Opel doch nicht an Magna und die russische Sberbank verkauft wird. GM möchte vielmehr selbst versuchen, Opel zu sanieren und sieht sich jetzt dazu finanziell in der Lage. Der große US-amerikanische Automobilbauer ging am 1. Juni 2009 selbst in Insolvenz und durchlief ein Sanierungsprogramm unter der Federführung der US-Regierung.

Logo GM General Motors Opel


Die Entscheidung des GM-Verwaltungsrates zeigt, dass Opel eine entscheidende Rolle im globalen GM-Verbund spielt - eine Position, die GM nicht aufgeben will. Nach schwierigen und langwierigen Verhandlungen bis auf Staatsebene, in die auch viele Parteien mit unterschiedlichsten Interessen involviert waren, ist nun für alle Beteiligten deutlich, dass Opel weiterhin als strategischer Unternehmensteil bei GM gesehen wird.

Genaue Pläne zur Sanierung von Opel will GM in naher Zukunft der deutschen Bundesregierung vorstellen. GM-Boss Frederick (Fritz) Henderson teilte mit, dass die Sanierung der günstigste Weg sei und dazu „nur“ 3 Milliarden Euro benötigt würden. Derweil gingen das von Magna geführte Konsortium und die deutsche Bundesregierung von einem Finanzbedarf in Höhe von 4,5 Milliarden Euro aus.

Ohne Werksschließungen und Stellenabbau wird GM die Sanierung von Opel vermutlich nicht durchführen können. In gewisser Weise stellt diese Wende zugleich eine Blamage für die Bundesregierung dar, die sich so sehr auf Magna versteifte und diesen Deal unterstützte. Aber nun kennt die deutsche Regierung ihre Grenzen, die sich zuvor - unter alter Regierung - allzu gerne als Retter der Arbeitsplätze in den Vordergrund stellte.

Nur Karl-Theodor zu Guttenberg wagte es damals, für Opel eine geordnete Insolvenz in Betracht zu ziehen. Das gefiel Kanzlerin Angela Merkel nicht und wies zu Guttenberg in seine Grenzen zurück. Dabei sprach zu Guttenberg nur das aus, was viele Deutsche bereits als sinnvoller betrachteten, statt unzählige Millionen in Überlebensmaßnahmen zu pulvern. Wie war das noch bei Quelle? Der Konzern ist pleite und erhielt dieser nicht im Sommer 2009 zur Rettung noch rund 50 Millionen Euro?

Tausende Jobs stehen jetzt bei Opel auf der Kippe. Aber um wettbewerbsfähig zu sein, wird es nicht anders gehen. Hinzu kommt, dass Opels Produktionsstätten im teuren West-Europa mit höheren Löhnen stehen und nicht beispielsweise im günstigeren Ost-Europa. Die Bundesregierung will Arbeitsplätze retten und Opel am Leben erhalten, GM benötigt 3 Milliarden Euro - ein gefährliches Spiel, in das sich der Staat einmischte.

Die Modell-Palette von Opel ist gut aufgestellt, jung, attraktiv und spricht den Endverbraucher auch mit sparsamen Automobilen an. Das ist eine gute Grundlage, die sich Opel durch GM nicht zerstören lassen darf. Die europäischen Ford-Modelle wurden mittlerweile sogar erfolgreich in den USA eingeführt und zeigen, wie es geht. Doch ohne Sparmaßnahmen und eine Verschlankung wird es Opel nicht wirklich schaffen. Mit einer zusätzlichen Autonomie könnte Opel durchaus eine große Chance bekommen.

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GM kündigte vor einigen Tagen an, den Überbrückungskredit der Bundesregierung vom Mai 2009 bis Ende dieses Monats zurückzuzahlen. Insgesamt soll Opel aus öffentlichen Kassen 800 Millionen Euro erhaltne haben.

Am Freitag, den 13.1.2009, sagte Enrico Digirolamo, GM Europe Vice President and Chief Financial Officer: "General Motors hat heute weitere 200 Millionen Euro des Brückenkredites für Opel zurückbezahlt. Der noch ausstehende Betrag in Höhe von 400 Millionen Euro wird bis 30. November bezahlt werden."

speedheads am 15.11.2009 um 02:14:30

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