Seat Ibiza Cupra 2016 Test: Das kann der neue Asphalt-Fighter

, 15.02.2016


Stärker, schneller und noch dynamischer: Der Seat Ibiza Cupra erhielt zum Modelljahr 2016 ein größeres Triebwerk, um es mit 192 PS richtig krachen zu lassen. Ohne Zweifel, das ist viel Leistung für ein kleines Auto. Dazu verpassten die Spanier der heißen Rennsemmel neue Features für noch schärfere Kurvendurchfahrten. Das reicht uns dennoch nicht. Wir wollen wissen, wie es tatsächlich um den Fahrspaß steht und was der überarbeitete Seat Ibiza Cupra wirklich drauf hat.

Satt und kraftvoll steht der Seat Ibiza Cupra auf der Straße. Das expressive, emotionale Design ist ganz auf einen Angriffskurs ausgerichtet; denn zu verstecken braucht sich der kleine Heißsporn keineswegs. Die kantige Linie der serienmäßigen Bi-Xenon-Leuchten mit Kurvenlicht setzt Akzente, während das LED-Tagfahrlicht die Linie der Scheinwerfer nachzeichnet und den Seat Ibiza Cupra wie ein Raubtier wirken lässt, das seine nächste Beute sucht. Auch die Heckleuchten erscheinen in LED-Technik.

Die Seitenansicht des dreitürigen Coupés besticht durch scharf geschnittene Linien, die den sportlichen Auftritt weiter hervorheben. Als Hingucker erweisen sich die bei unserem Testwagen schwarz glänzend lackierten 17-Zoll-Felgen, die zusammen mit den im gleichen Farbton versehenen Außenspiegeln einen klaren Kontrast zur Lackierung des Fahrzeugs setzen. Muskulös das Heck: Der breite Stoßfänger rahmt den stattlichen, mattschwarzen Diffusor mit der trapezförmigen Auspuffblende ein.

Jetzt geht es richtig zur Sache: Der stärkste Seat Ibiza Cupra aller Zeiten

Statt Downsizing setzt Seat auf einen hubraumstärkeren Motor. Vorbei sind die Zeiten des kleinen 1,4-Liter-Turbobenziners mit 180 PS. Jetzt gelangt das aus dem VW Polo GTI bekannte 1.8 TSI-Aggregat mit Turbolader zum Einsatz. Die Leistung stieg zwar nur um 12 PS auf 192 PS. Aber der größere Fortschritt liegt im Drehmoment: Statt der bisherigen 250 Nm stehen nun 320 Nm zur Verfügung - und zwar im sehr breiten Drehzahlbereich von 1.450 bis 4.200 U/min, wodurch Überholmanöver zur Leichtigkeit werden.

Das Gaspedal gedrückt, schießt der Seat Ibiza Cupra nach vorne. Ohne Schwäche zieht der Spanier flott durch das Drehzahlband auf über 6.500 Touren. Die 192 PS haben leichtes Spiel mit dem kleinen Spanier, der nur 1.260 Kilogramm wiegt. Mit einer Spurtzeit von 0 auf 100 km/h in 6,7 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h gehört der Seat Ibiza Cupra auf jeden Fall zur Topliga der sportlichen Kleinwagen. Zum Vergleich: Beim Vorgänger waren es noch 6,9 Sekunden für den klassischen Sprint, eine Top-Speed von 228 km/h.

Die Kraftübertragung an die Vorderräder erfolgt über ein manuelles 6-Gang-Getriebe, das sich leicht und exakt schalten lässt. Dazu kann der Fahrer über die Handschaltung ideal mit dem massiven Drehmoment spielen. Dem gegenüber steht im Idealfall ein Durchschnittsverbrauch von 6,2 Litern Benzin auf 100 Kilometern. Aber das ist abhängig vom persönlichen Fahrstil und vor allem fällt es schwer, sich bei dieser Rennsemmel zurückzuhalten - zu groß ist der Spaß.

Fahrwerk: Purer Fahrspaß! Das Handling in Kurven weiter verbessert

Doch Power alleine reicht nicht aus, um einen Sportler zu schaffen. Daher stimmten die Macher das Fahrwerk des Seat Ibiza Cupra auf maximale Agilität und Präzision ab. Das Sportfahrwerk reduziert die Seitenneigung ohne die Härte, wie sie vom Ford Fiesta ST bekannt ist. Das Handling perfektioniert zudem die präzise Lenkung.

Darüber hinaus befindet sich das elektronische Quer-Sperrdifferential XDS an Bord, das die Tendenz zum Untersteuern (Schieben über die Vorderachse) reduziert und das Handling insbesondere in schnell gefahrenen Kurven verbessert. Sobald die Elektronik erkennt, dass eines der kurveninneren Räder zu sehr entlastet wird, baut die Hydraulik der elektronischen Stabilitätskontrolle ESC an diesem Rad gezielt und für den Fahrer unbemerkt einen Bremsdruck auf, um erneut die optimale Traktion herzustellen. Erst am Limit ist das Untersteuern vorherrschend, das sich allerdings durch ein spätes Bremsen oder Lupfen des Gaspedals vermeiden lässt.

