BMW 2er Active Tourer Test: Wie besessen die Tabus gebrochen

, 25.08.2014


Aus vollen Mündern ertönt bei Autoenthusiasten in puncto BMW 2er Active Tourer, dass BMW und Frontantrieb unvereinbar seien und es sich um einen Rentner-BMW handeln würde - ohne den neuen Kompakt-Van jemals gefahren zu sein. Wir wollten uns ein eigenes Bild machen, um ein für allemal mit Gerüchten aufzuräumen. Im Test befand sich der BMW 225i Active Tourer mit 231 PS, der sich nicht nur in Städten und auf Landstraßen beweisen musste, sondern auch bei dynamischer Fahrt auf engen Serpentinen in den Bergen. Doch nicht nur das: Uns interessierte ferner, was der neue Kompakt-Van für Familien und Freizeitaktive drauf hat und wie flexibel der Innenraum ist. Es gab einige Überraschungen.

Gut in Form sein muss heutzutage ein Kompakt-Van im Premium-Segment, um die Gunst der Käufer auf sich zu ziehen. Dass ein Van trotz aller Funktionalität auf ein attraktives Design nicht zu verzichten braucht, beweist der BMW 2er Active Tourer auf den ersten Blick. BMW legte sich bei seinem ersten Van in der Unternehmensgeschichte richtig ins Zeug.

Dank seiner keilförmigen Silhouette wirkt der Active Tourer selbst mit einem relativ hohen Dach sportlich. Dazu kommen die konturierte Frontschürze mit großen Lufteinlässen und die flache BMW-Niere, die - wie sonst nur bei den BMW-Coupés - niedriger liegt als die angriffslustig wirkenden Doppelrundscheinwerfer. Das ist optisch in der Tat ein echter BMW und von Langeweile keine Spur. Die großen Rückleuchten und die breiten Radflanken lassen den Active Tourer zudem satt auf der Straße stehen, während am Heckfenster senkrechte Windleitelemente, die Aeroblades, und ein Dachkantenspoiler den modernen Eindruck unterstreichen.

Besessen waren sie: Kein weichgespülter Kompakt-Van

Freude am Fahren - dafür steht BMW. Jetzt plötzlich: Frontantrieb und dazu ein Kompaktvan. Gar ein Sakrileg? Unser Testwagen, der BMW 225i Active Tourer besitzt, die Topmotorisierung und bei diesem Triebwerk verspüren wir geradezu Lust, den Startknopf zu drücken: Der 2,0 Liter große Vierzylinder-Motor entwickelt eine Höchstleistung von 231 PS, die zwischen 4.750 und 6.000 U/min erreicht wird. Serienmäßig mit dem 8-Gang-Automatik-Getriebe ausgestattet, spurtet der kompakte Van in nur 6,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h. Da fangen Familienväter an zu grinsen und die dynamische Mutter von heute dürfte sich genauso freuen, wenn es mit Elan vorangeht.

Dazu kommt das für einen Benziner dieser Hubraumklasse hohe Maximaldrehmoment von 350 Nm, das bereits bei 1.250 Touren anliegt und bis zu einer Drehzahl von 4.640 U/min zur Verfügung steht. So kann der BMW 225i Active Tourer auch beladen mit der Familie samt Gepäck die nächste Tour mit Tatkraft angehen. Der Vortrieb ist souverän, während das Automatik-Getriebe stets den passenden Gang bereithält und ruckfrei schaltet.

Einen Drift wie bei einem Fahrzeug mit Hinterradantrieb durch volle Beschleunigung zu verlängern, das kann der BMW 225i Active Tourer freilich nicht - und vermutlich ebenso nicht die meisten Fahrer eines BMWs mit Hinterradantrieb. Aber das bedeutet nicht, dass der Active Tourer kein typischer BMW ist. Geradezu besessen machten sich die Ingenieure an ihre Arbeit, diesem frontangetrieben Hochdachfahrzeug die typischen Fahreigenschaften eines BMWs zu verleihen. Mit einem weichgespülten Kompakt-Van wollte sich BMW nicht zufrieden geben.

Doch die Überraschung folgt sogleich

Unser Testwagen, ausgestattet mit einer Sportlenkung und dem strafferen M-Sportfahrwerk (Tieferlegung 10 Millimeter), wirft sich geradezu in die Kurven und begeistert mit seiner Spurtreue und Kurvenstabilität. Kein Wunder: Der BMW 2er Active Tourer nutzt die verlängerte Plattform und die wesentlichen Fahrwerkskomponenten des Minis, der für seine Agilität bekannt ist.

Wo andere Autos bereits untersteuern (Fahrzeug möchte tendenziell geradeaus), fährt der Active Tourer stabil weiter und kann dank der serienmäßigen „Performance Control“ sogar vor Erreichen des Grenzbereiches nachkorrigieren. Dazu verteilt das System gezielt die Antriebs- und die Bremskräfte auf die einzelnen Räder: Die äußeren Räder bekommen mehr Kraft, die inneren weniger, wobei alle Räder ihre maximale Traktion nutzen. So dreht sich der Active Tourer praktisch in die Kurve ein, was die Fahrdynamik steigert. Sollte es ein Fahrer übertreiben - dazu muss er jedoch wirklich schnell unterwegs sein - greift das elektronische Stabilitätsprogramm ESP sicher ein.

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