VW e-Golf Test: Jetzt schlägt die Stunde der Kilowatt

, 07.04.2014


Oben herum lässt der e-Golf jedoch ein wenig nach: Tempo 100 erreicht das Elektroauto aus dem Stand in 10,4 Sekunden. Auf der Autobahn pendelt sich die Höchstgeschwindigkeit elektronisch begrenzt auf 140 km/h ein, damit sich die Batterie nicht zu schnell entleert. Diese Geschwindigkeit reicht für die Innenstadt, die Stadtautobahn und das Umland vollkommen aus. Bemerkenswert: Die imposante Stille beim Fahren erinnert an ein Auto aus der Oberklasse.

Den Verbrauch gibt Volkswagen mit nur 12,7 kWh auf 100 Kilometern an. Die Strompreise unterscheiden sich bei den Anbietern. Aber ausgehend von aktuell oftmals üblichen 0,26 Euro je kWh, betragen die Energiekosten nur 3,32 Euro pro 100 Kilometer. Wie viel Liter Benzin oder Diesel das eigene, konventionell betriebene Auto auf 100 Kilometern schluckt und wie hoch der Preis pro Liter ist, dürfte jeder selbst wissen und den signifikanten Unterschied sofort erkennen.

Gewusst wie: So lässt sich eine hohe Reichweite erzielen

Wer ständig das Gas durchdrückt und auf Speed fährt, wird die Batterie schneller leeren. Verwehren kann man es niemanden; denn die leidenschaftlichen Ampelsprints und Zwischenspurts, aber auch die tief zwischen den Achsen platzierte Batterie und der damit einhergehende tiefe Schwerpunkt für Dynamik in Kurven tragen zu einem guten Fahrgefühl bei. Spaß bietet der e-Golf allemal. Doch Schluss damit: Jetzt soll der e-Golf seine sparsame Fahrweise unter Beweis stellen.

Zwei elementar wichtige Technologien zur optimalen Nutzung der Bordenergie stellen die zwei ökonomisch ausgelegten Fahrprofile „Eco“ und „Eco+“ sowie die vier verschiedenen Rekuperationsstufen „D1“, „D2“, „D3“ und „B“ dar. Wer die hohe Reichweite möchte, wählt den Modus „Eco“. In diesem Fall nimmt das System unter anderem die maximale Leistung der E-Maschine auf 70 kW/95 PS und das Anfahrdrehmoment auf 220 Nm zurück. Parallel reduziert die Elektronik die Leistung der Klimaautomatik und ändert die Fahrpedalkennlinie. Der e-Golf ist jetzt bis zu 115 km/h schnell und beschleunigt in 13,1 Sekunden auf 100 km/h.

Für Hardcore-Fahrer: Im Modus „Eco+“ begrenzt die Elektronik die Leistung auf 55 kW/75 PS und das Anfahrdrehmoment auf 175 Nm. Gleichzeitig wird die Fahrpedalkennlinie noch flacher und - wer es mag - sogar die Klimaanlage deaktiviert. Der e-Golf erreicht jetzt eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h und beschleunigt entsprechend langsamer. Gleichwohl lassen sich via Kickdown - in „Eco“ wie „Eco+“ - die volle Leistung, das maximale Drehmoment und die Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h abrufen.

Für eine effiziente Fahrt noch wichtiger: Über die Funktion der Fahrmodi hinaus lässt sich die Reichweite besonders mit der Rekuperationsfunktion beeinflussen. Hier stehen fünf Stufen zur Verfügung: „D“ (ohne Rekuperation), „D1“, „D2“, „D3“ und „B“. Mittels Rekuperation lässt sich der e-Golf bewusst verzögern, insbesondere über den im richtigen Moment genutzten „B“-Modus (Brake). Vorausschauende Fahrer können nahezu auf das Bremspedal verzichten und durch die Rekuperation die Reichweite deutlich länger hoch halten.

Die Stufe „D1“ rekuperiert und verzögert dabei am wenigsten, die Stufe „B“ am stärksten. Die Verzögerung via Rekuperation ist in den Stufen „D2“, „D3“ und „B“ so intensiv, dass in diesem Fall automatisch die Bremslichter aktiviert werden. Die von Volkswagen angegebene praxisnahe Reichweite, je nach Streckenprofil, Fahrweise und Zuladung, zwischen 130 und 190 Kilometern ist bei angepasster Fahrweise in der Tat realistisch. Dazu reichen der Blick auf die Fahrleistungsanzeige und eine bedachte Fahrweise im „Eco“-Modus mit aktivierter Klimaanlage, auf die vermutlich nur wenige verzichten möchten, vollkommen aus.

Bevor die Batterie leer ist und der Fahrer die angezeigte Restreichweite in dem zwischen Fahrleistungsanzeige und Tacho angeordneten Farbdisplay nicht beachten sollte, warnt das System mehrfach, um den Weg nach Hause oder zu einer Ladestation antreten zu können. Für eine ebenfalls im Winter gute Reichweite wird Volkswagen eine neu entwickelte, optionale Wärmepumpe offerieren, welche die Reichweite des e-Golfs während der kalten Jahreszeit um bis zu 20 Prozent erhöhen soll.

E-Instrumente: Neue Funktionen und Steuerung per Smartphone

Der zentral positionierte Touchscreen besitzt im VW e-Golf zahlreiche neue Funktionen, die sich nach einer kurzen Einarbeitungszeit schnell bedienen lassen. Ein Reichweitenmonitor illustriert die aktuelle Reichweite des Fahrzeuges grafisch und zeigt zusätzlich das Reichweitenpotential etwaiger Nebenverbraucher an, so dass der Fahrer durch Abschalten der angezeigten aktiven Nebenverbraucher zusätzliche Reichweite zu gewinnen vermag. Die Energieflussanzeige stellt mittels einer animierten Grafik den Leistungsfluss beim Beschleunigen (blaue Pfeile) und Bremsen respektive Rekuperieren (grüne Pfeile) dar.

