Opel Cascada Cabrio Test: Der Oben-ohne-Angriff

, 16.06.2013


Opel möchte mit dem neuen Cascada ordentlich in der Cabrio-Mittelklasse wildern und erweckt bei sich die Tradition der viersitzigen Cabriolets mit Stoffdach erneut zum Leben, wie sie in den 1950er- und 1960er-Jahren der Kapitän und der Rekord repräsentierten - allerdings in völlig neuem, frischem Gewand und mit hochmodernen Technologien. Dabei zieht Opel sogar selbstbewusst Vergleiche mit dem aktuellen Mercedes-Benz E-Klasse Cabrio. Ob das gerechtfertigt ist, soll ein Test zeigen, der zu einem überraschenden Ergebnis führte.

Optisch passt Opel immer mehr Modelle an das neue Familiengesicht an. So erhielt der Cascada eine Front, die stark an den sportlichen Astra GTC erinnert. Die Karosserieaufteilung erweist sich dagegen nach Generationen von Kompaktklasse-Cabrios wie dem Opel Kadett oder dem Opel Astra wieder proportional klassisch: lange Front, langes Heck und zwischendrin eine elegante Fahrkabine, die bei Bedarf ein Stoffverdeck abdeckt. Mit 4,70 Metern ist der elegante Cascada so lang wie das große Mercedes E-Klasse Cabrio.

Die maskulin wirkende Front mit einem großen, in der Mitte platzierten Lufteinlass und den in einer haifischflossenartigen Applikation eingefassten Nebelscheinwerfern setzen markante Akzente. Hinzu kommen die neuen Scheinwerfer mit einem sichelförmigen Tagfahrlicht und ein kleiner Powerdome auf der Motorhaube. Die Seitenlinie bringt derweil eine Menge Harmonie in die gesamte Erscheinung.

Ins Auge stechen bei dem neuen Schmuckstück darüber hinaus viele passende Chromapplikationen. So betont eine horizontal um den Passagierraum verlaufende Chromleiste die sanft hochgezogene Taille und markiert den Übergang zwischen Karosserie und Stoffverdeck. Die langgezogenen Rückleuchten unterstützt optisch eine Zierleiste aus Chrom.

Offen wie auch geschlossen macht der Opel Cascada eine elegante Figur, während andere Hersteller oftmals nur Wert darauf legen, dass das Fahrzeug mit geöffnetem Verdeck gut aussieht. Das Stoffverdeck des Cascadas lässt sich bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h innerhalb von 17 Sekunden öffnen - oder auch beim gelassenen Annähern mit einem coolen Knopfdruck auf die Fernbedienung. Eine zusätzlich eingezogene Polyester-Vlies-Schicht zwischen der äußeren Dämmschicht und der Innenraumverkleidung ermöglicht eine beeindruckend positive Akustik im Innenraum.

Zur Gewichtsreduktion arbeiteten die Macher sogar Magnesiumteile in die Dachstruktur ein. Abgeschlossen wird das an Oberklasse-Cabrios erinnernde Dach durch eine beheizbare Heckscheibe, die sich nahtlos in das gesamte Designkonzept einpasst. Ebenso fällt positiv auf, dass sich das Verdeck bei hohem Tempo nicht aufbläht.

Neuer Motor und sportliche Trümpfe

Für den Vortrieb unseres Testfahrzeuges sorgt der neue 1,6 Liter große SIDI Turbo-Benziner mit 170 PS und 260 Nm Drehmoment bzw. mit Overboost temporär 280 Nm, die von 1.650 bis 4.250 Touren anliegen. Bei einer Drehzahl von ca. 2.000 bis 4.000 U/min setzt der Turbolader an und schiebt den Cascada souverän nach vorne. Beim schaltfaulen Cruisen spielt der Motor mit dem rund 1,7 Tonnen schweren Cabrio seine Vorzüge aus und spurtet in Kombination mit einer manuellen 6-Gang-Schaltung in 9,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Der Vortrieb endet bei 222 km/h. Im Idealfall liegt der von der persönlichen Fahrweise abhängige Durchschnittsverbrauch laut Opel bei 6,3 Litern pro 100 Kilometer.

Die entspannte Cabrio-Ausfahrt in den Sonnenuntergang bei geöffnetem Verdeck unterstützt das FlexRide-Fahrwerkssystem, das neben dem „Standard-Modus“ einen spürbar komfortbetonten „Tour“-Modus bietet. Auch mit heruntergelassenem Windschott stören die Windgeräusche und die Verwirbelungen kaum, so dass die Insassen dabei den sommerlichen Abendwind genießen können.

Wer gemütlich durch die Stadt oder Richtung Sonnenuntergang cruist und auf die Landstraße kommt, wählt den „Sport“-Modus. Durch das hohe Gewicht wird der Opel Cascada mit dem 1,6 Liter großen SIDI-Turbobenziner jedoch kein Sportler: Der Fahrer muss für eine sportlichere Herangehensweise einen Gang herunterschalten und den Motor hochdrehen, da die 170-PS-Version im oberen Drehzahlbereich leider nicht so gut am Gas hängt. Stärkere Benziner sind geplant und der Power-Diesel 2.0 BiTurbo CDTI mit 195 PS und viel Drehmoment, der das hohe Gewicht locker handeln sollte, kommt in Kürze.

Der Cascada besitzt durchaus sportliche Trümpfe. Durch den Einbau der im Opel Insignia OPC erprobten HiPerStrut-Vorderradaufhängung (High Performance Strut = Hochleistungsfederbein), welche die Dämpfungs- und Lenkfunktionen entkoppelt, verfügt der Cascada über ein sportliches Fahrwerk, das die verwindungssteife Karosserie ideal unterstützt und beim Cascada eine komfortbetonte Agilität zeigt, die den Fahrspaß steigert.

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