Ferrari dementiert Gerüchte über Motorenprobleme

, 05.03.2016

Hat Ferrari Probleme mit der 2016er-Antriebseinheit oder nicht? Insider und Medien vermuten das, Kundenteams äußern sich nur vage zu dem Thema...

Bei den Formel-1-Testfahrten 2016 in Barcelona kamen Gerüchte auf, wonach Ferrari ein fundamentales Problem mit der runderneuerten Antriebseinheit des Typs 059/5 haben könnte. 'Auto Bild motorsport' berichtet über "starke Vibrationen", an denen "angeblich die Kurbelwelle" schuld sein soll. Anderswo wurde geschrieben, dass die veränderte Integration des Verbrennungsmotors mit dem Hybridsystem Zuverlässigkeitsprobleme heraufbeschwöre.

Ferrari weist diese Gerüchte zurück: "Wir sind nicht überheblich, aber ich mache mir überhaupt keine Sorgen", wird Teamchef Maurizio Arrivabene von italienischen Medien zitiert. "Das Auto ist neu und es ist ganz normal, dass es Bereiche gibt, die noch weiterentwickelt werden müssen. Ich kann versichern, dass unser Motor in Ordnung ist." Und auch Kimi Räikkönen sagt: "Beim Testen geht es darum, das Auto ans Limit zu bringen - und wenn du das Limit erreichst, geht halt was kaputt."

Insgesamt sollen in den beiden Barcelona-Testwochen bei Ferrari selbst und den beiden Kundenteams Haas und Sauber mindestens neun Probleme in Zusammenhang mit der 2016er-Antriebseinheit aufgetreten sein. Das berichtete 'Sky-Sports-F1'-Reporter Ted Kravitz in seiner allabendlichen Testzusammenfassung. Offiziell bestätigt ist, dass die Benzinpumpe zwischendurch ausgetauscht wurde. Das sei aber lediglich ein Routinevorgang gewesen, heißt es aus Ferrari-Kreisen, um die beste Benzinpumpe für den 059/5 ausfindig zu machen.

Tatsache ist: Von den vier Ferrari-Teams hat Toro Rosso mit 4.883 Kilometern an acht Tagen das größte Pensum zurückgelegt. Toro Rosso verwendet noch den bewährten Vorjahresantrieb. Ferrari, Haas und Sauber kamen auf durchschnittlich 3.320 Kilometer mit dem 2016er-Aggregat. Anmerkung zur Kalkulation: Sauber war nur in der zweiten Woche mit dem neuen Antrieb unterwegs, weshalb wir den Sauber-Wert auf beide Wochen hochgerechnet haben.

Sebastian Vettel, der zu Beginn der ersten Testwoche noch über Kinderkrankheiten geklagt hatte, ohne diese näher zu spezifizieren, fuhr ab Mittwoch mit einer neuen Antriebseinheit. Interessant ist, dass Ferrari damit am Donnerstag und Freitag Bestzeit erzielte. Zuvor hatten Insider gemunkelt, Ferrari habe mit dem ersten Testantrieb dieses Winters wegen Vibrationen im Teillastbereich nur gedrosselte Leistung abrufen können.

"Mercedes ist schnell und zuverlässig", beobachtet McLaren-Teamchef Eric Boullier. "Ferrari ist nicht so schnell und nicht so zuverlässig." Und während Ferrari etwaige Probleme im Antriebsbereich zurückweist, geben sich die Kundenteams bei dem Thema wortkarg. Lediglich Haas-Fahrer Romain Grosjean bestätigte freimütig, dass es noch Schwierigkeiten im Bereich der Integration zwischen Verbrennungsmotor und den Hybridsystemen gäbe.

Haas kommunizierte ganz offiziell auch einen Schaden des Turboladers in der zweiten Woche. Genauer wurde Technikchef Günther Steiner aber nicht: "Ich weiß nicht genau, was für Probleme Ferrari hat. Sie sagen mir nicht, was sie für Probleme haben. Sie wissen, was wir haben - aber nicht umgekehrt. Daher kann ich nichts dazu sagen." Immerhin: Selbst wenn die Gerüchte stimmen sollten, bis Melbourne sind noch ein paar Tage Zeit...

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