Ferrari-Testpilot über Alonso: Heute falsch, morgen richtig?

, 29.04.2015

Marc Gene ist davon überzeugt, dass sein Landsmann sich bei McLaren wohlfühlen und in einigen Jahren auch sportlich wieder auf dem Damm sein könnte

Rein nummerisch betrachtet gibt es nicht vieles, woran sich Fernando Alonso kurz nach dem Start in die Saison 2015 laben könnte: Er hat einen Platz bei einem Team, das einen Grand-Prix-Sieg und 107 WM-Punkte eingefahren hat, gegen einen Sitz bei einer Truppe ohne jeden Zähler und mit zwei nicht-angetretenen Rennen auf der Versäumnisliste eingetauscht. Für seinen Wechsel von Ferrari zu McLaren erhält er trotzdem Rückendeckung - von seinem Landsmann und Scuderia-Testpilot Marc Gene.

Der Spanier erklärt 'Diario Sport', dass für Alonso Aussichten jenseits des laufenden Rennjahres eine Rolle gespielt haben könnten: "Eine Kehrtwende bei den Ergebnissen ist nicht alles, speziell wenn man eine Zeitspanne von mehreren Jahren bedenkt", spielt Gene auf den Ferrari-Aufschwung an. "Ich zum Beispiel treffe Entscheidungen nicht mehr so viel der Resultate wegen, sondern auf Grundlage dessen, wo ich sein möchte", bringt der frühere Minardi- und Williams-Pilot "weiche" Faktoren ins Spiel.

Im Alter von 41 Jahren ist er bei Nissan in seinem dritten LMP1-Projekt nach Peugeot und Audi angekommen. Gemessen daran hat der 33-jährige Alonso noch eine Menge Zeit. "Die Zukunft wird zeigen, ob es richtig oder falsch ist und wie sein persönliches Wohlbefinden dabei aussieht", orakelt Gene bezüglich des McLaren-Engagements seines ehemaligen Weggefährten. "Wenn er sagt, dass er dort, wo er ist, glücklich ist, dann ist es mit Sicherheit die Entscheidung, die er treffen wollte", findet der Ferrari-Tester.

Für den Aufschwung seines aktuellen Brötchengebers hat er trotzdem noch lobende Worte parat: "Gemessen an dem, was wir 2015 erleben, wäre es unzweifelhaft die beste Option gewesen, bei Ferrari zu bleiben", räumt Gene ein. Er misst der Rückkehr der Scuderia an die Spitze des Feldes sogar historischen Wert bei: "In meinen 15 Formel-1-Jahren habe ich nie einen Formsprung gesehen wie diesen, ohne dass es eine große Regelnovelle gegeben hätte", meint Gene.

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