Opel kehrt in den Motorsport zurück: Rallye, VLN und 24-Stunden-Rennen

, 21.11.2012


Unvergessen sind die zahlreichen Erfolge von Opel im Motorsport, wie zum Beispiel der Rallye-Weltmeistertitel 1982 von Walter Röhrl auf dem legendären Ascona 400 oder der Gewinn des legendären 24-Stunden-Rennens auf der Nürburgring-Nordschleife 2003 auf einem Astra V8 Coupé. Jetzt kehrt Opel in den Motorsport in Form eines international ausgerichteten Rallye-Programms mit dem neuen Adam und einem auf Deutschland konzentrierten Rundstreckenprogramm mit dem neuen Astra OPC zurück.


„Diese neuen Motorsport-Aktivitäten spielen bei der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens eine wichtige Rolle; sie sind ein tragendes Element in unserem Markenprofil“, sagt Dr. Thomas Sedran, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Adam Opel AG. Vor allem im Breiten- und Kundensport baut der Rüsselsheimer Automobilhersteller auf eine lange und erfolgreiche Tradition. Das Ziel dabei ist, Kundensport auf hohem technischen Niveau und zu überschaubaren Kosten zu ermöglichen und dabei ambitionierten Nachwuchsfahrern eine Plattform zu bieten, ihr Talent kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Rallye: Professionelle Talentförderung

Mit seinem Rallye-Engagement nimmt Opel die europäische Bühne ins Visier; denn über Deutschland hinaus besteht in allen Schwerpunktmärkten der Marke ein starkes Interesse am Rallyesport. Zudem bietet die Weltmotorsportbehörde FIA europaweit stabile Reglements mit idealen Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten für junge Fahrer. Als Sportgerät kommt dabei ab der Saison 2013 eine Rallye-Cupversion des neuen Opel Adam in einer FIA R2-nahen Spezifikation zum Einsatz.

Als Unterbau für die nationale Homologation bietet Opel ab der Saison 2013 eine Adam Cup-Variante mit 1.6-Liter-Saugmotor und einer Leistung von zirka 140 PS an, deren Spezifikation an das FIA-Reglement R2 angelehnt ist. Das in enger Kooperation mit dem Engineering-Partner Holzer Motorsport (Bobingen) entwickelte und aufgebaute Fahrzeug kostet rennfertig netto 24.900 Euro (brutto 29.631 Euro) und demonstriert damit beispielhaft, wie sich bezahlbarer Motorsport auf hohem Niveau umsetzen lässt.

Im Rahmen der „ADAC Rallye Masters“-Rennserie werden die Adam-Kundenfahrzeuge einen Markenpokal (ADAC Opel Rallye Cup) ausfahren. Der Reiz des Wettbewerbs erhöht sich zusätzlich dadurch, dass die erfolgreichsten Fahrer attraktive Prämien erhalten, die Macher eine „Rallye-Junior“-Sonderwertung für Piloten bis 27 Jahre ausschreiben und der Sieger einer finalen Sichtung in der nachfolgenden Rallye-Saison speziell gefördert wird.

Opel gewann mit dem ADAC einen Partner, dessen Nachwuchs-Förderphilosophie mit der des Unternehmens nahezu deckungsgleich ist und der sich vor allem über seine Organisation und Motorsport-Infrastrukturen in das Projekt einbringt.


Die Opel-Strategie ist zunächst bis 2016 angelegt. In der weiteren Abfolge beinhaltet die Strategie ein modulares Aufbauprogramm, mit dem aufstrebende Rallye-Talente aus dem „ADAC Opel Rallye Cup“ bis auf internationales Niveau aufsteigen können. In den ersten beiden von insgesamt vier Stufen kommt dabei der Opel Adam zum Einsatz. In der technischen Grundkonfiguration stimmt das Fahrzeug mit der Cup-Variante weitgehend überein, während der 1.6-Liter-Turbomotor in dieser Ausführung etwa 190 PS leistet. Für die Stufen drei und vier befindet sich die kommende Modellgeneration des Opel Corsa in Planung.

Rundstrecke: 24-Stunden-Rennen und VLN-Langstreckenmeisterschaft

Als technische Basis für das Engagement auf der Rundstrecke fungiert der neue Astra OPC, den Opel ab der Saison 2013 in einer Rennversion für den Kundensport anbietet. Die Cup-Fahrzeuge sind technisch auf die VLN-Langstreckenmeisterschaft des Nürburgrings zugeschnitten und sollen dort in einer eigenen Klasse ebenfalls einen Markenpokal (Astra OPC Cup) untereinander ausfahren. Als Saisonhöhepunkt gilt die vorgesehene Teilnahme am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring.

Das für Privatfahrer attraktive Leistungspaket bietet nicht nur Top-Performance und hochkarätige Renntechnik zu bezahlbaren Kosten. Analog zum Rallye-Projekt steht ein Preisgeldtopf mit attraktiven Prämien bereit. Außerdem profitieren die Kunden von fair kalkulierten Ersatzteilpreisen sowie von technischer und organisatorischer Unterstützung auf und abseits der Rennstrecke.

Motorsport-Historie: Opel setzt Meilensteine

Die erfolgreichste Zeit des Unternehmens in der Rallyehistorie begann Mitte der 1970er-Jahre, die im wahrsten Sinn des Wortes von Walter Röhrl, einem der besten Rallye-Piloten aller Zeiten, gelenkt wurde. Dessen glückliche Verbindung mit Opel führte zu den Europameister-Titeln 1974 mit dem Ascona A und 1979 auf einem Ascona B. Als Krönung dieser Ära, ebenfalls mit Röhrl, erwies sich der Weltmeistertitel 1982 auf dem legendären Ascona 400.

Als Opel-Domäne stellte sich auch die Rundstrecke dar. Im Tourenwagen-Breitensport feierte die Marke mit dem Blitz vor allem auf ihrer „Heimatstrecke“, der Nürburgring-Nordschleife, unzählige Erfolge. Im Profibereich avancierte ab 1993 der von Manuel Reuter gesteuerte Calibra V6 zur Ikone der Fans, zunächst in der DTM und schließlich mit dem Titelgewinn 1996 in der Nachfolgeserie ITC. Weitere Highlights: die Markenmeisterschaft 1998 in der DTM/ITC-Nachfolgeserie STW mit dem Vectra und der Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2003 auf einem Astra V8 Coupé.

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