Mit seinen kompakten Dimensionen spielt der Seat Ibiza Cupra in Kurvenrevieren seine Agilität vollends aus. Neu beim Seat Ibiza Cupra ist das serienmäßige „Cupra Drive Select“, über das der Fahrer auf Knopfdruck die Charakteristik des Sportlers anpassen vermag. Dazu gehört die „Cupra Selective Suspension“ (Fahrwerksregelung), die dem Fahrer die Wahl zwischen einer komfortableren und einer spürbar sportlicheren Abstimmung bietet und die Lenkung beeinflusst. Die elektronische Stabilisierungskontrolle hält sich dazu erfreulich lange zurück. Das schönste daran ist: Der Seat Ibiza Cupra lässt sich dabei auf leichte Weise schnell fahren.

Genau so muss es sein: Den Innenraum deutlich aufgewertet

Deutlich fallen die Aufwertungen im neu gestalteten Innenraum aus. Wo zuvor Hartplastik das Armaturenbrett dominierte, finden sich nun angenehme Softtouch-Oberflächen. Noch erfreulicher: In die Mitte des Armaturenbrettes integrierten die Macher jetzt einen 6,5 Zoll beziehungsweise 16,5 Zentimeter großen Touchscreen für das Infotainment-System, über den sich auf einfache Weise neben der Navigation zahlreiche Fahrzeugfunktionen steuern lassen. Weitere Akzente setzen das Lederlenkrad und die Pedalerie im Alu-Look.

Für den passenden Seitenhalt beim Kurvenspaß sorgen die mit Leder bezogenen Sportsitze, ohne den Komfort zu vernachlässigen. Vorne finden locker 1,95 Meter große Personen Platz, während es hinten etwas enger zugeht und es sich dort maximal 1,75 Meter große Insassen bequem machen können.

Full Link: Immer vernetzt und smart verbunden

Internet gibt es selbstverständlich ebenfalls an Bord. Die Konnektivitäts-Lösung „Seat Full Link“ integriert neben MirrorLink die Funktionen von „Apple Car Play“ und von „Android Auto“. Die Nutzer können bei voller Konzentration auf die Straße online sein und die jeweils freigegebenen Funktionen bequem und sicher über den Touchscreen nutzen. Bei iOS beispielsweise sind das derzeit die Bereiche Telefon, Nachrichten, Musik und Maps.

„MirrorLink“ stellt eine weitere Technologie dar, das Smartphone und viele seiner Funktionen und Apps über das Infotainment-System des Seat Ibiza Cupra zu bedienen. Dazu wird die Smartphone-Bedienoberfläche auf den Touchscreen im neu gestalteten Cockpit gespiegelt. Das funktioniert problemlos mit einer wachsenden Zahl von MirrorLink-kompatiblen Android-Smartphones.

Die neue „Seat DriveApp“ wurde exklusiv für die Nutzer von „SeatFull Link“ sowie „MirrorLink“ entwickelt und bietet eine ganze Reihe innovativer Funktionen, die sich im Seat Ibiza Cupra oder auch außerhalb des Fahrzeugs nutzen lassen. So ist es möglich, sich beispielsweise den Touchscreen im Fahrzeug mit lokalen Wettermeldungen oder Kontakten zu personalisieren. Mit „Text to Speech” liest die DriveApp die neuesten Posts aus Facebook oder Twitter vor, während „Challenger“ interessante Herausforderungen bietet, um das eigene Fahrkönnen in puncto Verbrauchssenkung zu optimieren. Die Funktion „Where is my Car“ speichert beim Verlassen des Fahrzeugs die aktuelle Position und findet den Ibiza damit jederzeit wieder.

Fazit:

Der Seat Ibiza Cupra hat es nach dem Facelift faustdick unter der Haube. Durch den neuen, drehmomentstarken Motor und das schärfere Fahrwerk bietet der spanische Heißsporn einen Fahrspaß wie nie zuvor. Dazu lässt sich die agile Rennsemmel einfach und sicher fahren.


Technische Daten Seat Ibiza Cupra 2016:

Antriebsart: Frontantrieb
Hubraum Vierzylinder-Motor: 1.798 cm³
Leistung: 141 kW/192 PS bei 4.300-6.200 U/min
Drehmoment: 320 Nm bei 1.450-4.200 U/min
Getriebeart: 6-Gang-Handschaltgetriebe
Vmax: 235 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 6,7 Sekunden
Leergewicht: 1.260 Kilogramm
Durchschnittsverbrauch: 6,2 l/100 km
CO2-Emission: 145 g/km
Preis: ab 23.060 EUR

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