Mazda MX-5 Skyactiv-G 160 ND Test: Wie ein kleiner Porsche Boxster

, 25.03.2016


Es braucht nicht der Porsche 718 Boxster zu sein: Noch leichter, noch agiler und intensiver denn je startet der neue Mazda MX-5 Sports-Line (Typ ND) durch. Keine modischen Turbos, kein Doppelkupplungsgetriebe und noch nicht einmal ein elektrisches Verdeck. Nur ein Zweisitzer mit einem Stoffverdeck, einem kompakten Vierzylinder-Motor und einer 6-Gang-Handschaltung. Wer jetzt denkt, dass Mazda gemächlich wurde, liegt völlig daneben. Die Japaner besannen sich vielmehr auf ihre Wurzeln und brachten den schärfsten MX-5 aller Zeiten auf den Markt - und das zum bezahlbaren Preis. Welche Vorteile der neue MX-5 besitzt und was er tatsächlich drauf hat, bringt dieser Test ans Licht.

Bereits der erste Blick zieht einen in den Bann: Das Design des Mazda MX-5 ND entfacht ein Feuer im Herzen und sticht aus der Masse heraus. Der angriffslustig gezeichnete Roadster scheint sich geradezu in der Fahrbahnoberfläche festzukrallen. Eine stark konturierte, nach unten abfallende Motorhaube, ein großer Kühlerschlund, schmale, scharf geschnittene LED-Scheinwerfer und kantige Linien: Statt eines Lächelns wie bei den Vorgängern, schaut der neue Mazda MX-5 schön grimmig - und das steht dem Nippon-Sportler bestens.

Die kurzen Überhänge und das knappe wie auch knackige Heck mit der Abrisskante stehen dem 3,915 Meter langen, 1,730 Meter breiten und 1,235 Meter hohen Mazda MX-5 ND wunderbar. Weitere Akzente setzen die Rückfahrtleuchten im unteren Teil der markanten Heckschürze und die runden Rückleuchten, von denen sich Leuchtelemente weit in die Kotflügel hineinziehen. Im Vergleich zum Vorgänger schrumpfte der neue Mazda MX-5 um 10,5 Zentimeter, nahm in der Breite um 1 Zentimeter zu und in der Höhe um 1 Zentimeter ab.

Porsche 718 Boxster vs. Mazda MX-5: Die große Verbindung

Zweifellos, der neue Porsche 718 Boxster steht für besonders dynamischen Fahrspaß unter freiem Himmel. Dem Mittelmotor-Sportwagen mit Heckantrieb wurde das Kurvenwildern in die Wiege gelegt. Doch das hat seinen Preis: Bereits die 300 PS kräftige Basis-Variante des Boxsters kostet mindestens 53.646 Euro - und ist damit für viele nicht erreichbar.

Doch auf puren Roadster-Fahrspaß brauchen Autoenthusiasten nicht zu verzichten: Den Mazda MX-5 gibt es mit 131 PS bereits ab 22.990 Euro. Wir testeten mit dem 160 PS starken Mazda MX-5 Skyactiv-G 160 Sports-Line die serienmäßig sehr umfangreich ausgestattete Top-Version, die mit 28.990 Euro in der Preisliste steht. Das ist deutlich günstiger als der Porsche Boxster. Aber gibt es dadurch weniger Fahrspaß beim Erobern der Kurvenreviere?

Nur 160 PS? Bei diesem Leichtgewicht ist keine große Power erforderlich!

Lässig den Startknopf gedrückt, erwacht der 2,0 Liter große Vierzylinder-Saugmotor zum Leben. Auf den ersten Blick klingen 160 PS bei 6.000 U/min und ein maximales Drehmoment von 200 Nm bei 4.600 Touren nicht nach viel Power. Allerdings besitzt der Mazda MX-5 Skyactiv-G 160 Sports-Line i-Eloop trotz der umfangreichen Ausstattung ein Leergewicht von nur 1.015 Kilogramm ohne Fahrer. Im fahrbereiten Zustand sind es nach EG-Richtlinie 1.090 Kilogramm. Das sind rund 100 Kilogramm weniger als der Vorgänger.

Bei einem derart niedrigen Gewicht und der hohen Agilität braucht dieser Roadster nicht mit Pferdestärken zu strotzen, um für maximalen Fahrspaß zu sorgen. In Kombination mit einem knackigen 6-Gang-Handschaltgetriebe spurtet der Mazda MX-5 Skyactiv-G 160 in 7,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erzielt eine Höchstgeschwindigkeit von 214 km/h.

Aufhorchen lässt neben dem geringen Gewicht die Kombination aus Frontmittelmotor und Hinterradantrieb. Dazu kommen bei der Sports-Line serienmäßig ein Sportfahrwerk mit Bilstein-Dämpfern und ein Sperrdifferenzial. Ebenfalls ohne Aufpreis an Bord befinden sich unter anderem ein Bose-Soundsystem, das Navigationssystem und hochglanzpolierte 17-Zoll-Leichtmetallfelgen in Brillantsilber. Für einen Aufpreis von nur 2.000 Euro gibt es exklusiv für die Sports-Line zum Paketpreis Recaro-Sportsitze, dynamisches Kurvenlicht und einen Spurwechsel-Assistenten.

Geradeaus fahren ist reine Zeitverschwendung

Bereits auf den ersten gefahrenen Metern lässt sich die Leichtigkeit des Mazda MX-5 spüren. Das hoch verdichtete Triebwerk reagiert spontan auf das Gaspedal und bietet eine harmonisch, früh ansteigende Drehmomentkurve. Wer sich den richtigen Fahrspaß wünscht, muss den Mazda MX-5 hochziehen - und danach giert er mit einer hohen Intensität. Der raue Motorsound treibt den Fahrer regelrecht dazu, den Motor hochzudrehen. Dazu trägt speziell bei höheren Motordrehzahlen in der „Sports-Line“-Ausstattung ein „Induction Sound Enhancer“ bei, der gezielt Motorgeräusche in den Innenraum überträgt und so das Klangerlebnis nochmals steigert.

Sein wahres Potential zeigt der Mazda MX-5 in Kurvenrevieren, von denen der kleine Japaner nicht genug bekommen kann. Er ist direkt und bietet ein sehr agiles Handling. Dank des niedrigen Fahrzeuggewichtes legt der Mazda MX-5 eine unglaubliche Leichtfüßigkeit an den Tag und lässt sich besonders einfach beherrschen.

Die tiefe Sitzposition, die viel Seitenhalt bietenden Recaro-Sportsitze und das kleine griffige Lederlenkrad mit einem Durchmesser von nur 36 Zentimetern steigern den Fahrspaß. Dazu besticht die präzise 6-Gang-Handschaltung durch 40 Millimeter kurze Schaltwege. Die Gangwechsel sind so einfach und genau, dass es fast so scheint, als ob der Schalthebel von allein in die richtige Position gezogen wird.

Je mehr Kurven die Straße besitzt, desto wohler fühlt sich der Mazda MX-5, der bissig und präzise einlenkt. Das Sportfahrwerk bietet eine stabile Straßenlage, könnte aber gerne straffer abgestimmt sein. Für ein noch heißeres Kurvenerlebnis besitzt der Mazda MX-5 ein Sperrdifferenzial an der antreibenden Hinterachse: Durch die Verlagerung des Drehmoments an das Rad mit dem besten Grip lässt sich der Roadster noch schneller aus Kurven herausbeschleunigen. Der Spaß ist durch die Agilität und den Sound so groß, dass sich der MX-5 schneller anfühlt als er tatsächlich ist.

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