Über den e-Manager lassen sich wiederum bis zu drei Abfahrts- und Ladezeiten programmieren - zur definierten Zeit stellt das Fahrzeug die eingestellte Klimatisierung und den Ladestand der Batterie sicher. Parallel ist es möglich, das Heizen oder Kühlen des Innenraumes via serienmäßiger Standklimatisierung während des Ladens zu aktivieren. Die Klimatisierung erfolgt damit nicht zu Lasten der Batterieladung.

Ebenso hilfreich: Den aktuellen Radius des VW e-Golfs stellt die „360°-Reichweite“ in der Umgebungslandkarte dar. Die innere Fläche beschreibt den Aktionsbereich für eine Hin- und Rückfahrt, die äußere Fläche hingegen die Reichweite bei einfacher Fahrstrecke. Das System zeigt Ladestationen an, die sich als Zwischenziel in die Route aufnehmen lassen.

Lesen Sie hier weiter:

Seite 2 von 3 1 2 3

Jetzt kommentieren
Jetzt bewerten

Zum Bewerten musst Du registriert und eingeloggt sein.

Weitere Volkswagen-Testberichte

Der Touareg vereint hohen Komfort, sportliche Fahreigenschaften und Premium-Qualität.

VW Touareg Hybrid Test: Der Alibi-Spritsparer

Als Motorisierung unsere Testwagens gelangt der V6 Hybrid mit 380 PS zum Einsatz, der durch die Koppelung eines elektrischen Motors für eine bessere Energiebilanz und für Einsparungen beim Spritverbrauch …

So viel Power und Platz für vier Personen gibt es in dieser Klasse bei einem Cabrio selten.

VW Golf R Cabrio Test: Erhöhte Pulsfrequenz ohne Gnade

Mit einem Grollen, das wie eine Symphonie in den Ohren eines Autoenthusiasten klingt, beginnt die Fahrt im VW Golf R Cabrio. Viel zu selten ist solch ein Sound heutzutage bei den aufgeladenen …

Volkswagen schaffte es, den Golf auf hohem Niveau in etlichen Bereichen zu verbessern.

VW Golf VII Test: Kann er wirklich alles besser?

Das Design des VW Golf wurde über Jahrzehnte kontinuierlich präzisiert, geschliffen, weiterentwickelt und damit zeitlos. Obwohl der neue VW Golf VII äußerlich auf den ersten Blick seinem Vorgänger stark …

Unter der Motorhaube pocht ein kleines 1.4 TSI Herz mit modernster BlueMotion-Technologie.

VW Polo Blue GT Test - Spritsparer mit Zylinderabschaltung

Hach, was war das damals schön! Mit frisch bestandenem Führerschein gab es zum 18. Geburtstag noch etwas Fahrbares dazu: einen Polo. Genauer gesagt: Einen runtergerittenen Polo II mit brachialen 40 Pferden …

Den Beinamen Passat hat der VW CC verloren, sein Markengesicht ist weiterhin erkennbar.

VW CC V6 Test - Phaeton Junior die Zweite

Vier Jahre Später, also in der Gegenwart angekommen hat der Passat CC eine optische Überarbeitung bekommen. Volkswagen nennt dies „Design-DNA“ setzt dem neuen Model das typische VW-Markengesicht auf. Somit …

AUCH INTERESSANT
VW ID.R: Die spektakulärsten Rekorde des Elektro-Racers

AUTO-SPECIAL

VW ID.R: Die spektakulärsten Rekorde des Elektro-Racers

500 kW/680 PS, schneller als ein Formel-1-Rennwagen und dazu ein unglaublicher Rekordjäger: Der VW ID.R ist der erste elektrische Rennwagen von Volkswagen und fährt auf den legendärsten sowie …


TOP ARTIKEL
Audi SQ5 Sportback 2021 Test: Mehr Druck beim Power-Diesel
Audi SQ5 Sportback 2021 Test: Mehr Druck beim …
Mazda CX-5 2021 Test: Wie er noch besser und sparsamer wird
Mazda CX-5 2021 Test: Wie er noch besser und …
Citroen e-C4 Test: Geheimtipp für ein Familien-Elektroauto
Citroen e-C4 Test: Geheimtipp für ein …
News-Abo
Jeden Morgen kostenlos per E-Mail:
Aktuelle Artikel
BMW M4 2021 Test: Über 500 PS pflügen den Asphalt
BMW M4 2021 Test: Über 500 PS pflügen den Asphalt
World Car of the Year 2021: VW ID.4 das beste Auto der Welt
World Car of the Year 2021: VW ID.4 das beste …
Mazda3 e-Skyactiv X Test: Meisterwerk spart richtig Sprit
Mazda3 e-Skyactiv X Test: Meisterwerk spart …
Kein Scherz: Lamborghini gewinnt Green Star Award 2021
Kein Scherz: Lamborghini gewinnt Green Star …
Audi SQ5 Sportback 2021 Test: Mehr Druck beim Power-Diesel
Audi SQ5 Sportback 2021 Test: Mehr Druck beim …


Speed Heads - Sportwagen- und Auto-Magazin

Das Auto und Sportwagen Magazin mit täglich aktualisierten Auto News, Motorsport News, Auto Tests, Sportwagen Berichten und der streng geheimen Auto Zukunft. Speed Heads ist die Community für echte Auto-Fans und informiert im Sportwagen Magazin über Neuigkeiten aus der Welt der schnellen Autos.

  • emotiondrive Logo
  • Torpedo Run Logo
  • Motorsport Total Logo