Lamborghini Sesto Elemento: Scharf wie ein automobiler Porno

, 30.09.2010

Wie sieht die Zukunft des Supersportwagens aus? Lamborghini gibt die Antwort mit dem neuen Sesto Elemento, der einen automobilen Porno verkörpern könnte und seine Fahrer in neue Ekstasen führen dürfte. Der in extremer Leichtbauweise entstandene Technologieträger wiegt - trotz eines 570 PS starken V10-Triebwerkes und Allradantrieb - gerade mal 999 Kilogramm. Dank eines sensationellen Leistungsgewichtes von 1,75 kg/PS vergehen für den Spurt von 0 auf Tempo 100 nur 2,5 Sekunden.


Der Name „Sesto Elemento“ leitet sich aus dem Periodensystem ab. Als sechstes Element wird dort Kohlenstoff geführt. So soll der Sesto Elemento die führende Kompetenz von Lamborghini in der Technologie der kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffe (Carbon Fiber Reinforced Plastics, CFRP) beweisen. Eine wesentliche Stärke der Kohlefaser-Technologie liegt darin, dass komplexe Strukturen in einem einzigen Bauteil integriert werden können. Das verbessert die Qualität und reduziert das Gewicht.

Beim Lamborghini Sesto Elemento fertigten die Macher die Front und das Heck der Karosserie jeweils in einem Stück. „Cofango“ nennen die Ingenieure dies, gebildet aus den italienischen Wörtern „cofano“ (Haube) und „parafango“ (Kotflügel). Die großen Teile sind mit Schnellverschlüssen befestigt, die sich leicht abnehmen lassen und so ein schnelles Auseinandernehmen der Komponenten ermöglichen.


Das Design: Technologie in progressiven Formen

Kompromisslose Dynamik schon auf den ersten Blick - das Design des Lamborghini Sesto Elemento zeigt die Sinnlichkeit der Höchstleistung und besitzt die Eleganz der reinen puristischen Kraft. Der Sesto Elemento hebt die Design-DNA von Lamborghini auf eine neue Stufe und integriert die funktionale Konsequenz der Kohlefaser-Technologie in seine Formensprache.

Überall sichtbar ist Carbon, überzogen mit einem neuartigen, matt-schimmernden Klarlack. Dennoch ist der Sesto Elemento nicht nur schwarz: Für die Endfertigung der Kohlefaserterteile wurde eine spezielle Lackierung entwickelt und patentiert. Nano-Technologie ermöglicht das Beimischen von feinen Kristallen, die rot schimmern. Oberflächen, die derart lackiert sind, leuchten rot.

Bei einem Lamborghini erfüllt jede Linie eine klare Funktion. Die beiden senkrechten Stege in der Front verbessern die Steifigkeit des Bauteils und lenken die Kühlluft gezielt dem dahinter liegenden Motor-Wasserkühler und den Bremsen zu. Auch unter härtesten Bedingungen auf einer Rennstrecke bleibt damit die thermische Gesundheit der Bauteile garantiert.

 

Den Weg ins Freie findet die Kühlluft durch zwei dreieckige Öffnungen in der Haube unterhalb der Frontscheibe und durch große Auslässe in den Seitenteilen hinter den Vorderrädern. Scharf geschnittene Scheinwerfer-Einheiten komplettieren die Front. Neben den Bi-Xenon-Lampen werden jeweils nur vier Leuchtdioden eingesetzt. Die flache Front wirkt sehr dominant; der Frontspoiler, teilweise doppelbödig, ist weit nach vorne gezogen, die Lufteinlässe sind markant ausgeformt.


Silhouette: Präzise Linien, scharfe Kanten

Die gesamte Seitenansicht ist geschnitten wie ein scharfer Keil, das Kraftzentrum des Autos liegt unverkennbar vor der Hinterachse. Eine prägende Seitenlinie beginnt am vorderen Radhaus, steigt entlang der Türen nach hinten an und endet in der breiten Schulter über dem Hinterrad. Das Dreieck taucht als Designmotiv - etwa um den Türgriff - immer wieder auf, gezeichnet von exakten Lichtkanten. So finden die Spitzen der Luftauslass-Dreiecke in der Fronthaube ihre Fortsetzung in Linien auf dem Dach.

