Einer wie Schumacher? Marko lobt und verteidigt Verstappen

, 08.09.2016

Helmut Marko nimmt Max Verstappen in Schutz und vergleicht ihn mit Michael Schumacher - Der 18-Jährige sei aktuell außerdem der populärste Formel-1-Pilot

Max Verstappen polarisiert momentan wohl so sehr wie kein anderer aktueller Formel-1-Pilot. Während Niki Lauda dem 18-Jährigen nach einigen extrem aggressiven Fahrmanövern beispielsweise einen Besuch beim Psychiater nahelegte, gibt es auf der anderen Seiten Fürsprecher wie Gerhard Berger, der Verstappen bereits mit Ayrton Senna verglich. Auch unter den Formel-1-Fans könnten die Meinungen kaum unterschiedlicher sein. Helmut Marko hat dazu allerdings eine ganz klare Einstellung.

"Nichts davon ist gerechtfertigt", erklärt Red Bulls Motorsportberater im Gespräch mit 'Formula1.com' im Hinblick auf die Kritik an seinem Schützling. "Max ist ein ganz anderes Kaliber. Er hat die Merkmale eines zukünftigen Weltmeisters, und er tut, was nötig ist, um das zu schaffen. Offensichtlich überrascht es einige, dass Überholen und Verteidigen auch dazu gehört", erklärt Marko leicht sarkastisch.

"Wenn er irgendetwas ganz falsch gemacht hätte, dann hätten die Rennkommissare ihn dafür bestraft", findet Marko - und zieht einen interessanten Vergleich. "Es ist ein bisschen wie damals, als Michael Schumacher kam. Ich erinnere mich an ein Rennen in Hockenheim, als es fast eine Schlägerei zwischen ihm und Ayrton Senna gab. Senna war damals der Größte seiner Zeit, und Schumacher war der neue Anwärter..."

In seinen Anfangsjahren in der Formel 1 geriet Schumacher mehrfach mit Senna aneinander. So räumte der spätere Rekordchampion den damals amtierenden Weltmeister beispielsweise 1992 in Magny-Cours ab. Anschließend nahm sich Senna Schumacher vor laufenden TV-Kameras zur Brust. Kurios: Auch Senna selbst sah sich - vor allem zu Beginn seiner Karriere - immer wieder Kritik wegen seines aggressiven Fahrstils ausgesetzt.

Möglicherweise ist es genau dieser "Killerinstinkt", über den viele große Champions verfügten, der Verstappen in den Augen vieler Zuschauer wie ein zukünftiger Weltmeister wirken lässt. Darüber hinaus schreckt der Niederländer nie davor zurück, offen seine Meinung zu sagen. "Wir sagen ihm, dass er frei seine Meinung äußern soll", stellt Marko klar und erklärt: "Vielleicht fehlten uns zuletzt starke Persönlichkeiten."

Klar ist jedenfalls, dass Verstappen in der Formel 1 momentan für eine Menge Gesprächsstoff sorgt - eben genau deshalb, weil er polarisiert. Marko findet das durchweg positiv. "Max ist jung und hat sehr klare Vorstellung davon, was er will - Und er hat keine Angst, es auch zu versuchen und erfolgreich zu sein", lobt Marko und ergänzt: "Die Reaktionen der Fans sprechen für ihn: Ich würde sagen, dass er momentan der populärste Fahrer im Feld ist - weltweit!"

Aktuell sollte man daher wohl nicht davon ausgehen, dass Verstappen seinen Fahrstil oder seine Einstellung in naher Zukunft ändern wird. Schließlich scheint Arbeitgeber Red Bull kein großes Interesse daran zu haben. Und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat jüngst erklärt, dass er sich ein halbes Dutzend Fahrer wie Verstappen in der Königsklasse wünscht. Markos Reaktion darauf: "Dann lasst uns nach mehr suchen..."

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