Audi A3 Sportback g-tron: Jetzt wird richtig Gas gegeben

, 02.03.2013


Audi beginnt eine Zeitenwende auf dem Weg hin zu einer nachhaltigen Mobilität. Der Gasantrieb an sich ist nicht neu, aber Audi geht einen Schritt weiter und bringt noch Ende 2013 den Audi A3 Sportback g-tron auf den Markt, der sich mit E-Gas betreiben lässt - einem Kraftstoff mit nunmehr künstlich erzeugtem Gas. Genau das macht den kompakten Fünftürer zu etwas Besonderem; denn E-Gas ist CO2-neutral. Selbstverständlich lässt sich der Audi auch mit herkömmlichen CNG (Erdgas) betreiben.


Alles neu: Gasantrieb der neuesten Generation

Das Aggregat des Audi A3 Sportback g-tron basiert auf dem neuen 1.4 TFSI-Benziner. Wesentliche Modifikationen betreffen den Zylinderkopf, die Turboaufladung, die Einspritzanlage und den Katalysator. Mit 110 PS und 200 Nm Drehmoment erzielt der Audi A3 Sportback g-tron über 190 km/h Spitze, der Spurt von 0 auf 100 km/h dauert 11 Sekunden. Auf 100 Kilometern verbraucht der Fünftürer im Mittel weniger als 3,5 Kilogramm Erdgas oder Audi E-Gas - den Treibstoff, den Audi in einer eigenen Anlage aus Ökostrom produziert. Die CO2-Emission am Auspuff beträgt im Gasbetrieb weniger als 95 Gramm pro Kilometer.

Der Audi A3 Sportback g-tron ist voll bivalent, das heißt, seine Leistungswerte sind im Gas- und im Benzinbetrieb identisch. Mit Gas fährt er - den Normverbrauch zugrunde gelegt - etwa 400 Kilometer weit, bei Bedarf mit Benzin weitere 900 Kilometer. Die Gesamtreichweite liegt in der Größenordnung eines Audi TDI (Diesel) bei rund 1.300 Kilometern.

Zwei Anzeigen im Kombiinstrument halten den Fahrer über die Füllstände der Tanks auf dem Laufenden. Zudem zeigt das Fahrerinformationssystem den Momentanverbrauch in Abhängigkeit zum aktuellen Betriebsmodus an. Beide Einfüllstutzen liegen unter einer gemeinsamen Klappe. Nach dem Tanken und bei großer Kälte startet der Motor zunächst mit Benzin und schaltet danach so rasch wie möglich auf Gas um.

Dabei präsentiert der Audi A3 Sportback g-tron den neuesten Stand der Gasantrieb-Technologie, beginnend bei der Speicherung des Kraftstoffes. Beide Tanks unter dem Gepäckraumboden können je sieben Kilogramm Gas unter maximal 200 bar Druck speichern. Im Sinne des Ultra-Leichtbauprinzips wiegt jeder Tank 27 Kilogramm weniger als ein konventionelles Pendant.


Ein zweites Highlight des Audi A3 Sportback g-tron stellt der elektronische Gasdruckregler dar. Das kompakte und leichte Bauteil verringert den hohen Druck, mit dem das Gas aus den Flaschen strömt, in zwei Stufen auf etwa fünf bis neun bar. Dadurch steht im Gasrail und in den Einblasventilen stets der richtige Druck bereit - beim effizienten Fahren im unteren Drehzahlbereich ist er niedrig. Wenn der Fahrer Leistung und Drehmoment abruft, steigt er an. Sobald der Druck im Tank unter 10 bar absinkt, wechselt das Motormanagement selbsttätig in den Benzinbetrieb.

E-Gas: Was ist das und wie kommt es in den Tank?

