Alonso: Michael Schumacher war mein größter WM-Konkurrent

, 19.12.2016

Fernando Alonso nennt Michael Schumacher seinen größten Konkurrenten bei allen Titelrennen und ist beeindruckt, wie er das Mercedes-Dilemma durchgezogen hat

Fernando Alonso hat schon viele Titelentscheidungen hinter sich. 2005 musste er sich gegen Kimi Räikkönen durchsetzen, 2007 kam zum Finnen zusätzlich noch der aufmüpfige Teamkollege Lewis Hamilton hinzu, bevor er 2010 und 2012 das Nachsehen gegenüber Sebastian Vettel hatte. Doch einen Piloten bezeichnet der Spanier als seinen allergrößten WM-Konkurrenten: Michael Schumacher.

"Er hatte unheimliches Talent. Jeder von uns respektiert ihn als Legende", lobt der Spanier im Gespräch mit 'Auto motor und sport'. Für die Generation von Alonso war Schumacher der Dominator der Formel 1. Zwischen 2000 und 2004 holte der Deutsche alle Titel und schwang sich so zum Rekordweltmeister auf, dessen Bestmarken bis heute allgegenwärtig sind. Alle haben damals versucht, die Dominanz von Schumacher und Ferrari zu beenden, keinem ist es gelungen.

Erst 2005 kam wieder Abwechslung in die Formel 1, als die Kombination von Alonso und Renault das Kommando in der Königsklasse übernahmen. Ferrari war in jener Saison nicht ganz vorne bei der Musik, doch 2006 kämpften Schumacher und Alonso schließlich im direkten Duell gegeneinander. Und dort hat der Spanier laut seiner Aussage dann gemerkt, wie gut Schumacher wirklich war: "Er hat immer seine Chance genutzt. Immer das Maximum dessen abgeliefert, was möglich war", sagt Alonso.

Speziell in der zweiten Saisonhälfte spürte der Renault-Pilot den Atem des Rekordweltmeisters, der ihn zwei Läufe vor Schluss sogar abfangen konnte. "Wenn der Bridgestone-Reifen besser war, hat er gewonnen. Hatte Michelin Vorteile, war er trotzdem da", staunt Alonso noch heute. "Irgendeine Wahnsinnsrunde in der Qualifikation hat er immer hingekriegt. Selbst wenn bei dir alles perfekt lief und du gehofft hast, viele Punkte auf ihn gutzumachen, wurde er noch Dritter oder Vierter. Nur er konnte das."

Seinen achten WM-Titel verpasste der Kerpener in jenem Jahr am Ende doch, weil ihm in Japan in Führung liegend ein Motorschaden ereilte und er die verlorenen Punkte in Brasilien nicht wieder aufholen konnte. Es sollte das letzte Rennen von Schumacher sein, bevor er 2010 nach dreijähriger Pause noch einmal in die Formel 1 zurückkehrte. Doch das Comeback bei Mercedes verlief wenig erfolgreich - ähnlich wie das Engagement Alonsos bei McLaren jetzt.

Aber Schumacher zog es drei Jahre lang durch, auch wenn speziell 2012 mit dem 13. Gesamtrang eine große Enttäuschung war. Für Alonso mache dieser Umstand seinen einstigen Rivalen noch größer: "Jeder hätte verstanden, wenn sich ein siebenfacher Weltmeister verdrückt hätte bei den Resultaten, die das Auto damals zuließ", sagt der Spanier, der sich derzeit ebenfalls mit einem nicht konkurrenzfähigen Wagen herumschlagen muss.

Nicht wenige fragen sich, ob Alonso vorzeitig das Handtuch wirft, doch wie Schumacher will er die Sache durchziehen: "Wir alle haben auch eine Verantwortung. Hinter uns stehen riesige Unternehmen, die 24 Stunden am Tag nichts anderes machen, als die Autos zu verbessern", betont er. "Deshalb kommst du zu jedem Rennen mit neuer Hoffnung und Motivation, um das Auto ans Limit zu bringen, das man dir hinstellt."

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