Artega GT Test - Wer will schon einen Streber zum Freund?

, 20.05.2010


Martialisches Gebrüll des 3,6 l V6 von Volkswagen

Wie dem auch sei, wir schrauben uns in den vorzüglichen Schalensitzen fest, bringen unsere Hände an dem erfreulich kompakten Lenkrad in Stellung und drücken den Startknopf. Das Gebrüll verspricht Martialisches. VW-Fahrern ist die Tonlage des Sechszylinders mit der kompakten V-Form schon seit seeligen Golf VR6-Zeiten bekannt. Schon damals sorgte das Triebwerk für ein sonores Klangorchester. Im Artega GT spielt der Motor in Fortissimo auf. Die Heckscheibe wippt dabei im Takt. Dieser Großserienmotor veranstaltet ein herzerweichendes Spektakel. Wenn man den fummeligen Schalthebel erst einmal in S gebracht und dem Leichtgewicht die Sporen gegeben hat, sind die erwähnten Unzulänglichkeiten sofort in das hinterste Eck des Erinnerungszentrums verbannt.

Er geht wie die sprichwörtliche Sau, Pest, Hölle. Wie auch immer. Jedenfalls ist aus dem Stand gegen dieses Auto kaum ein Kraut gewachsen. Das enorme Drehmoment des 3.6-Liter-Motors verwandelt das Gaspedal in jedem Drehzahlbereich zum Spielhebel einer Kanonenkugel. Die Werksangabe von 0 - 100 km/h in 4,8 Sekunden erscheint uns betont konservativ, um nicht zu sagen, komikhaft untertrieben. Zusammen mit der blitzschnellen Doppelkupplung versetzt der Artega GT weitaus stärker motorisierte Zeitgenossen auf die rechte Spur - immer begleitet vom basslastigen Orkan des Mittelmotors.

Der Artega GT fühlt sich schnell an

Wie schnell ist der Artega GT objektiv? Glaubt man den bisherigen Testergebnissen erfahrener Kollegen, kann man mit diesem Auto tatsächlich einen Cayman S jagen, für mehr reicht es dann allerdings nicht. Diese Erkenntnis verblüfft - sagt unser ständig wiederkehrender Adrenalinschub doch etwas völlig anderes. Vermutlich liegt es an der steil abfallenden Drehmomentkurve, die dem Vortrieb oberhalb von 5.000 Umdrehungen etwas die Dramatik nimmt. Tatsächlich wirkt das Aggregat nahe seiner Maximaldrehzahl zugeschnürt. Der sehr hohe cw-Wert von 0,40 trägt sein übriges dazu bei, dass es oberhalb von 200 km/h nicht mehr für die ganz große Show reicht. Trotzdem: Diesem Auto Leistungsmangel zu unterstellen, wäre absurd. Das Kapitel Motor und Getriebe hat der Artega GT mit Bravour bestanden.

Doch geradeaus schnell können viele. Anbremsen, einlenken, Gas geben und die Kurve zackig wieder verlassen, das können wenige Autos perfekt, ohne dabei ihre Insassen zu malträtieren. Die Erbauer des Artega GT gaben ihrem Sprössling die besten Anlagen mit. Möglichst wenig Gewicht, Technik nur da wo sie der Fahrdynamik zuträglich ist. So trägt der Wagen Doppelquerlenker rundum und mächtig viel Gummi an der Hinterachse.

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