Ferrari trotz starker Longruns besorgt: Williams ist gefährlich

, 11.11.2016

Vettel erkennt viel Luft nach oben und liebäugelt mit der Rolle als erster Mercedes-Verfolger - Räikkönen hadert mit einem Abreißvisier und einer FIA-Untersuchung

Ferrari durfte mit dem Abschneiden in den Freien Trainings zum Brasilien-Grand-Prix am Freitag zufriedener sein als es die Plätze sieben und acht für Sebastian Vettel respektive Kimi Räikkönen vermuten lassen. Die Scuderia war zwar auf einer schnellen Runde langsamer als Red Bull und überraschenderweise als die schwächer eingeschätzte Williams-Mannschaft. Auf den Longruns jedoch rehabilitierten sich die Roten und könnten daher ein Wort um das Podium mitsprechen.

Vettel, der am Vormittag einen wilden Dreher zu verzeichnen hatte, beschreibt die Bedingungen als knifflig und die Rundenzeiten als wenig repräsentativ: "Heute war es schwierig, den Rhythmus zu finden. Es war aufgrund der heißen Bedingungen rutschig und die Reifen haben sich schwergetan", klagt der Deutsche. "Auf dem Longrun lief es besser. Ich habe mich mit mehr Zeit und Runden im Auto wohler gefühlt. Ich bin ruhiger geworden, was mir auf den Shortruns nicht so gelungen ist."

Mit Soft war Vettel auf einem längeren Versuch teilweise nur drei Zehntelsekunden langsamer als Lewis Hamilton und sogar zwei Zehntelsekunden schneller als Nico Rosberg. Räikkönen mühte sich auf Medium deutlich mehr ab und hatte Probleme, dem Red-Bull-Tempo zu folgen. Außerdem streikte auch noch sein SF16-H: "Ein Abreißvisier ist mir in den Kühler geflogen, woraufhin das Auto überhitzt hat. Das war schon gewaltiges Pech!", zieht der Finne die Augenbrauen hoch.

Bei den FIA-Kommissaren muss Räikkönen auch noch vorsprechen, eine Strafe droht: Er lieferte sich zu Beginn der Nachmittagssession ein Scharmützel mit Carlos Sainz: Er hatte sich in Kurve 9 selbst verbremst, was der Spanier für ein Überholmanöver nutze. In der darauffolgenden Kurve, die auf die Start- und Zielgerade führt, unterlief Sainz der gleiche Fauxpas, woraufhin Räikkönen auf der Außenbahn mit mehr Schwung vorbeifuhr und unvermittelt rüberzog, um an die Box zu gehen - direkt vor der Sainz' Nase. Räikkönen unbeeindruckt: "Da gibt es nichts zu bestrafen."

Vettel mahnt, Williams nicht zu unterschätzen: "Sie sind wirklich so stark. Ich bin gespannt, was am Samstag passiert, weil sie normalerweise an den Freitagen ein wenig Power rausnehmen", sagt er mit bangem Blick auf das Qualifying, sofern die Briten nicht eine andere Taktik gewählt haben und die Karten jetzt früher auf den Tisch legen: "Vielleicht machen sie jetzt etwas anders? Es war generell ziemlich eng. Nur Mercedes ist weit weg", fasst Vettel die Lage der Nation zusammen.

Er erkennt noch Luft nach oben: "Ich war zum Schluss nicht komplett zufrieden mit den frischen Reifen. Wenn es morgen wieder so eng ist, sind das aber gute Nachrichten für uns: Da geht etwas nach vorne." Vettel rechnet aber ohnehin mit Regen und einer Lotterie: "Dann ist hier alles drin."

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