Formel 1 Monaco 2016: Hamilton triumphiert im Fürstentum

, 29.05.2016

Lewis Hamilton heißt der Gewinner des Formel-1-Rennens in Monte Carlo 2016 - Daniel Ricciardo nach Boxenstopp-Panne Zweiter vor Sergio Perez

Ein Sieg beim prestigeträchtigen Großen Preis von Monaco ist für jeden Fahrer etwas ganz Besonderes, nicht nur aufgrund des Empfangs durch die Fürstenfamilie. Wer den 3,337 Kilometer Leitplankenkanal von Monte Carlo erfolgreich bewältigt, die volle Renndistanz fehlerfrei überstanden hat, hat die besondere Herausforderung des Circuit de Monaco erfolgreich gemeistert - eine echte Meisterleistung!

Und die zeigte diesen Sonntag Lewis Hamilton, der sich den monegassischen Sieg holte, nachdem sich Red Bull einen Patzer beim Boxenstopp leistete, sodass sich der Australier mit dem zweiten Rang zufriedengeben musste. Das Podium komplettierte Sergio Perez nach einem starken Rennen für Force India.

WM-Punkte gab es dahinter ferner für Sebastian Vettel im Ferrari auf Rang vier vor McLaren-Pilot Fernando Alonso, Nico Hülkenberg im Force India und Nico Rosberg, der im Mercedes aufgrund von Problemen mit der Bremstemperatur keinen einfachen Grand Prix erlebte.

Die Top 10 komplettierten Carlos Sainz (Toro Rosso) auf Rang acht vor Jenson Button (McLaren) und Felipe Massa (Williams). Dahinter gab es keine WM-Zähler mehr für Valtteri Bottas (Williams), Esteban Gutierrez (Haas), Romain Grosjean (Haas), Pascal Wehrlein (Manor) sowie Rio Haryanto (Manor).

Einen Ausfall mussten gleich eine ganze Handvoll Fahrer verdauen. Barcelona-Sieger Max Verstappen, der verunfallte, Kevin Magnussen, der seinen Renault ebenfalls in die Leitplanken steckte, Daniil Kwjat, der nach Berührung mit Magnussen ebenfalls in der Streckenbegrenzung landete. Auch Kimi Räikkönen rutschte im Regen in die Leitplanke während Jolyon Palmer seinen Renault aufgrund von Aquaplanings verlor.

Regen im schönen Monte Carlo

Das Fürstentum präsentierte sich am Sonntag zunächst nicht von seiner schönen Seite - es regnete zum Start. Und so entschied sich die Rennleitung dazu, den Grand Prix hinter dem Safety-Car zu starten. Dadurch wurden alle Piloten gemäß Reglement gezwungen, auf volle Regenreifen zu setzen. An einen Einsatz der Intermediates war angesichts der Bedingungen jedoch sowieso nicht zu denken.

Während der Safety-Car-Phase musste Kwjat an die Box - wohl ein Elektronikproblem, denn man tauschte das Lenkrad beim Toro-Rosso-Piloten. Mit einer Runde Rückstand kehrte der Russe wieder auf den Kurs zurück, klagte aber weiterhin über Probleme. Nach einem weiteren Besuch in der Boxengasse funktionierten der "junge Bulle" plötzlich.

Palmer fliegt heftig ab

In der achten Runde wurde das Rennen von der Rennleitung endlich freigegeben. Magnussen ging gleich an die Box und holte sich Intermediates ab. Wenige Sekunden später knallte es das erste Mal: Auf der Start- und Zielgeraden verlor Jolyon Palmer auf der Start-Ziel-Geraden beim Gas geben auf einem rutschigen Zebrastreifen die Kontrolle über sein Auto, krachte in die Leitplanken, rutschte bis ans Ende der Geraden weiter und knallte dort nochmals in die Streckenbegrenzung. Der Brite konnte unverletzt aus seinem Auto aussteigen. Die Rennleitung aktivierte das Virtuelle Safety-Car. In der neunten Runde wurde das Rennen wieder freigegeben.

Räikkönen muss nach Unfall aufgeben

In der zwölften Runde war das Rennen für Kimi Räikkönen gelaufen - der Ferrari-Pilot rutschte in der Loews-Kurve geradeaus in die Leitplanken und demolierte sich den Frontflügel. Dieser klemmte in Folge unter dem Fahrzeug, sodass der Finne nach dem Tunnel im Notausgang abstellen musste.

In der 14. Runde wechselte Vettel auf Intermediates während der drittplatzierte Hamilton Runde um Runde dicht an Rosbergs Heck fuhr. An der Spitze fuhr Ricciardo dem Feld davon, hatte 11,6 Sekunden Vorsprung auf Rosberg, der das Tempo des Australiers nicht mitgehen konnte. Hülkenberg stoppte in Runde 16.