Der Tankvorgang erfolgt über herkömmliche CNG-Zapfsäulen. Doch wie kommt das künstlich erzeugte E-Gas zur Tankstelle? Über ein sogenanntes Bilanzkreisverfahren, wie es in ähnlicher Form auch beim Bezug von Ökostrom funktioniert, kann sich der Kunde 2013 Windenergie in den Tank holen. In dem Umfang, in welchem der Fahrer E-Gas tankt, wird die zur Erzeugung dieser Menge benötigte regenerative Energie von Audis eigener Anlage ins Netz eingespeist.

Im „E-Gas Project“ baut Audi als erster Automobilhersteller eine Kette nachhaltiger Energieträger auf. An ihrem Anfang steht Strom aus erneuerbaren Energien, die Endprodukte sind Wasserstoff und das synthetische E-Gas. Im emsländischen Werlte ist der Bau der weltweit ersten industriellen Anlage, die aus CO2 und erneuerbarem Strom synthetisches Methan (E-Gas) produziert, fast fertig. Warum Werlte und nicht der Hauptstandort von Audi, Ingolstadt? Das Ziel ist die CO2-freie Mobilität. Dafür wird Strom aus alternativen Quellen benötigt, zum Beispiel durch Windenergie. Und die ist im Norden Deutschlands im Überfluss vorhanden.

Die E-Gas-Anlage nutzt den regenerativen Strom im ersten Schritt zur Elektrolyse - der Spaltung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff (Audi nennt es E-Hydrogen). Dieser Wasserstoff könnte als Treibstoff für künftige Brennstoffzellen-Autos dienen. Weil dafür derzeit noch eine flächendeckende Infrastruktur fehlt, folgt ein zweiter Verfahrensschritt: Durch die Reaktion des Wasserstoffes mit CO2 entsteht in der Methanisierungsanlage synthetisches erneuerbares Methan, das E-Gas. Es ist chemisch identisch mit fossilem Erdgas und lässt sich durch das Erdgasnetz an CNG-Tankstellen verteilen.


Beim CO2, das die E-Gas-Anlage nutzt, handelt es sich um das Abfallprodukt einer Biogasanlage, die der Energieversorger EWE in unmittelbarer Nähe betreibt. Bei der Produktion von E-Gas wird CO2 gebunden, das sonst in die Atmosphäre gelangt wäre. Die Verbrennung im Motor setzt dieselbe Menge CO? frei, die vorher gebunden wurde - somit ergibt sich ein geschlossener Kreislauf und eine hervorragende Umweltbilanz.

Die E-Gas-Anlage bindet das CO2, das sonst die Atmosphäre belasten würde, im Treibstoff. Pro Jahr produziert die Anlage etwa 1.000 Tonnen E-Gas und bindet dabei circa 2.800 Tonnen CO2. Auf das CO2-Speicherpotenzial von Bäumen umgerechnet, entspricht dies in etwa der Menge, die 224.000 Buchen im Jahr aufnehmen.

Noch attraktiver wird die Treibhausgasbilanz in der Well-to-Wheel-Betrachtung, die alle Faktoren von der Quelle des Kraftstoffes bis zum Rad mit einbezieht. Beim Betrieb des A3 Sportback g-tron mit E-Gas wird kein CO2 frei, das nicht vorher bei der Herstellung gebunden worden wäre - der Kreislauf ist geschlossen. Wenn man in einer umfassenden Betrachtung den Energieaufwand für die Errichtung der E-Gas-Anlage und den Bau der Windkraftanlagen mit einbezieht, liegt der CO2-Ausstoß, so Audi, noch immer unter 30 Gramm pro Kilometer.

Mit dem E-Gas aus dem niedersächsischen Werlte können bis zu 1.500 neue Audi A3 Sportback g-tron jedes Jahr jeweils 15.000 Kilometer CO2-neutral fahren. Darüber hinaus beteiligt sich Audi am Bau von Offshore-Windrädern in der Nordsee, die Ökostrom erzeugen, welcher in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Mit Ökostrom will Audi seine künftigen elektrisch fahrenden e-tron-Modelle produzieren und betreiben.

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