DTM-Kalender: Sollte es mehr Auslandsrennen geben?

, 22.07.2016

Vier DTM-Rennen finden derzeit nicht auf deutschem Boden statt - Sollte es mehr Auslandsrennen geben? - Die Fans wünschen sich vor allem eine Strecke zurück

Spielberg, Zandvoort, Moskau und Budapest. Die DTM gastiert in der Saison 2016 viermal nicht in Deutschland. Die restlichen fünf Rennen finden auf deutschem Boden statt, wobei zweimal in Hockenheim gefahren wird. Über das Thema Internationalisierung wird im DTM-Fahrerlager und unter den Fans immer wieder diskutiert. Sollte die Rennserie mehr Rennen in Europa fahren oder gar wieder Überseerennen in den Kalender aufnehmen?

Seit dem Jahr 2000 besuchte die DTM viele verschiedene Länder. Unter anderem wurde in Brands Hatch, in Valencia, auf dem Adria Raceway, in Schanghai, Istanbul, Dijon, Le Mans, Brünn, Mugello, Barcelona und Spa-Francorchamps gefahren, um einige Rennstrecken zu nennen. Für die Leser von 'Motorsport-Total.com' ist klar, welche Strecke sie sich wieder im Kalender wünschen. In einer Umfrage, bei der 1.168 Stimmen abgegeben wurden, entfielen 56,76 Prozent auf Spa-Francorchamps.

Aber auch Oschersleben steht mit 24,57 Prozent der Stimmen ebenfalls hoch im Kurs. Brünn, Le Mans, Mugello und Barcelona erhielten jeweils deutlich unter zehn Prozent der Stimmen. In Spa-Francorchamps wurde im Jahr 2005 gefahren und damals holte sich Mika Häkkinen in seinem erst dritten DTM-Rennen seinen ersten Sieg. Die Berg- und Talbahn in Belgien ist auch bei den deutschen Formel-1-Fans seit Jahrzehnten sehr beliebt.

Auslandsrennen ja, Deutschland als Kernland

Um den DTM-Kalender auf mehr als vier Auslandsrennen auszudehnen, müssten mehrere Faktoren bedacht werden. "Das ist auch immer eine Frage der Marketingausrichtung der Hersteller", meint Audi-Pilot Timo Scheider. "Der Wunsch der Fahrer ist eine Sache, die Sinnhaftigkeit für die Hersteller die andere. Klar, wenn man uns Fahrer fragen würde, dann würden wir grundsätzlich wahrscheinlich rund um die Welt Rennen fahren wollen. Aber die DTM ist eine deutsche Meisterschaft und in Anführungszeichen international."

Deswegen glaubt Scheider, dass es richtig ist, wenn die meisten Rennen auf deutschem Boden stattfinden. "Die DTM gehört schon nach Deutschland, auch wenn es uns immer freut, wenn wir neue Rennen im Ausland fahren. Wenn wir den Kernfan der DTM sehen, dann ist das ganz klar der deutsche Markt. Alles andere ist mehr Wunsch." Da die DTM neun Wochenenden austrägt, bleibt für die Fahrer auch Zeit für andere Projekte. "Dafür wird der GT-Sport immer mehr angenommen und man probiert mal hier und da Rennen zu fahren und ein bisschen herumzukommen", schmunzelt Scheider.

BMW-Pilot Bruno Spengler sieht es ähnlich. Als Kanadier wäre für ihn ein Rennen beispielsweise in Montreal oder in Mosport natürlich ein Traum. Aber er hält fest: "Der Kostenfaktor ist meiner Meinung nach schon ein großer Punkt. Auslandsrennen generieren große Kosten. Die Stimmung bei den DTM-Rennen in Deutschland ist der Wahnsinn. Die Fans kommen und haben eine große Leidenschaft. Für uns Fahrer ist das sehr schön. Klar, als Fahrer wäre es auch schön, wenn man mehr in der Welt fährt, aber man muss auch auf die Kostenseite schauen. Aber je mehr wir fahren, desto glücklicher sind wir. Das gehört auch dazu."

Da an jedem Rennwochenende zwei Läufe gefahren werden, gibt es derzeit 18 DTM-Rennen. Aus Kostensicht wäre maximal eine zehnte Rennstrecke der beste Kostenkompromiss für die Hersteller. Christian Vietoris findet, dass der aktuelle Kalender in Ordnung ist: "Ich finde den derzeitigen Kalender mit der Mischung zwischen Rennen in Deutschland und im Ausland gut. Natürlich könnten es hier und da ein, zwei mehr sein, aber das grobe Verhältnis passt. Die DTM ist eine deutsche Serie. Deswegen ist es gerechtfertigt, dass die meisten Rennen in Deutschland sind. Die DTM ist eine deutsche Serie mit deutschen Fans. Von dem her gehört sie auch nach Deutschland."

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