Rosberg lässt Hamilton vorbei

In der 16. Runde ließ Rosberg Teamkollege Hamilton auf dem Bergaufstück passieren - da gab es wohl eine Ansage des Teams, denn Rosberg war aufgrund von Problemen mit der Bremstemperatur ungewöhnlich langsam unterwegs. Während der amtierende Weltmeister gleich eine neue schnellste Rennrunde fuhr, fehlten Rosberg in den folgenden Runden rund drei Sekunden pro Umlauf.

Die Reihenfolge in der 20. Runde: Ricciardo 12,6 Sekunden vor Hamilton, 22,0 auf Rosberg. Dahinter: Sainz, Perez, Massa (bis dahin alle ohne Stopp), Vettel, Hülkenberg, Alonso und Gutierrez auf dem zehnten Rang. Button dahinter vor Bottas, Wehrlein, Verstappen, Magnussen, Nasr, Ericsson, Haryanto, Grosjean und Kwjat.

Kwjat crasht, Hamilton zögert

Rosberg holte sich in der 21. Runde Intermediates ab. Einen Umlauf später war das Rennen für Daniil Kwjat gelaufen, der sich ein beinhartes Duell mit Magnussen lieferte, bei dem er den Dänen mehrfach berührte und am Ende in der Rascasse in die Leitplanken krachte.

Nach den ersten 25 Runden trocknete die Ideallinie sichtbar ab - Hamilton, neben Wehrlein einziger Fahrer auf Regenreifen - blieb zunächst noch draußen. Ricciardo war trotz Boxenstopps im 27. Umlauf schon wieder am Briten dran. Nur 0,8 Sekunden Vorsprung auf Ricciardo war Hamilton in Runde 31 gut platziert, denn der Vorsprung auf Rosberg betrug sogar über 27 Sekunden.

Peinliche Boxenpanne bei Red Bull

In der 31. Runde wechselte Sauber-Fahrer Ericsson als erster Pilot auf Slicks, Hamilton kam einen Umlauf später und setzte sogar auf die ultra-soft Reifen. Rosberg, Vettel, Hülkenberg und Sainz sowie Verstappen wechselten ebenfalls im Anschluss. Der führende Ricciardo stoppte in Runde 32 - und es lagen keine Reifen parat! Und so kam der Australier direkt hinter Hamilton aus der Box - Führung verloren!

Wieder Crash von Verstappen

Wie am Samstagmorgen krachte Verstappen am Casino in die Leitplanken. Diesmal musste der Holländer aus seinem demolierten Red Bull jedoch aussteigen. Kein rühmliches Ende des Rennens für den überraschenden Sieger des Barcelona-Rennens.

Die Abstände hinter dem Virtual Safety-Car: Hamilton 1 Sekunde vor Ricciardo, 14,8 auf Perez, 17,3 auf Vettel, 32,8 auf Alonso, 34,3 auf Rosberg, 34,9 auf Hülkenberg, 36,3 auf Sainz, 37,7 auf Button und 51,0 auf Gutierrez auf dem zehnten Rang. Dahinter: Massa, Bottas, Haryanto, Wehrlein, Grosjean, Nasr und Ericsson.

Nach einem Verbremser Hamiltons Ausgangs des Tunnels wagte Ricciardo einen Angriff, doch der Brite warf die Tür zu und zog Ricciardo anschließend davon. Rund zwei Sekunden betrug der Vorsprung zwei Runden später. Die Rennleitung kündigte an, den Vorfall unter die Lupe zu nehmen, sprach jedoch keine Strafe aus. Dafür wurde Wehrlein mit einer 10-Sekunden-Zeitstrafe belegt, da er hinter dem Safety-Car die Mindestzeit nicht einhielt.

Teaminterner Crash bei Sauber

In der 51. Runde krachte Ericsson in Nasr, nachdem er innen in der Rascasse angriff. Vorausgegangen war ein Funkspruch des Teams an Nasr, seinen Teamkollegen vorbeizulassen, da dieser deutlich schneller sein. Der Schwede musste daraufhin die Box aufsuchen während Nasr über Rauchentwicklung in seinem Auto klagte und nach einer Runde an die Box kam und sein Auto abstellen musste. Auch Nasr musste seinen Renner in der 55. Runde abstellen.

Die Abstände 20 Runden vor Rennende: Hamilton 1,8 Sekunden vor Ricciardo, 8,8 auf Perez, 11,6 auf Vettel, 51,3 auf Alonso, 51,9 auf Rosberg, 52,7 vor Hülkenberg, 53,7 vor Sainz, 59,0 auf Button und 73,1 auf Massa auf dem zehnten Rang. Dahinter: Gutierrez, Bottas, Wehrlein, Grosjean und Haryanto.

Die große Frage nun während den letzten 20 Runden: Würden die ultraweichen Reifen bei Hamilton an der Spitze bis zum Ende des Rennens durchhalten? Dahinter waren Ricciardo, Perez und Vettel mit den superweichen Reifen unterwegs, Rosberg dahinter wiederum mit dem ultraweichen. Doch das Glück war auf der Seite des Tüchtigen, Hamiltons Reifen hielten bis zum Ende durch.

Ausführlicher Bericht folgt an dieser Stelle in Kürze

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