BMW präsentiert das selbstdriftende Auto - das soll es wirklich zeigen

, 13.01.2014


BMW präsentiert das selbstdriftende Auto. Viele werden jetzt insgeheim aufhorchen und sich freuen, endlich auf dem Fahrerplatz lang und elegant durch eine Kurve driften zu können, statt lediglich kurz mit quietschenden Reifen durch eine Kehre zu fliegen. Die Cracks fragen sich, wer denn ein selbstdriftendes Auto überhaupt braucht. Wo bleiben das Talent am Steuer und das richtige Gefühl am Gaspedal? Der BMW ActiveAssist kann tatsächlich driften. Doch eigentlich möchte BMW mit dieser neuen Funktion etwas ganz anderes demonstrieren.


Nur ein System, das wirklich alle fahrdynamischen Zustände bis in den Grenzbereich hinein sicher beherrscht, kann für Sicherheit in allen Situationen sorgen. Der „BMW ActiveAssist“ zeigt die präzise und zuverlässige Fahrzeugbeherrschung am fahrdynamischen Limit und entpuppt sich als Sicherheitsassistent, der in anspruchsvollen Verkehrssituationen ohne Eingriff des Fahrers das Fahrzeug wieder auf die Spur zurückführt.

Der Versuchsträger belegte auf einer abgesperrten Rennstrecke die Leistungsfähigkeit einer neuen Generation von Regelsystemen. Diese greifen aktiv in die Fahrtrichtungsentscheidung ein und koordinieren gleichzeitig perfekt die elektrisch gesteuerte Lenkung mit Bremse und Fahrpedal. Damit gehen die neuen Regelsysteme einen entscheidenden Schritt weiter als bisher eingesetzte Systeme, die auf unter- und übersteuernde Fahrzeuge ausschließlich durch gezielte Bremseingriffe reagieren.

Der Forschungsprototyp findet zentimetergenau bei hoher Geschwindigkeit den Weg im Slalom zwischen den Pylonen, bleibt unbeeindruckt vom Reibwert der Strecke auf einer vorgegebenen Kreisbahn und beherrscht bei einem Ausweichmanöver den Spurwechsel von einer Fahrbahngasse in die nächste perfekt. Selbst beim bewusst herbeigeführten Übersteuern, das den Grenzbereich wie kaum eine andere Fahrübung verdeutlicht, zieht das hochautomatisierte Fahrzeug sicher und immer wieder auf nahezu identischen Linien seine Bahnen.


Darüber hinaus reagiert der Forschungsprototyp auf sich ändernde Haftung auf der Straße - wie sie etwa bei plötzlichem Aquaplaning auftritt - mit der Präzision eines sehr gut trainierten Fahrers. Der Wagen bewegt sich auf der vorgegebenen Zielbahn, versucht diese aber nicht unter allen Umständen mit einer eingestellten Geschwindigkeit zu fahren, sondern bezieht zu jeder Zeit die Beschaffenheit des Untergrundes mit ein und reagiert entsprechend intelligent.

Die benötigten Informationen liefern im Fahrzeug die gleichen bereits heute serienmäßig verbauten Sensoren, welche die Daten unter anderem an das DSC (Dynamische Stabilitäts Control) übermitteln. So wird ein Untersteuern (das Rutschen über die Vorderräder) durch eine sich öffnende Lenkung aufgefangen. Ein ausbrechendes Heck (Übersteuern) kompensiert das System durch eine dosierte Kombination aus Gegenlenkbewegung und Bremseingriff. Die dafür notwendige ansteuerbare elektrische Lenkung regelt gezielt, schnell und perfekt und gehört inzwischen bei allen BMW Automobilen zum Serienumfang.

Hochautomatisiertes Fahren 2015 im Flottenversuch

Um einen nächsten konsequenten Schritt in Richtung Realisierung hochautomatisierter Fahrfunktionen zu gehen, kooperieren seit Februar 2013 die BMW Group und der internationale Automobilzulieferer Continental. Die Forschungspartnerschaft läuft bis Ende 2014 und wird mehrere Versuchsfahrzeuge mit seriennaher Technik hervorbringen. Im Rahmen dieser Kooperation stellt das nächste große Ziel von BMW das hochautomatisierte Fahren auf europäischen Autobahnen mit allen Herausforderungen wie das Überfahren von Ländergrenzen oder das Durchfahren von Baustellen dar.

2015 soll der Flottenversuch zum hochautomatisierten Fahren beginnen. Ab 2020 sollen die technischen Voraussetzungen für einen Autobahn-Piloten gelegt sein, um hochautomatisiert mit Serienfahrzeugen fahren zu können.

3 Kommentare > Kommentar schreiben

13.01.2014

Die ganzen 18jährigen, die am Wochenende mit Daddy's Auto in die Stadt fahren dürfen, haben wohl gerade ein bisschen Pipi in der Hose. Ich finde es sinnfrei...

13.01.2014

Hast Du Dir in den News den ganzen Artikel durchgelesen, was BMW eigentlich demonstrieren möchte? ;)

17.04.2014

Über den Sinn von solchen Systemen lässt sich streiten. Sicherlich hilft so ein System der Fahrsicherheit, nur bleibt die Frage, wie weit wird die Forschung gehen und steuert der Fahrer am Ende überhaupt noch selber sein Auto?


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