Alfa Romeo Giulietta QV 2014 Test: Sie überrascht - ran an die Italienerin!

, 26.10.2014


Kurvenwildern: Sie kann es, lässt aber eine Sache vermissen

Mit Hilfe der Fahrdynamikregelung „Alfa Romeo D.N.A.“, die sich bei der Giulietta Quadrifoglio Verde auf das Ansprechverhalten von Motor und Getriebe, die Abstimmung des Sportfahrwerkes, die Lenkung und die Bremsen auswirkt, lässt sich das Fahrzeug per Schalter schnell und einfach den persönlichen Vorlieben anpassen. Zur Wahl stehen die drei Programme „Dynamic", „Normal" und „All Weather". Letzterer sorgt bei mangelnder Straßenhaftung dafür, dass alle elektronischen Sicherheitsvorrichtungen frühzeitig reagieren.

Die Vorderräder flehen nicht nach Grip, die Italienerin zickt nicht herum, lässt sich präzise kontrollieren und fährt die Kurven praktisch ohne Wanken an, um anschließend schnell aus diesen herauszubeschleunigen, während die Halbschalensitze für einen überzeugenden Seitenhalt sorgen - selbst auf Komfort braucht niemand durch die gut abgestimmten Dämpfer zu verzichten.

Dennoch: Im sportlichen „Dynamic“-Modus reagiert der Motor zwar spontaner und die Lenkung wird direkter, während die Systeme der elektronischen Antriebskontrolle zurückhaltender agieren, aber alles etwas zu komfortabel. Das ist ein „Hot Hatch“, der definitiv durch Power sowie beste Performance besticht. Daher sollte die Giulietta den passionierten Fahrer im „Dynamic“-Modus mit mehr Kompromisslosigkeit und sportlicher Härte belohnen. Alfa kann es und sollte es sich für noch mehr Leidenschaft trauen.

Das Kurvenwildern unterstützt in puncto Sicherheit eine Stabilitätskontrolle und eine Traktionskontrolle. Bei Bedarf packen die Bremsen bissig zu und lassen sich bestens dosieren - eine klare Ansage mit einer Vierkolben-Bremsanlage und 320 Millimeter messenden Bremsscheiben von Brembo.

Wer diese Italienerin erst einmal auf Touren bringt und sich ihrer Passion widmet, wird den von Alfa Romeo angegebenen Durchschnittsverbrauch - abhängig von der individuellen Fahrweise - nicht einhalten, aber mit viel Spaß belohnt. Der ab Werk angegebene Wert für den Idealfall: 7,0 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern

Innenraum: Konsequent sportlich und ein Plus an Ausstattung

Der typisch italienische Stil setzt sich im ordentlich verarbeiteten Innenraum fort. Die Sportsitze mit Lordosenverstellung bezogen die Macher mit einer Kombination aus Leder und Alcantara, während ein unten abgeflachtes Leder-Sportlenkrad mit Kontrastnähten ebenso zur Serienausstattung gehört wie die Instrumente mit QV-Logo. Auch die Manschetten von Schalthebel und Handbremse fertigten die Macher aus schwarzem Leder mit Kontrastnähten. Die Serienausstattung ergänzt Alfa Romeo durch Sportpedale aus Aluminium, den schwarzen Dachhimmel und spezifische Fußmatten. Den schönen Eindruck schmälert jedoch ein wenig der großflächige Einsatz von Hartplastik - das Armaturenbrett mit Softtouch-Oberfläche ist zu wenig.

Ebenfalls an Bord: das einfach zu bedienende Entertainment-System „Uconnect“ mit einem ideal oben positionierten 6,5 Zoll (16,5 Zentimeter) großen Farb-Touchscreen zur Steuerung. Das System ermöglicht die Einbindung von Smartphones oder externen Musikspeichern per Bluetooth. Dazu kommen ein AUX- und ein USB-Anschluss. Das Navigationssystem bietet unter anderem eine 3D-Ansicht aus der Vogelperspektive, eine dynamische Routenführung und eine Sprachsteuerung.

Giulietta mag auch große Frauen und Männer

Das Raumangebot fällt beeindruckend großzügig aus. Selbst Fahrer mit über 1,90 Meter Körperlänge werden mit der Alfa Romeo Giulietta Quadrifoglio Verde ihren Spaß haben. Sogar an die Mitfahrer dachten die Italiener, so dass im Fond noch bis zu 1,80 Meter große Personen Platz finden.

Wer auf Reisen geht, muss sich mit einem in dieser Klasse durchschnittlichen Kofferraumvolumen von 350 Litern begnügen, das bei umgeklappten Rücksitzen auf 1.045 Liter steigt, wobei eine Stufe entsteht. Das Be- und Entladen erschwert eine sehr hohe Ladekante. Die Ladeöffnung zeigt sich jedoch groß, während der Kofferraum einen guten Zuschnitt bietet.

Fazit:

Noch durchzugsstärker, noch emotionaler im Sound und ein schnell schaltendes TCT-Doppelkupplungsgetriebe: der Technik-Transfer von der Performance-Flunder Alfa Romeo 4C zur Schönheit Giulietta Quadrofoglio Verde schärfte die heiße Italienerin deutlich. Wünschenswert wäre, wenn das attraktive Heißblut nicht so stark auf das Genießen setzt, sondern etwas kompromissloser mit sportlicher Härte zu Werke ginge.


Technische Daten Alfa Romeo Giulietta Quadrifoglio Verde:

Antriebsart: Frontantrieb | Hubraum: 1.742 cm³ | Leistung: 177 kW/240 PS bei 5.750 U/min | Drehmoment: 340 Nm bei 2.000 U/min | Getriebeart: 6-Gang-TCT-Doppelkupplungsgetriebe | Vmax: 244 km/h | Beschleunigung 0-100 km/h: 6,0 Sekunden | Durchschnittsverbrauch: 7,0 l/100 km | CO2-Emission: 162 g/km | Preis: ab 32.500 EUR

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