VW Polo (2014) Test: Achtung - Freischaltbare Trophäen an Bord

, 02.07.2014


Anschnallen, denn es ist Zeit für den neuen VW Polo. Mit dem bloßen Auge nicht erkennbar, fand unter der Haut eine radikale Operation statt. Die Folge: Der Kleine macht mit der Technik aus dem größeren VW Golf einen gewaltigen Sprung nach vorne. Dazu gibt es einen neuen Dreizylinder-Turbodiesel mit minimalem Spritverbrauch und jetzt auch modernste Fahrassistenz-Systeme an Bord. Selbst das Smartphone lässt sich über das Auto steuern. Als Überraschung erweisen sich die freischaltbaren Trophäen an Bord. Das klingt nicht mehr nach einem herkömmlichen Kleinwagen. Wir bringen in Erfahrung, was der geliftete VW Polo 1.4 TDI drauf hat und ob er sogar dem Golf gefährlich werden kann.

Auf den ersten Blick wirkt der neue VW Polo vertraut und optisch unverändert - meinen die meisten. Falsch gedacht: die kleinen Modifikationen sind dem Polo ins Gesicht geschrieben und sorgen für einen noch stilvolleren Auftritt. Die Frontpartie besitzt jetzt einen größeren unteren Lufteinlass, der den Vorwärtsdrang unterstreicht, während eine neue Chrom-Zierleiste die beiden Nebelscheinwerfer verbindet. Im Kühlergrill befindet sich eine weitere Chrom-Leiste, deren Linien sich bis zu den Zentren der Scheinwerfer fortsetzt.

Mit Strahlkraft und einem nochmals schärferen Look voraus: Optional sind für den neuen Polo LED-Scheinwerfer erhältlich - ein Novum im Segment. Das Licht der LED-Scheinwerfer ist noch weißer und tageslichtähnlicher als das der Xenon-Scheinwerfer und strengt die Augen des Fahrers damit bei Dämmerungs- und Nachtfahrten weniger an.

Ecken und Kanten prägen derweil das Heck. Dort realisierten die Macher die Betonung der Breite durch stilistische Weiterentwicklungen, wie zum Beispiel durch die deutlich breitere untere Aussparung, wo das Nummernschild sitzt. Darüber hinaus gestaltete Volkswagen die abgedunkelten Rückleuchten noch markanter. Den sportlichen Charakter heben bei unserem Testwagen zu guter Letzt 17 Zoll große Felgen hervor.

Drei Zylinder, ein Diesel und Fahrspaß: Ist das möglich?

Unser Interesse zog der neue Dreizylinder-Turbodiesel 1.4 TDI mit 90 PS auf sich, der in unserem Testwagen mit dem 7-Gang-DSG (Doppelkupplungsgetriebe) kombiniert war. Zweifellos lässt sich mit den neuen Motoren kräftig sparen: einen Durchschnittsverbrauch von nur 3,5 Litern Diesel auf 100 Kilometern gibt Volkswagen für die 90-PS-Variante mit DSG und serienmäßigem Start-Stopp-System an, der bei einer sehr zurückhaltenden Fahrweise durchaus erreichbar ist. Im Vergleich zum Vorgängermotor mit 1,6 Litern Hubraum und gleicher Leistung stellt dies eine deutliche Verbrauchseinsparung von 0,8 Litern auf 100 Kilometern dar.

Doch wir wollen nicht nur kräftig sparen, sondern auch Fahrspaß erleben. Die Eckdaten: Der 1.4 TDI bietet 90 PS bei 3.500 U/min und ein maximales Drehmoment von 230 Nm, die von 1.500 bis 2.500 Touren anliegen. Wer bei Dreizylinder-Motoren und gar in Verbindung mit einem Diesel an ein starkes Dröhnen und Vibrieren denkt, darf sich von dieser Vorstellung sofort verabschieden; denn der 1.4 TDI verrichtet seinen Dienst unglaublich kultiviert und fast vibrationsfrei. Erst bei höheren Drehzahlen wird es ein wenig lauter.

Der Kleine legt sich richtig ins Zeug, tritt kräftig an und bietet für dieses Motörchen ein überzeugendes Anfahrdrehmoment mit einem harmonischeren Drehmoment- und Leistungsverlauf. Bereits bei frühen 1.500 Touren liegt das maximale Drehmoment von 230 Nm an. So entschlossen dreht das Triebwerk bis über 4.000 U/min munter hoch. Ebenso positiv fallen die schnellen und sauberen Gangwechsel des 7-Gang-DSG auf, das seine Arbeit bestens verrichtet.

Der VW Polo 1.4 TDI weiß nicht nur in der City beim Cruisen zu überzeugen, sondern ebenso mit viel Spaß außerhalb der Stadt. In Zahlen ausgedrückt: Von 0 auf Tempo 100 vergehen 10,9 Sekunden. Die Top-Speed des Kleinwagens liegt bei 184 km/h, die bei Bedarf auf der Autobahn für ein flottes Vorankommen sorgt.

Den Fahrspaß steigert jedoch die neu entwickelte elektromechanische Servolenkung, die sich durch ein präzises wie agiles Ansprech- und Lenkverhalten auszeichnet. Bei hohen Geschwindigkeiten bietet die Lenkung eine gute Rückmeldung und der Polo lässt sich genau durch Kurven zirkeln, während sich die Lenkung beim Manövrieren in der Stadt durch Leichtgängigkeit und Komfort auszeichnet. Die bequemen, einen festen Seitenhalt bietenden Vordersitze runden den guten Eindruck ab und besitzen zudem eine Sitzheizung und eine Höhenverstellung.

Innenraum: Die Grenzen aufgezeigt

Das Interieur unseres Testwagens in der „Highline“-Ausstattung vermittelt einen hochwertigen Eindruck mit bestens verarbeiteten Materialien. Ansprechende Softtouch-Oberflächen, wie zum Beispiel auf der Instrumententafel, und ansonsten hochwertig verarbeitetes Hartplastik unterstreichen den positiven Gesamteindruck. Chrom-Leisten in den Türverkleidungen, an den Luftausströmern und rund um die Schalthebelkonsole perfektionieren das Ambiente.

Das Cockpit ist klar strukturiert und die Bedienung selbsterklärend. Viele Funktionen lassen sich bequem über das aus dem Golf bekannte 3-Speichen-Lederlenkrad steuern, das ferner durch eine Lenkradspange in Chrom gefällt. Attraktiv gestalteten die Macher außerdem das neue, bestens ablesbare Kombiinstrument in 3D-Tubenoptik, welches alle wichtigen Fahrzeugdaten übersichtlich anzeigt. All das - und auch das Platzangebot und der Komfort vorne - erinnern an die Vorzüge eines Golfs. Doch der Polo bleibt ein Kleinwagen, so dass das Platzangebot auf den Rücksitzen für Erwachsene eher bescheiden ausfällt.

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