Mercedes E-Klasse T-Modell 2017 Test: Die versteckten Stärken

, 19.03.2017


Große Klappe in der Business-Klasse: Das neue Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell (S213) soll Luxus mit Hightech und viel Raum vereinen. Doch erfüllt die E-Klasse tatsächlich die hohen Anforderungen an einen luxuriösen Kombi mit Fahrkomfort und viel Platz? Mehr noch: Wie gut kann sich die beliebte Variante, das Mercedes-Benz E 220 d T-Modell im Test, mit einem 194 PS starken Vierzylinder-Diesel im Verkehr behaupten und wie sparsam ist diese Motorisierung in der Praxis? Fragen, die sich Viele stellen. Wir liefern im Mercedes E-Klasse T-Modell Fahrbericht die Antworten.

Modern, stilsicher und dynamisch präsentiert sich das neue Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell in der „Avantgarde“-Ausstattung. Aus der langen Motorhaube entwickelt sich eine Silhouette, die über das lang gezogene, sportlich abfallende Dach spannungsvoll in ein kraftvolles Heck mit stärker geneigter Heckscheibe fließt.

Markant und präsent zeigt sich die Front mit einer verchromten Kühlerverkleidung, zwei Lamellen und großen Lufteinlässen mit Rautengitter. Beim Blick nach hinten fällt auf, dass Mercedes-Benz erstmals die serienmäßige Dachreling formintegrierte. Das Heck kennzeichnen breite Schultern und eine große Heckklappe, die ihre obere Begrenzung durch einen Dachspoiler mit dritter Bremsleuchte in LED-Technik findet. Ins Auge fallen ebenfalls die zweiteiligen LED-Heckleuchten mit integriertem Chromzierstab und ein schwarzer Einsatz in Diffusor-Optik, in dem die Macher zwei verchromte Endrohre der Abgasanlage integrierten.

Mercedes E-Klasse T-Modell Antrieb: Vier Zylinder versus 1,8 Tonnen

Fast 1,8 Tonnen wiegt das Mercedes-Benz E 220 d T-Modell. Dem gegenüber steht ein 2,0 Liter großer Vierzylinder-Turbodiesel mit 194 PS bei 3.800 U/min. Dazu kommt ein maximales Drehmoment von satten 400 Nm zwischen 1.600 und 2.800 Touren. Die Kraftübertragung an die Hinterräder erfolgt über ein 9G-Tronic-Automatikgetriebe.

Wer jetzt denkt, dass dieser Kombi nur Schleichen und Cruisen kann, täuscht sich gewaltig. Durch das hohe, früh anliegende Maximaldrehmoment gibt es eine satte Beschleunigung aus dem Drehzahlkeller heraus. Nur 7,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h stellen einen wirklich guten Wert für einen derart großen Kombi dar. Auch für Überholmanöver und spontane Zwischenspurts ist im mittleren Drehzahlbereich stets genug Power vorhanden. Erst bei einer Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h endet der Vortrieb bei unserem Mercedes E-Klasse T-Modell Test. Derweil wechselt die Automatik die Gänge sehr weich und stellt stets den zur Fahrsituation passenden Gang bereit.

Dieser Kombi kann sich mit dem Vierzylinder-Motor bestens im Verkehr und Alltag behaupten. Als überragend lässt sich derweil der Komfort bezeichnen: Die E-Klasse schluckt mit ihrer Luftfederung jegliche Bodenunebenheiten, besitzt dazu einen leisen Innenraum und bequeme Sitze für die Langstrecke. Das ist Komfort und entspanntes Fahren, wie man es sich vorstellt. Allerdings zeigt sich auch die Lenkung von ihrer entspannten Seite, die etwas zu leichtgängig ausfällt und wenig Feedback bietet.

Fahrmodi: Diesen Charakter hätte so niemand erwartet

Aber die E-Klasse kann auch anders und besitzt dazu verschiedene Fahrmodi, die sich auf die Gasannahme, die Lenkung, die Schaltcharakteristik und die Dämpfung auswirken. Im Alltag und auf Landstraßen lässt sich die Fahrt am besten im „Comfort“-Modus genießen. Einen ganz anderen Charakter zeigen die Modi „Sport“ und „Sport +“, die so niemand erwartet hätte: Mit einer reduzierten Seitenneigung und dank des hohen Grips sowie einer guten Beherrschbarkeit fährt der Kombi überraschend flott durch die Kurven. So agil wie ein BMW 5er Touring ist das E-Klasse T-Modell allerdings nicht. Darüber hinaus optimiert das System das Ansprechverhalten der Lenkung, so dass diese nicht mehr ganz so leichtgängig ausfällt. Wer sich vom Komfort der E-Klasse zu sehr vereinnahmen lässt, wird den „Sport +“-Modus fast zu hart empfinden.

Auf ein möglichst energieeffizientes Fahren richteten die Macher den „Eco“-Modus aus. Den Kraftstoffverbrauch gibt Mercedes-Benz für dieses Modell im Idealfall mit nur 4,2 Litern Diesel auf 100 Kilometern an, was einem CO2-Ausstoß von 109 g/km entspricht. Das ist das Niveau eines Kleinwagens, obwohl es sich hierbei um einen großen, schweren Kombi handelt. Allerdings muss sich ein Fahrer sehr bemühen, um nur annähernd diesen Wert zu erzielen. Bei einer sehr defensiven Fahrweise sind es in der Praxis eher rund 5,5 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer. Ohne auf den Verbrauch zu achten, kamen wir auf rund sechs Liter pro 100 Kilometer - ein wahrlich guter Wert bei einem derart großen Auto.

Drive Pilot: Das passiert, wenn man bei 210 km/h das Lenkrad loslässt

Die neue E-Klasse ermöglicht mit dem „Drive Pilot“ bis 210 km/h teilautonomes Fahren sowie zwischen 80 und 180 km/h automatisierte Spurwechsel. Eindrucksvoll zeigt Mercedes-Benz, wie weit sie das teilautonome Fahren bereits in einem Serienfahrzeug brachten. Bis auf die Tatsache, dass ich ca. alle 30 Sekunden kurz meine Hände ans Lenkrad legen muss, übernimmt die E-Klasse das Fahren auf der Autobahn, bremst bei langsameren Autos sowie Tempolimits automatisch ab und gibt bei freier Bahn erneut bis zur individuell eingestellten Geschwindigkeit wieder Gas. Während ich mich zurücklehne, vermittelt mir das Auto ein echtes Gefühl von Sicherheit.

Sogar auf Landstraßen mit deutlich erkennbaren Fahrbahnlinien arbeitet das System ohne vorausfahrende Fahrzeuge, sofern es sich um moderate Kurven handelt. Insbesondere bei zähfließendem Verkehr und Staus profitieren die Besitzer deutlich von dem Plus an Entspannung. Bei scharfen Kurven und roten Ampeln ohne einen Vorausfahrenden muss der „Drive Pilot“ noch passen und würde kompromisslos geradeaus weiter fahren.

Doch die E-Klasse kann nicht nur teilautomatisiert geradeaus fahren. Beeindruckend funktioniert der Spurwechsel zum Überholen auf mehrspurigen Straßen: Den Blinkerhebel beim teilautonomen Fahren komplett heruntergedrückt oder hochgezogen, scannt die E-Klasse im Test den Verkehr auf der Nachbarspur und schert sanft in den fließenden Verkehr der anderen Spur ein, wenn diese als frei erkannt wurde - ohne, dass ich auch nur ansatzweise die Hände am Lenkrad habe.

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