Formel 1 Österreich 2016: Vettel vorn, Rosberg-Crash mit Strafe

, 02.07.2016

Eine gebrochene Radaufhängung sorgt für einen heftigen Abflug von Nico Rosberg - Bestzeit für Sebastian Vettel im letzten Freien Training auf dem Red Bull Ring

Ferrari schickt sich an, beim Österreich-Grand-Prix in Spielberg zum unerwarteten Konkurrenten für Mercedes zu werden. Im dritten und letzten Freien Training am Samstagvormittag sicherte sich Sebastian Vettel in 1:07.098 Minuten die Bestzeit. Er spulte damit den schnellsten jemals in einem Formel-1-Auto absolvierten Umlauf auf dem Red-Bull-Ring ab. Nico Rosberg hatte einen heftigen Abflug infolge eines Aufhängungsbruchs zu verzeichnen und muss das Getriebe wechseln - Strafe!.

Am Auto des Mercedes-Stars knickte am Ausgang der Kurve 2 ein Querlenker weg, woraufhin der Wagen beim Beschleunigen nach außen in Richtung Mauer abbog. Rosberg war im Cockpit nur noch machtloser Passagier und schlug vorwärts in die Begrenzung ein. Dann wurde der Silberpfeil noch weitere Male in die Absperrung geschleudert und dabei heftig demoliert. Der WM-Führende blieb unverletzt, doch der Einschlag war zu viel für das Getriebe. Er bangt auch um das Qualifying.

Niki Lauda, der Aufsichtsratsboss der Mercedes-Mannschaft, bestätigt: "Das Heck wurde an der Getriebeseite hinten so beschädigt, dass wir jetzt nur ein neues Heck einbauen können - das heißt mit einem neuen Getriebe." Und das wiederum bedeutet eine Strafversetzung um fünf Plätze. Auf die Frage, ob das Auto rechtzeitig bis zum Qualifying fertig wird, erklärt Lauda: "Sie arbeiten jetzt wie die Wahnsinnigen Theoretisch müsste es sich ausgehen, wenn nicht etwas dazwischenkommt."

Derweil wird bei Mercedes Ursachenforschung betrieben. "Man hat gesehen, dass wir eine extreme Belastung auf die obere Aufhängung haben. Sie ist am Ausgang bei Vollast über dem Randstein gebrochen", schildert Sportchef Toto Wolff den Vorfall. "Das beunruhigt, weil wir nicht genau wissen, was das ist." Möglicherweise dürfen die Piloten im Rennen die Abweiser nicht mehr so hart nehmen: "Wir können es in den Griff bekommen, weil wir sehen, wo der Bruch passiert ist."

Der Unfall ist zwar Mercedes ärgstes, aber nicht einziges Problem: Hinter Vettel präsentierte sich auch Teamkollege Kimi Räikkönen (2./+0,136 Sekunden) stark. Ferrari hatte keine Probleme mit der Haltbarkeit des Ultrasoft-Pneu, während der im dritten Freien Training ohne Zeit auf frischen Reifen gebliebene Lewis Hamilton (3./+0,210 Sekunden) heftige Blasenbildung zu verzeichnen hatte. Einige Ausrutscher trugen ihr Übriges dazu bei, dass der Champion keine Topzeit setzte.

Wolff bläst die Backen auf: "Wir hatten starke Blasenbildung auf den Hinterreifen. Das muss man einfach mehr managen. Vielleicht müssen wir beim Setup weniger aggressiv sein." Doch es droht Regen in Spielberg und ein einhergehender Temperatursturz, was den Silberpfeilen zur Hilfe eilen könnte. "Dadurch, dass es zehn Grad kühler haben wird, ist wieder alles anders", so der Sportchef.

Schon am Nachmittag soll es über der Steiermark kräftig regnen. Ergo nutzten die Formel-1-Piloten das Abschlusstraining unter sonnigen Bedingungen und sorgten für regen Fahrbetrieb. Rang vier ging mit 0,541 Sekunden Rückstand an Daniel Ricciardo im Red Bull vor Teamkollege Max Verstappen (+0,663) und Valtteri Bottas im Williams (+0,716). Dass die Österreicher beim Heimspiel trotz des Renault-PS-Defizits schneller sind als Mercedes' Kunden, kam überraschend.

Ebenfalls in den Top 10: Felipe Massa (Williams/+0,733), Nico Hülkenberg (Force India/+1,187) sowie die McLaren von Jenson Button (+1,206) und Fernando Alonso (+1,229). Manor-Fahrer Pascal Wehrlein (+1,436) landete auf einem starken 13. Platz während Rosberg (22./+3,861) das Klassement nach vorzeitigem Feierabend und ohne Qualifying-Simulation als Schlusslicht komplettierte.

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