Ford EcoSport Test: Der Kleine mit dem Hang zum Großen

, 13.05.2014


Mini-SUVs sind immer stärker im Kommen. Jetzt bringt Ford einen weiteren Vertreter an den Start: den EcoSport. Praktisch soll er sein, Lifestyle versprühen und trotzdem Fahrspaß bringen. In Brasilien stellt der Ford EcoSport bereits eine feste Größe seines Segmentes dar. Um hierzulande erfolgreich durchzustarten, erhält der kleine SUV daher eine Anpassung an die gehobenen europäischen Ansprüche. Wir schauten uns den kompakten Neuzugang der Ford-Familie genauer an, um zu erleben, was er drauf hat.

Der Mini-SUV auf Fiesta-Basis vereint die praktischen Vorteile eines Kompaktwagens mit der Variabilität, dem Raumangebot und dem Stil eines SUV. Zu den auffälligsten Details des 4,27 Meter langen EcoSport zählen der großformatige Kühlergrill in Trapezform, die schmalen Scheinwerfer und das Ersatzrad am Heck. Ins Auge fallen ebenso die kraftvoll ausgestellten Radhäuser, die kurzen Überhänge, die vergleichsweise kurz modellierte Motorhaube und die sehr flach angewinkelten A-Säulen, die dem Ford EcoSport einen sportlichen Auftritt verleihen.

Vor allem im Innenraum lässt sich die Herkunft vom Ford Fiesta nicht leugnen: Infobildschirm, Lenkrad, Mittelkonsole - alles ist bekannt aus dem erfolgreichen Kleinwagen. Das Interieur wirkt praktisch, aufgeräumt und funktional. Obwohl nüchtern gestaltet, fühlt man sich einfach wohl.

Direkt beim Anfahren fällt auf, dass das Lenkrad gut in der Hand liegt. Die bequemen Sitze könnten jedoch etwas mehr Seitenhalt vertragen. Ab geht es mit dem 1,0-Liter-EcoBoost- Motor durch die Innenstadt. Präzise zeigt sich die Servolenkung, die einen Tacken mehr Rückmeldung bieten könnte. Letzteres ist wohl der elektromechanischen Bauweise geschuldet. Die hohe Sitzposition und die relativ große Fensterfront helfen vor allem im Stadtverkehr, die Übersicht zu behalten.

Der Antrieb der europäischen Variante erfolgt nur über die Vorderräder. Allrad gibt es weiterhin lediglich in Brasilien. Aber so richtig schlimm ist das nicht; denn Ford baut den EcoSport primär für Asphaltstraßen. Trotzdem können sich die 20 Zentimeter Bodenfreiheit und die 55 Zentimeter Watttiefe sehen lassen. Ungünstig für die Stadt erweist sich jedoch die Heckklappe die nicht nach oben, sondern zur Seite hin ausschwingt. So ist ordentlich Platz hinter dem Mini-SUV nötig, um an den Kofferraum zu gelangen.

EcoBoost: Ideal für die Stadt

Um dem Fahrwerk und dem Triebwerk ordentlich auf den Zahn zu fühlen, scheuchen wir den EcoSport nach der Stadtrundfahrt hinauf in die Berge. Wirkte der in unserem Testwagen verbaute 1,0-Liter-EcoBoost-Motor mit seinen drei Zylindern und 125 PS in der Stadt über jeden Zweifel erhaben, offenbart das Triebwerk in den Bergen kleine Schwächen.

Selbstverständlich lässt sich aus solch einem kleinen Hubraum keine unbändige Kraft schöpfen. Aber wenn es etwas steiler wird oder ein Überholmanöver anliegt, wäre ein wenig mehr Druck wünschenswert. Dafür liegen die maximal 170 Nm bereits bei 1.500 U/min an - und das bis 4.000 Touren. Von 0 auf 100 km/h spurtet der kleine SUV in 12,7 Sekunden, was einen durchaus akzeptablen Wert darstellt. Ende der Fahnenstange ist bei 180 km/h. Laut Ford lässt sich im Idealfall mit dem kleinen Triebwerk ein Verbrauch von 5,3 Litern Sprit pro 100 Kilometer realisieren.

