Formel 1 Bahrain 2016: Ferrari schlägt vor Qualifying zurück

, 02.04.2016

Spannung vor dem Qualifying in Bahrain: Mercedes plötzlich um eine Sekunde langsamer als am Freitag, Sebastian Vettel um eine Sekunde schneller

Überraschung im dritten Freien Training zum Grand Prix von Bahrain : Keiner der beiden Mercedes-Piloten fuhr die Bestzeit in der letzten Session vor dem Nacht-Qualifying, sondern Sebastian Vettel. Der Ferrari-Pilot hatte auf den schnellsten Silberpfeil am Ende sogar 0,421 Sekunden Vorsprung.

"Das hängt mit der Streckentemperatur zusammen", analysiert Mercedes-Technikchef Paddy Lowe. Denn die war heute um ein paar Grad höher als am Freitag, was sich auf die richtige Nutzung der Reifen auswirkte. Während Vettel um eine Sekunde zulegen konnte, war Mercedes plötzlich um eine Sekunde langsamer. Lowe: "Alle sagen, dass wir gestern superschnell waren. Aber da hat Ferrari nicht alles gezeigt. Es geht um Zehntelsekunden", rechnet er mit einem spannenden Kampf um die Pole-Position.

Vettel hatte zunächst mit Soft-Reifen einen 16 Runden langen Longrun zurückgelegt und verfolgte damit ein anderes Programm als Teamkollege Kimi Räikkönen. Als im Finish auf Supersoft Qualifying geübt wurde, waren die beiden aber mutmaßlich identisch unterwegs. Räikkönen legte zunächst 1:31.723 Minuten vor, wurde wenig später von Vettel um 0,040 Sekunden unterboten. Ähnlich knapp der Mercedes-interne Abstand: 0,056 Sekunden zwischen Nico Rosberg (3.) und Lewis Hamilton (4.).

Unabhängig vom umstrittenen Modus scheint damit ein spannendes Qualifying angerichtet zu sein, denn Experte Marc Surer vermutet: "Mercedes hat glaube ich nicht alles gezeigt. Vielleicht hatten sie noch Gewicht drin, denn gestern waren sie eine Sekunde schneller." Trotzdem seien die Ferrari-Zeiten von heute Mittag "ein Lichtblick. Es sieht nicht mehr so trostlos aus wie gestern. Wir müssen abwarten, was heute Abend in der Dunkelheit passiert."

Mercedes-intern könnte die Spannung kaum größer sein. Im ersten Head-to-Head-Run auf Soft-Reifen waren die beiden sogar ex aequo (!), im zweiten auf Supersoft konnte sich Rosberg dann hauchdünn behaupten. Der Trend von gestern, dass Hamilton im ersten Sektor schneller ist, hinten raus aber zu viel Zeit verliert, setzte sich nahtlos fort. Insgesamt bleiben die Silberpfeile wohl trotzdem Pole-Favoriten - schließlich war noch keiner schneller als Rosberg gestern.

Bei Williams debütierte heute die neue (kürzere) Nase, aber Felipe Massa belegte damit nur den neunten Platz - und war um 0,688 Sekunden langsamer als sein Teamkollege Valtteri Bottas (5./+0,992), der noch mit der alten Version vorliebnehmen muss. Zwischen den beiden reihten sich überraschend Romain Grosjean (Haas/+1,399), Daniil Kwjat (Red Bull/+1,430) und Esteban Gutierrez (Haas/+1,654) ein.

Einen Rückfall verzeichnete Toro Rosso: Max Verstappen (15./+2,095) wollte wegen vermeintlicher Batterieprobleme schon nach gut 20 Minuten an die Box kommen, durfte aber nicht; und Carlos Sainz (16./+2,320) vermutete 25 Minuten vor Schluss einen Reifenschaden. So einer war dann ganz am Ende bei Jolyon Palmer nicht zu übersehen: Links hinten zerfetzte es den Pirelli des Renault-Piloten, der die Session mit 2,741 Sekunden Rückstand als 20. beendete.

Nach dem "besten Tag seit Jahren" stellte sich bei Jenson Button (McLaren/+2,021) heute Ernüchterung ein: Erst kamen ihm die Geräusche des Honda-Motors seltsam vor, dann stand er mehr als 20 Minuten an der Box. Und Teamkollege Stoffel Vandoorne (+2,061) musste wegen eines Öllecks lange zuschauen - gerade für den Rookie besonders bitter. Die Positionen 13 und 14 entsprechen wohl in etwa dem, wo McLaren in der Startaufstellung hingehört.

Enttäuscht sein dürften nach dem Abschlusstraining die übrigen beiden Deutschen im Feld: Nico Hülkenbergs Force-India-Team kommt in Bahrain einfach nicht in Fahrt, sodass er sich vorläufig mit P18 (2,445 Sekunden hinter der Spitze, aber 0,153 Sekunden vor Teamkollege Sergio Perez) zufrieden geben muss. Und Pascal Wehrlein (Manor/+4,041) bekam von Teamkollege Rio Haryanto 0,178 Sekunden eingeschenkt. Somit wurde er Letzter.

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