Porsche 911 Carrera S Cabrio (2013) Test - Die ungezügelte neue Generation

, 01.04.2012


Kurvenjäger im Zeichen der Effizienz

Das neue Porsche 911 S Carrera Cabrio spielt nicht nur als scharfer Kurvenjäger seine Stärken aus, sondern - ohne die Aktivierung der Sport-Modi - auch als Cruiser im Alltag. Es wird vermutlich kaum einen echten Porsche-Fahrer interessieren, aber für die gesellschaftliche Akzeptanz ist er gut: der niedrige Spritverbauch, den fortan eine Start-Stopp-Automatik unterstützt, die sich auf Wunsch deaktivieren lässt.

Porsche gibt den durchschnittlichen Kraftstoffkonsum des neuen Carrera S Cabrios in Verbindung mit dem optionalen Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) und „Sport Chrono Paket“ mit 8,9 Litern pro 100 Kilometer an. Das entspricht einer Verbrauchsreduzierung von 13,6 Prozent im Vergleich zum Vorgänger.

Wir nutzten die Gelegenheit für eine entspannte Fahrt entlang der Küste und über die Autobahn, aber auch durch Städte am Meer. Wenn man es darauf anlegt, lässt sich das Porsche Carrera S Cabrio PDK durchaus im Durchschnitt mit rund 10 Litern fahren. Aber welcher Fahrer kann sich bei der Dynamik zurückhalten, die das neue Cabrio verströmt und beim ersten Druck auf das Gaspedal entfacht?

Interieur: Sportlichkeit in Einklang mit Komfort

Passend zum modernen Exterieur-Design entwarf Porsche einen Innenraum, dessen Architektur sich an der des Porsche Carrera GT orientiert. Durch die nach vorne ansteigende Mittelkonsole mit dem rennsporttypisch hoch, besonders nah am Lenkrad liegenden Wählhebel wird der Fahrer jetzt noch stärker in das Cockpit integriert. Umfangreiche Individualisierungsmöglichkeiten bei den Interieur-Farben und Materialien wie Carbon, Leder, Holz oder Aluminium runden die Maßnahmen für den Innenraum ab. Wie bei Porsche üblich, glänzt auch das neue Carrera Cabrio durch eine präzise und hohe Verarbeitungsqualität bis ins Detail.

Hohen Komfort und zugleich sportlichen Halt in scharf durchfahrenen Kurven bieten serienmäßig die elektrisch verstellbaren Sportsitze. Derweil liegt das Sportlenkrad mit einem griffigen Lenkradkranz exzellent in der Hand. Wie im Exterieur finden sich innen klassische Porsche-Elemente wieder: das über den Betriebszustand des Fahrzeugs informierende Kombiinstrument mit fünf Rundinstrumenten - eines davon ein hochauflösender Multifunktionsbildschirm, der zentrale Drehzahlmesser und das Zündschloss links vom Lenkrad.

Neu im Kombiinstrument ist der hochauflösende 4.6-Zoll-TFT-Farbbildschirm rechts vom Drehzahlmesser für Informationen des Bordcomputers, des Audio-Systems oder der Karte des Navigationssystems, was wir zu schätzen lernten. Die neue Klimaautomatik mit zwei getrennt regelbaren Temperaturzonen für Fahrer und Beifahrer ist Serie.

An Bord unseres Testwagens setzt sich das optional erhältliche Porsche Communication Management (PCM) als zentrales Informations- und Kommunikationssystem in Szene. Hauptmerkmal ist der 7 Zoll große Touchscreen zur intuitiven Steuerung. Die Bildschirmdarstellung erweist sich mit maximal fünf Listeneinträgen pro Seite übersichtlich. Sollte Unklarheit herrschen, befindet sich in der Fußzeile des Bildschirms eine Hilfefunktion. Das Modul umfasst neben dem Radio unter anderem eine Festplattennavigation mit unterschiedlichen Darstellungsmöglichkeiten und ein DVD-Audio-Laufwerk. Gegen Aufpreis erhältlich sind beispielsweise ein Telefonmodul und ein TV-Tuner.

Fazit:

Das neue Porsche 911 Carrera Cabrio ist das optisch wohl schönste Carrera-Cabrio aller Zeiten und bietet puren Fahrspaß unter freiem Himmel mit einem tollen Sounderlebnis. Der offene Elfer weiß sowohl als Fahrmaschine zu überzeugen sowie als Cruiser und Begleiter im Alltag. Echte negative Seiten? Fehlanzeige! Dieses Cabrio ist der nahezu perfekte offene Sportwagen, der nur wenige Luxus-Schwächen aufweist.

Bei einem Stopp an einem Golfplatz kam auf uns ein Golfspieler zu, der seit vielen Jahren den Elfer als Coupé fährt und sich von der Optik des Cabrios ziemlich begeistert zeigte. Doch für ihn stellte sich eine alles entscheidende Frage: Passt die Golftasche quer auf die Rücksitze? Leider nicht - der Golfspieler bevorzugt weiter das Coupé. Die Rücksitze sind seit jeher kosmetischer Natur und dienen eher als Ablage für kleinere Taschen oder leichtes Gepäck; denn Beinfreiheit gibt es nicht wirklich.

Das Rückwärtsfahren erleichtert beim Einparken serienmäßig eine akustische Abstandswarnung am Heck. Gegen Aufpreis erhältlich ist neben der akustischen Warnung eine optische Anzeige des Abstandes vor und hinter dem Fahrzeug mittels farbiger Darstellung des unmittelbaren Nahbereiches. Leider aktuell für das Porsche Carrera Cabrio nicht erhältlich: eine Rückfahrkamera. Früher funktionierte das Einparken auch ohne dieses technische Feature, aber heutzutage gehört eine Rückfahrkamera auf Wunsch einfach dazu.

Die Preise für das neue Porsche 911 Carrera S Cabrio beginnen bei 114.931 Euro. Doch die Aufpreisliste ist lang und kann sich schnell um etliche tausend Euro summieren, wie zum Beispiel durch das „Sport Chrono Paket“, die Keramik-Bremsanlage oder das Navigationssystem.

Das Porsche 911 Cabrio besaß einen Anteil von etwa 40 Prozent aller Bestellungen der vorherigen 997-Baureihe. Porsche rechnet damit, dass der Anteil der Cabrio-Fahrer bei der neuen 991-Baureihe steigen wird.


Technische Daten Porsche 911 Carrera S Cabrio PDK

Antriebsart: Heckantrieb | Hubraum: 3.800 cm³ | Leistung: 294 kW/400 PS | Drehmoment: 440 Nm bei 5.600 U/min | Vmax: 299 km/h | Beschleunigung 0-100 km/h: 4,5 Sekunden (mit Sport Plus 4,3 Sekunden) | Durchschnittsverbrauch: 8,9 l/100 km | CO2-Emission g/km: 210 | Basispreis Porsche Carrera S Cabrio: EUR 114.931

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