Die Seitenschweller sind sehr breit herausgezogen, um die Verbindung zwischen den Luftauslässen hinter der Vorderrädern und den großen Lufteinlässen vor den Hinterrädern zu schaffen. In diesen Schächten sind unter anderem die Kühler für Motor- und Getriebeöl platziert. Die Felgen im 5-Speichen-Design bestehen komplett aus Kohlefaser und geben den Blick auf die Hochleistungs-Bremsanlage mit Carbon-Keramik-Scheiben frei.


Hintern mit perfekter Aerodynamik

Der hintere Überhang des Lamborghini Sesto Elemento ist extrem kurz und wiederum von optimaler Aerodynamik geprägt. Den großzügig dimensionierten Spoiler stimmten die Macher perfekt auf den Diffusor und ein weiteres Luftleitelement in der Mitte ab, um maximale Downforce für extreme Kurvengeschwindigkeiten und einen stabilen Geradeauslauf bei höchstem Tempo zu ermöglichen.

Die Pyrosic-Endrohre - einem fortschrittlichen Glas-Keramik-Verbundstoff, der sehr hohe Temperaturen von über 900 Grad Celsius erreichen und aushalten kann - wurden nach oben durch die Motorabdeckung geführt. Zudem sorgen hier zehn sechseckige Öffnungen zusammen mit zwei Lufthutzen hinter dem Dach für den Frischluftnachschub des V10-Triebwerkes.

Antrieb: Geballte Power mit wenig Gewicht

Was Zahlen nicht vermitteln können, ist das messerscharfe Handling des Sesto Elemento, seine unglaublichen Kurvengeschwindigkeiten und sein scharfes Einlenken. Das faszinierende Herz des Lamborghini Sesto Elemento ist aus dem Gallardo LP 570-4 Superleggera bekannt. Die 570 PS des 5,2 Liter großen V10-Triebwerkes hinter dem Fahrer stehen bei 8.000 U/min zur Verfügung. Ebenso imposant ist die Durchzugskraft: Die Drehmomentkurve gipfelt in 540 Nm bei 6.500 Touren.

 

Aus dem Stand auf Tempo 100 katapultiert sich der Sesto Elemento in 2,5 Sekunden. Dass die Höchstgeschwindigkeit sehr deutlich über 300 km/h liegt, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Der Sesto Elemento hat das Getriebe e.gear an Bord, das wie bei einem Rennwagen mit Wippen am Lenkrad gesteuert wird. Das automatisierte System mit dem elektronischen Management wechselt seine sechs Gänge geschmeidig und viel schneller, als ein Mensch es könnte.


Zur Extrem-Peformance trägt auch die leichte Kohlefaser bei, die das Fahrzeuggewicht nach unten drückt. Die Zelle des Lamborghini Sesto Elemento ist als Monocoque gefertigt. Der gesamte Frontrahmen, die Crashboxen und die Außenhaut-Teile des Sesto Elemento bestehen ebenso aus CFRP wie die Kardanwelle. Beim Sesto Elemento werden ferner wesentliche Teile der Radaufhängungen und die Felgen aus Kohlefaser hergestellt.

Für beste Traktion sorgt derweil der permanente Allradantrieb, der eine zentrale Visco-Kupplung und ein Sperrdifferenzial für die Hinterräder mit 45-prozentiger Wirkung integriert. So sollen Lamborghini-Fahrer am Ausgang der Kurve früher Gas geben können als die Fahrer von heckgetriebenen Autos.


Interieur: Reduziert auf das Wesentliche

Ebenso konsequent in der Reduktion auf das Wesentliche präsentiert sich das Interieur. Das beginnt schon bei den Sitzen: Auf ein herkömmliches Sitzgestell verzichtete Lamborghini komplett. So sind die optimal geformten und mit einem Hightech-Stoff bezogenen Sitzkissen direkt auf dem Kohlefaser-Monocoque befestigt. Für die richtige Ergonomie sorgen das in der Höhe und Weite verstellbare Lenkrad sowie die in der Länge elektrisch-verstellbaren Pedale.

