Formel 1 Abu Dhabi 2015: Pole-Position für Nico Rosberg

, 28.11.2015

Nico Rosberg erringt auf dem Yas Marina Circuit in Abu Dhabi die letzte Pole-Position der Formel-1-Saison 2015 - Sebastian Vettel scheitert in Q1 und ärgert sich

Sechste Pole-Position in Folge für Nico Rosberg: Auch im Qualifying zum Finale der Formel-1-Saison 2015 in Abu Dhabi erwies sich der zweimalige und amtierende Vize-Weltmeister als der Schnellste und startet somit am Sonntag einmal mehr aus der besten Ausgangsposition in ein Rennen. Im dritten und entscheidenden Qualifying-Segment (Q3) auf dem Yas Marina Circuit fuhr Rosberg trotz seines "Uralt"-Motors eine Fabelzeit von 1:40.237 Minuten und verwies damit Mercedes-Teamkollege und Weltmeister Lewis Hamilton auf Startplatz zwei.

"Heute habe ich mich besonders gefreut, weil es am Ende, als es gezählt hat, eine coole Runde war", so Rosberg, der in Q3 zunächst vorgelegt hatte, im Zuge von Hamiltons zweitem Versuch aber von der Spitze verdrängt wurde. Mit dem seinerseits zweiten Versuch und vor allem einem exzellenten letzten Sektor holte sich Rosberg Platz eins und damit die Pole-Position zurück.

"Da hat alles zusammengepasst. Es ist bis jetzt wieder ein super Wochenende gewesen. Ich fühle mich wohl im Auto und würde morgen gerne gewinnen, einfach weil es Spaß macht, einen Rennsieg mit allen zu feiern. Das gibt meinen Jungs zum Saisonabschluss noch einen guten Grund zum Feiern", so Rosberg nach seiner sechsten Pole in Folge und der 22. seiner Formel-1-Karriere.

Hamilton, der sich unterm Strich um 0,377 Sekunden geschlagen geben musste und damit die 50. Pole-Position seiner Formel-1-Karriere in diesem Jahr nicht mehr feiern wird, erkennt die gegenwärtige Stärke seines Teamkollegen an: "Ich hatte die ganze Zeit über ein paar Probleme mit dem Auto. Wir haben intensiv gearbeitet, um ein paar Veränderungen durchzuführen. Nico war einfach wirklich schnell heute und hat in Q3 einen großartigen Job gemacht."

Niki Lauda lobt Rosbergs erneute Pole-Position in den höchsten Tönen: "Nicos letzte Runde war unglaublich. Ich muss sagen, er hat einen sehr guten Job gemacht. Sein Motor hat mehr Kilometer drauf als der von Lewis, trotzdem war er schneller. Er kann das Rennen gewinnen." Für Mercedes ist es im 19. Qualifying der Saison die 15. erste Startreihe - neuer Rekord.

In der zweiten Startreihe nehmen am Sonntag Kimi Räikkönen (Ferrari/3.) und Sergio Perez (Force India/4.) Aufstellung. "Ein Geheimnis gibt es nicht", meint Räikkönen nach 0,814 Sekunden Rückstand auf die Pole. "Das Auto fühlt sich schon am ganzen Wochenende gut an. Meine Runde war okay, aber nicht perfekt. Ich wollte noch eine nachlegen, aber es hat gereicht", so der Finne, der sich mit einem Vorsprung von 0,133 Sekunden gegenüber Überraschungsmann Perez behauptete.

Die dritte Startreihe wird von Daniel Ricciardo (Red Bull) angeführt. "Ich bin zufrieden. Ich war dieses Jahr nicht oft in den Top 5, aber wenn, dann hatten wir meistens sehr gute Rennen. Perez war heute sehr schnell. Trotzdem glaube ich, dass unser Renntempo etwas besser sein wird. In einer idealen Welt überhole ich Perez am Start und lasse die Williams hinter mir", so der Australier, der direkt neben Williams-Pilot Valtteri Bottas (6.) ins Rennen geht.

Christian Horner bezeichnet Ricciardos Qualifying-Runde als "seine beste des Jahres", ist für das Rennen aber nicht ganz optimistisch: "Wenn das Rennen nur im dritten Sektor der Strecke stattfinden würde, wären wir Podestkandidaten. Doch leider müssen wir noch zwei andere Sektoren meistern", so der Red-Bull-Teamchef.

Die Startplätze sieben bis zehn werden für Nico Hülkenberg (Force India), Felipe Massa (Williams), Daniil Kwjat (Red Bull) und Carlos Sainz jun. (Toro Rosso) notiert. Für Sainz nahm das Wochenende damit nach den technischen Problemen vom Freitag eine Wende zum Positiven. Der Sieg im Qualifying-Duell gegen Max Verstappen geht damit mit 10:9 an den Spanier.

Hinter Verstappen, der Elfter wurde, fuhr Jenson Button (McLaren) auf Startplatz zwölf. Den Sprung ins Q3 verpasste der Brite nur um 0,186 Sekunden. "Schade. Es wäre das erste Mal in diesem Jahr gewesen, dass wir den Q3-Einzug geschafft hätten", hadert Button ein wenig und stellt heraus, dass dem Honda-befeuerten MP4/30 auf der Gerade 28 km/h fehlen: "Das Rennen wird sicherlich schmerzvoller als das Qualifying." Die Startplätze 13 bis 15 gehen an Pastor Maldonado (Lotus), Felipe Nasr (Sauber) und Romain Grosjean (Lotus). Letztgenannter musste das Auto in seinem letzten Qualifying für Lotus mit Hydraulikdefekt abstellen und konnte keine Q2-Zeit setzen.

Indes kam Sebastian Vettel (16.) noch nicht einmal bis ins Q2. Was zunächst nach einem Leistungsverlust am Ferrari-Triebwerk aussah, entpuppte sich als taktischer Fehler. "Wir dachten, dass die mit den Soft-Reifen gefahrene Runde schnell genug wäre, war sie aber nicht", ärgert sich Vettel und berichtet: "Ich habe die Runde angefangen, aber wir dachten, es würde reichen, deshalb habe ich die Runde abgebrochen. Als wir es gemerkt haben, war es zu spät. Es ist nicht die Zeit, jemanden in die Pfanne zu hauen. Wir hatten gute Momente, heute weniger gut, aber okay. Es ist noch einiges möglich, ich starte ja nicht von ganz hinten."

"Peinlich für Ferrari. Du kannst doch nicht, wenn du so weit hinten bist, glauben, dass du durchkommst", kritisiert Experte Marc Surer. Auch Fernando Alonso (17.) verpasste den Einzug ins zweite Quali-Segment. Am McLaren des Spaniers trat auf der letzten fliegenden Q1-Runde ein Reifenschaden hinten links auf.

Sauber-Pilot Marcus Ericsson (18.) kämpfte ebenfalls mit Problemen. Der Schwede musste seinen Sauber in Q1 mit technischem Defekt an der Box abstellen und konnte so einzig die beiden Manor-Marussia von Will Stevens (19.) und Roberto Merhi (20.) hinter sich halten.

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