Toyota Auris Hybrid 2013 Test: Zwei Herzen gegen den Golf

, 01.07.2013


Um den bei vielen Hybrid-Fahrzeugen durch das automatische CVT-Getriebe vorhandenen „Gummibandeffekt“ (nach dem Tritt auf das Gaspedal jault der Motor auf und der Vortrieb setzt erst später ein) zu umgehen, braucht der Fahrer das Gaspedal nicht ganz durchzudrücken, so dass die Motordrehzahl langsamer beziehungsweise linear zur Geschwindigkeit ansteigt und so ein natürlicheres Fahrgefühl beim Beschleunigen vermittelt.

Es geht noch mehr: Die gehörige Portion Fahrspaß

Der Toyota Auris Hybrid bereitet nicht nur in der Stadt mit seinem komfortablen und zugleich dynamischen Fahrerlebnis viel Freude beim Fahren; er lässt sich auch ohne Bedenken in die Berge mit vielen Kurven entführen. Dabei überzeugt der Auris durch sein leicht beherrschbares Fahrverhalten und die reduzierte Wankneigung dank einer bei allen neuen Auris-Modellen erfolgten Tieferlegung um 10 Millimeter und eines auf Fahrspaß getrimmten Fahrwerkes.

Sollte es der Fahrer bei dynamischer Kurvenfahrt übertreiben, hält die elektronische Stabilitätskontrolle VSC den Auris sicher auf Kurs, während eine Antriebsschlupfregelung dafür sorgt, dass die Räder bei feuchtem Grund nicht den Grip verlieren. Die Sicherheitsausstattung umfasst außerdem das Antiblockiersystem ABS mit der elektronischen Bremskraftverteilung EBD und einen Bremsassistenten.

In der City unterstützt die direkte und bei niedrigen Geschwindigkeiten leichte Lenkung das Rangieren auf engem Raum. Bei höheren Geschwindigkeiten könnte die Lenkung mehr Rückmeldung bieten. Trotz der eher straffen Federung zeigt sich der Toyota Auris Hybrid erstaunlich komfortabel und schluckt Unebenheiten sowie schlechte Wegstrecken gelassen weg.

Innenraum: Größer und komfortabler

Der Innenraum des neuen Toyota Auris bietet mehr Raum und Komfort als bei seinem Vorgänger. Toyotas Ziel war es ferner, eine hochwertige Anmutung zu bieten. Unser Testwagen besitzt die „Executive“-Topausstattung, die durch Echtleder-Einsätze am Armaturenbrett und ein Lenkrad mit Nappaleder besticht, während die Macher die Sitze mit schwarzem Velours und an den Sitzwangen mit Echtleder bezogen.

Durch ein Soft-Touch-Material glänzen darüber hinaus die Oberseiten von Armaturentafel und Türverkleidungen. Silberfarben lackierte Applikationen setzen weitere Akzente. Leider trüben den ansonsten positiven Eindruck hartes, aber dennoch gut verarbeitetes Plastik im unteren Bereich des Armaturenbrettes, bei der Mittelkonsole und den Türverkleidungen.

Die vorderen Sitze sind bequem und bieten neben der Längs- eine Höhenverstellung. Den Komfort unterstreichen in der „Executive“-Ausstattung serienmäßig eine Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer sowie eine elektrisch einstellbare Lendenwirbelstütze. Zur idealen Sitzposition trägt ebenfalls das in Höhe und Weite verstellbare Lenkrad bei. Sogar im Fond finden bis zu 1,80 Meter große Insassen genügend Platz. Die Rücksitze könnten jedoch etwas stärker konturiert sein.

Das neue Kombinationsinstrument zeigt sich in einem klaren, schlichten Design und lässt sich bestens ablesen. Praktische Ausstattungsmerkmale und großzügige Ablagemöglichkeiten im Innenraum unterstreichen die Alltagstauglichkeit des neuen Toyota Auris. Dazu zählen neben dem riesigen Handschuhfach ein Sonnenbrillenfach, ein Münzfach, vier Getränke- und vier Flaschenhalter, Ablagen in der vorderen und hinteren Mittelkonsole für kleinere Gegenstände, drei 12-Volt-Anschlüsse und ein USB-/AUX-Eingang für das Audiosystem.