Selbstredend, dass die Designer auch auf Verkleidungen im klassischen Sinn verzichten. Überall dominiert das sichtbare Funktionsmaterial CFRP - an Boden und Dach des Monocoques, an den Türen und auch an Cockpit und Mittekonsole. Selbst die elektronischen Steuergeräte sind offen sichtbar. Das ausgeschnittene Dreieck taucht als Gestaltungsmerkmal immer wieder auf - überall dort, wo aus Gewichtsgründen auf Material verzichtet werden konnte.

Hochkonzentriert präsentieren sich die Bedienelemente: Die Instrumente sind in einem Display zusammengefasst, das vor allem über Drehzahl, Geschwindigkeit und alle Parameter des Motors Auskunft gibt. Ganze drei Schalter zieren die Mittelkonsole: Einer zum Anlassen des Motors, einer um den Rückwärtsgang einzulegen und einer für die Scheinwerfer.

14 Kommentare > Kommentar schreiben

30.09.2010

Sehr agressiv und dynamisch ... mir gefällts bis auf den Innenraum, da würde ich mir etwas mehr "Wohnlichkeit" im Serienmodell wünschen! Wird aber wohl eh passieren! Btw: Christian du bist auch so ein Porno :bäh:

30.09.2010

2,5 Sekunden sind ja überragend. Design ähnelt halt ziemlich dem Gallardo,nur das Heck wirk unstimmig,genau so wie der Innenraum.

30.09.2010

Vorne einn Gallardo, hinten eine Lotus Elise .... Die Werte sind beeindruckend

30.09.2010

Der wirkt mir hinten zu gedrungen. Nicht so fließend, als wäre das Heck abgeschnitten worden. Was der wohl in Serie kosten würde? Und ob sich das dann rentieren würde, weil Carbon ist ja nicht wirklich billig und die Menge an Carbon ist ja eher den Utopisch-teuren Sportwagen vorbehalten wie dem Zonda o.A.

30.09.2010

Du vergisst wohl , das im Gallardo Superleggera auch Carbon verbaut wird. Und Lamborghini wird das sicher prüfen ob es sich lohnt, für den bau Carbon zu verwenden oder nicht

30.09.2010

Mit dem Technologieträger möchte Lamborghini allerdings auch seine Fähigkeiten zeigen. Nach eigenen Angaben, ist Lamborghini weltweit der einzige Automobilhersteller, der den vollständigen CFRP-Prozess in verschiedenen Technologien selbstständig beherrscht - vom 3D-Design über Simulation, Absicherung, Produktion und Test.

30.09.2010

Und das heißt auf Deutsch? CFRP-Prozess ?

01.10.2010

Steht im Artikel. ;) Die Technologie der kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffe: Carbon Fiber Reinforced Plastics = CFRP.

02.10.2010

Schliesse mich Turbine an. Sieht sehr schö aggressiv und sportlich aus, aber ein bisschen weniger Raumschiff im Innenraum wäre nett. Fliegen kann man mit dem Teil ja noch nicht, auch wenn es ao aussieht. :bäh:

02.10.2010

[QUOTE=VirusM54B30;118306]Du vergisst wohl , das im Gallardo Superleggera auch Carbon verbaut wird. Und Lamborghini wird das sicher prüfen ob es sich lohnt, für den bau Carbon zu verwenden oder nicht[/QUOTE] Ja klar, aber nicht annähernd in diesen Mengen.

02.10.2010

Noch ist es eine Studie ...

02.10.2010

Wirds doch auch bleiben. Erstmal muss ein Murcielago replacement her.

23.11.2010

sehe hier . . . theautoinsider.blogspot.com wow!

26.05.2011

Sehr dynamisch ... mir gefällts bis auf den Innenraum, habe keine Bemerkungen ....hehehe:applaus::tanzen:


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