Die Jungs verstehen etwas von Dynamik

Souverän zeigt sich in den Bergen das Fahrwerk, das Ford auf Komfort auslegte, aber dennoch straff genug ist, um in Kurven Fahrspaß rüberzubringen. Sein Limit zeigt das Fahrwerk erst in scharfen Haarnadelkurven, wo der EcoSport beginnt, über die Vorderräder zu schieben, das aber durch das ordentlich eingreifende ESP (elektronisches Stabilitätsprogramm) schnell unterbunden wird. Ein Sportwagen ist der Kleine logischerweise nicht. Dennoch zeigen die Jungs von Ford erneut, dass sie etwas von Dynamik verstehen. Auch das 5-Gang-Schaltgetrieber passt gut zum Charakter des Fahrzeuges.

Seiner Bauart geschuldet, klingt der 1,0 Liter große EcoBoost-Motor mit seinen drei Zylindern etwas rauer als die wählbaren Diesel-Aggregate. Mit beiden Motorvarianten gibt sich der Ford EcoSport angenehm geräuscharm im Innenraum. Zwar muss der Fahrer in den höheren Drehzahlen auf einen sportlichen Klang verzichten, aber die Stärken des neuen Mini-SUVs liegen insbesondere beim Platzangebot und der hohen Variabilität.

20 Millionen Songs an Bord

In puncto Verarbeitungsqualität und Technologieausstattung legte Ford im Vergleich zu der brasilianischen Variante noch eine Schippe drauf. Auch die mittlerweile sehr beliebte Einbindung des Smartphones, etwa zum Hören von Musik, darf selbstverständlich im EcoSport nicht fehlen.

Das Multimedia-Konnektivitätssystem „Ford SYNC“ mit der neuen Technologie „AppLink“ erlaubt es, Smartphone-Apps während der Fahrt per Sprachsteuerung zu bedienen und auf Applikationen der AppLink-Partner von Ford zuzugreifen, wie zum Beispiel Audioteka (Auswahl von Hörbüchern aus einem „virtuellen Regal“), Cityseeker von Wcities (virtueller Stadtführer), ADAC (Parkmöglichkeiten und Routenbeschreibungen in Echtzeit).

Durch „AppLink“ können Autofahrer außerdem direkt auf Spotify zugreifen und ihre gewünschten Spotify-Songs und -Playlists durch einfache Sprachbefehle starten. Das System versteht Angaben wie „Zufallswiedergabe“, „Wiederholen“, „Song markieren/Markierung entfernen“, „Playlist wählen“, „Musik spielen“, „Kürzlich gespielte“ oder auch „Aktuellen Titel ansagen“. Damit dürften über 20 Millionen Songs im Auto zur Verfügung stehen.

Bereits in der Basis umfangreich ausgestattet

Bereits in der Basis ist der Ford EcoSport reichlich ausgestattet. Dazu zählen unter anderem ein schlüsselloses Startsystem, eine Alarmanlage, elektrisch einstellbare Außenspiegel, vorne und hinten elektrische Fensterheber, eine Klimaanlage mit automatischer Temperaturkontrolle und ein Audio-System mit Multifunktionsdisplay, einem MP3-fähigen Radio-CD-Player und vieles mehr.

Für Sicherheit sorgen serienmäßig unter anderem ein Antiblockier-Bremssystem (ABS) mit elektronischer Bremskraftverteilung (EBD), ein elektronisches Sicherheits- und Stabilitätsprogramm (ESP) samt Traktionskontrolle und ein Sicherheits-Bremsassistent für Notfälle (EBA).


Fazit:

Der Ford EcoSport besitzt das Potenzial, das Stadtbild zu prägen. Sei es durch das Platzangebot, den günstigen Einstiegspreis von 20.200 Euro für den 1,0-Liter-EcoBoost oder die umfangreiche Serienausstattung.

Die Mini-SUV Klasse ist im Kommen und Ford fand mit dem EcoSport den richtigen Kandidaten, um seinen Anteil zu erobern. Der Verbrauch hält sich in Grenzen, die Bezeichnung „EcoSport“ sollten die Macher jedoch auf die Vorsilbe „Eco“ begrenzen. Seien wir ehrlich: Wer schnell in den Bergen unterwegs sein möchte, der greift eh zu einem anderen Untersatz. Doch in der Stadt spielt der Ford EcoSport seine Talente voll aus.


Technische Daten Ford EcoSport 1.0 EcoBoost:

Antriebsart: Vorderradantrieb | Hubraum: 1.000 cm³ | Leistung: 92 kW/125 PS | Drehmoment: 170 Nm bei 1.500 U/min | Vmax: 180 km/h | Beschleunigung 0-100 km/h: 12,7 Sekunden | Durchschnittsverbrauch: 5,3 l/100 km | CO2-Emission g/km: 125 | Preis: ab 20.200 Euro

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