Damon Hill warnt Mercedes: Lewis Hamilton ist schnell weg

, 16.03.2017

Wenn es sportlich nicht läuft oder sein ausschweifender Lebensstil beschnitten wird: Das "emotionale Biest" Hamilton bekäme viele Cockpits, glaubt Damon Hill

Der frühere Formel-1-Weltmeister Damon Hill ist überzeugt, dass Lewis Hamilton dem Mercedes-Werksteam schneller den Rücken kehren könnte als viele glauben. Sollte es sportlich nicht rund laufen oder er von den Verantwortlichen Daumenschrauben angelegt bekommen, sei der Brite in Windeseile verschwunden, sagt er dem 'Guardian': "Lewis ist ein emotionales Biest", findet Hill. "Es kann zu einer Situation kommen, in der er schlicht sagt: 'Ich habe die Nase voll, will nicht mehr.'"

Hill erklärt, dass Hamilton aufgrund seiner Klasse an einem langen Hebel sitzen würde. Das Handtuch werfen kann schließlich jeder: "Einige sind aber nicht in der luxuriösen Situation, vielleicht andernorts gefragt zu sein." Heißt: Wenn der dreimalige Champion keinen Silberpfeil mehr will, bemüht er sich um einen Job bei einem anderen Team. Oder er beendet seine Karriere und wird Musiker und Schauspieler, denn für Geld geht Hamilton schon lange nicht mehr auf die Strecke.

Dieser doppelte Boden verleiht ihm intern Macht. "Er ist in einer komfortablen Position", schätzt Hill. "Mercedes muss klar sein: Entweder wollen sie die Bereicherung, die Lewis ist, und gewähren ihm dafür seinen Freiraum. Oder eben nicht." Die Liste möglicher Bonbons ist lang. Einerseits geht es darum, Hamiltons ausschweifendes Privatleben zu tolerieren. Andererseits um Aktionen, mit denen er mehr sich als dem Team einen Gefallen tut. Beispiel: Die "Bummelaktion" von Abu Dhabi.

Er gefährdete mit dem Aufhalten Nico Rosbergs den Doppelerfolg, um persönliche Ziele zu erreichen und verstieß gegen die internen Verhaltensregeln. Doch es passierte fast nichts. Keine Sanktion, in der Öffentlichkeit nur ein verbaler Klaps auf die Finger. "Mir hat gefallen, dass er es getan hat", sagt Hill über das WM-Finale 2016 und wünscht sich keine Markensoldaten am Steuer: "Ich habe Sympathie für Piloten, die manchmal die eigene Karriere über Interessen des Teams stellen."

Damon Hill, der zu aktiven Zeiten ein beschauliches Dasein mit Frau, Kindern und einer Hobby-Rockband fristete, erkennt auch in dem Jetset-Leben Hamiltons einen Sinn: "Er tut, was immer sein Leben im Gleichgewicht hält", findet der heute 56-Jährige und hat keinen Zweifel daran, dass Hamilton stets in bester Verfassung zu den Grand-Prix-Wochenenden anreisen würde. Ex-Teamkollege Rosberg hätte das Ventil, das er in Partys, roten Teppichen und Luxusyachten entdeckt hat, gefehlt: "Nico hat wegen des Wettbewerbsdrucks seine Karriere beendet, er geht aus und lässt Dampf ab", vergleicht Hill.

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