Serienmäßig glänzt der Toyota Auris Executive außerdem mit dem neuen automatischen Einparksystem „SIPA“ (Simple Intelligent Parking Assist). Das System erkennt einen geeigneten Parkplatz mittels der Rückfahrkamera sowie seitlicher Ultraschall-Sensoren im vorderen Stoßfänger und steuert ihn automatisch an. Der Fahrer muss dabei nur noch die Fahrgeschwindigkeit regulieren. Ebenso an Bord befinden sich unter anderem ein Smart-Key-System zum schlüssellosen Ver- und Endriegeln sowie Starten des Auris auf Knopfdruck und eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik.

Touch & Go: Preiswertes Navigationssystem mit cleveren Extras

Eines der wichtigsten Serien-Features stellt das Multimedia-Audiosystem „Toyota Touch“ mit einem 6,1 Zoll großen Farbtouchscreen-Monitor, einer Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Lenkradbedienelementen, einem AUX-Anschluss und einer USB-Schnittstelle mit iPod-Steuerung dar. Zugleich lassen sich auf dem Display sowohl die Energiefluss-Anzeige des Hybrid-Systems als auch Verbrauchsinformationen einblenden. Standardmäßig ist „Toyota Touch“ mit einer Rückfahrkamera verbunden.

Für 550 Euro lässt sich die Basisvariante um eine Navigationsfunktion mit einer erweiterten Konnektivität sowie Zugang zu Online-Content zum „Toyota Touch & Go“ erweitern. Das einfach zu bedienende System umfasst alle beliebten Navigationsfunktionen wie etwa eine erweiterte Stauvermeidung sowie eine Anzeige der zulässigen Höchstgeschwindigkeit.

Zudem errechnet das System nicht nur die schnellste oder kürzeste Route zum Ziel, sondern auf Wunsch sogar die umweltverträglichste Fahrstrecke. Darüber hinaus weist „Touch & Go“ Funktionen zum Senden und Empfangen von SMS auf, die der Fahrer über das Display des Multimedia-Systems zu bedienen vermag. Ebenso wichtig: Das System lässt sich leicht mit neuen Funktionen, neuem Kartenmaterial und den neuesten Apps aktualisieren.

Fazit:

Der Hybrid-Antrieb des Toyota Auris überzeugt auf ganzer Linie: Er ist sparsam und flott zugleich. Für Fahrspaß sorgt darüber hinaus das neu abgestimmte Fahrwerk. Dazu kommt eine reichhaltige Serienausstattung, mit welcher der Toyota Auris Hybrid gegenüber dem VW Golf auch preislich zu punkten weiß.

Bereits die Basis-Hybrid-Variante Auris Life für 22.950 Euro enthält unter anderem ein Multimedia-Audiosystem mit Farbtouchscreen und Rückfahrkamera. Die „Executive“-Ausstattung mit einem Aufpreis von nur 1.500 Euro ist zu empfehlen und bietet zusätzlich attraktive Komfort-Features, wie zum Beispiel eine automatische Einparkfunktion, eine Klimaautomatik, ein Smart-Key-System und beheizbare Sitze.

Toyota rechnet damit, dass sich in Europa etwa 33 Prozent der Kunden für die Hybrid-Version entscheiden. Alleine vom Schrägheckmodell plant Toyota über alle Motoren hinweg in Europa ein Absatzziel von 100.000 Auris-Einheiten jährlich - das ist ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorgänger. Im Juli 2013 folgt bereits der Kombi unter der Bezeichnung „Touring Sport“, der den Absatz weiter ankurbeln dürfte und ebenfalls mit einer Hybrid-Variante durchstarten wird, um den europäischen Platzhirschen weitere Kunden abzujagen. Die passenden Zutaten zum attraktiven Preis bringt der Auris definitiv mit.


Technische Daten Toyota Auris Hybrid Executive:

Antriebsart: Frontantrieb | Hubraum Vierzylinder-Benzinmotor: 1.798 cm³ | Leistung Benzinmotor: 73 kW/99 PS | Drehmoment Benzinmotor: 142 Nm bei 4.000 U/min | Leistung Elektromotor: 60 kW/82 | Drehmoment Elektromotor: 207 Nm | Gesamtsystemleistung: 100 kW/136 PS | Vmax: 180 km/h | Beschleunigung 0-100 km/h: 10,9 Sekunden | Durchschnittsverbrauch: 3,9 l/100 km | CO2-Emission: 91 g/km | Preis: ab 25.500 EUR

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