Renault Scenic Energy dCi 130: Der Van mit Vettels Kolbenring

, 07.07.2011


Kaum zu glauben, aber wahr: Im neuen Downsizing-Turbodiesel von Renault steckt Formel-1-Knowhow. Genauer: Wer die Familien-Vans Scénic oder Grand Scénic mit dem neuen Diesel-Triebwerk fährt, genießt die geringen Reibwerte von den selben Ölabstreifringen, wie Sebastian Vettels Formel-1-Motor. Doch das ist nur eines von über 30 Patenten und vielen technischen Finessen, die dem 130 PS starken 1.6-Liter-Motor mit eine hohen Literleistung von über 81 PS/Liter zu Bestwerten in seinem Segment verhelfen - unter anderem ein CO2-Ausstroß von nur 115 g/km und 4,4 l/100 km Verbrauch.



Renault Grand Scénic

Renault setzte sich beim Abgasausstoß hohe Ziele. Schon heute liegen die Franzosen mit einem Flottenwert (also über alle Modelle hinweg) von 135 g/km CO2 gut im Rennen; denn der Schnitt aller Hersteller beträgt 140 Gramm. Bis 2020 müssen die Autohersteller laut EU-Vorgaben auf 95 Gramm reduziert haben - Renault plant, bereits 2016 die 100-Gramm-Marke zu unterschreiten. Neben dem Ausbau der Flotte an Elektrofahrzeugen soll dazu die Ausstoß-Reduzierung bei den konventionellen Antrieben beitragen.

Beim brandneuen 1.6-Liter-Diesel, der zunächst in den Modellen Scénic und Grand Scénic zum Einsatz kommt, ermöglichen folgende technische Maßnahmen die Senkung von Verbrauch und Schadstoffausstoß: Downsizing durch verkürzten Hub (im Vergleich zum alten 1.9-Liter-Triebwerk minus 5,5 Prozent), eine sehr schnell und eine unauffällig arbeitende Start-Stopp-Automatik erstmals in einem Renault-Serienauto (minus 3,0 Prozent).

Dazu kommen als weitere Maßnahmen eine Niederdruck-Abgasrückführung (minus 3,0 Prozent), ein Thermo-Management (minus 1,0 Prozent), ein effizientes Generator-Management mit Bewegungsenergie-Rückgewinnung (minus 3,0 Prozent) und vieles mehr. Insgesamt summiert sich die Verbrauchseinsparung auf minus 20 Prozent bei gleicher Leistung.

Neben exzellenten Verbrauchswerten bietet der Vierzylinder viel Fahrspaß: Der Scénic und der Grand Scénic Energy dCi 130 eco2 absolvieren den Spurt von 0 auf 100 km/h in 10,3 bzw. 10,5 Sekunden (Grand Scénic 7-Sitzer 11,1 Sekunden). Die Höchstgeschwindigkeit beträgt jeweils 195 km/h. Das maximale Drehmoment von 320 Nm bei 1.750 U/min ermöglicht einen kraftvollen Durchzug bereits bei niedrigen Drehzahlen. Rund 80 Prozent des Drehmomentmaximums stehen bereits bei 1.500 U/min zur Verfügung.

Vorerst wird der alte 1.9-Liter-Diesel mit derselben Leistung weiter angeboten. Da der neue 1.6-Liter-Motor Energy dCi 130 nur 300 Euro Aufpreis kostet, wird dies aber nicht lange dauern. Die mit dem neuen Motor angetriebenen Scénic-Varianten beginnen bei 25.500 Euro mit gehobener Ausstattung. Als nächste Renault-Modelle werden schrittweise die Mégane-Varianten folgen. Erstaunlich: Durch die niedrigeren Verbrauchswerte steigt die Reichweite bei beiden Modellen mit 60 Litern Tankinhalt auf enorme 1.363 Kilometer.

Vater des Technologie-Transfers von der Formel 1 in den Bau von Serienmotoren ist Philippe Coblense. Der Manager des Designbüros für den dCi 130, arbeitete Anfang der 1990er-Jahre in Viry-Chatillon an den Formel-1-Motoren von Renault. Das Knowhow aus dem Rennsport findet sich im Energy dCi 130 beim quadratischen Bohrung-Hub-Verhältnis, beim quer durchströmten Zylinderkopf und bei der geringen inneren Reibung etwa durch spezielle Kolbenringe wieder - ein Hauch Formel 1 im Familien-Diesel eben.

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