Harte "Baguettes": Red Bull kritisiert eigene Strecke

, 01.07.2016

Red Bull stolpert am ersten Tag des Formel-1-Wochenendes in Spielberg über die Veränderungen an der hauseigenen Strecke: "Baguettes" schmecken nicht jedem

Die Organisatoren des Grand Prix von Österreich auf dem Red-Bull-Ring erhalten in jedem Jahr viel Lob für ihren Event. Die Macher in Spielberg sind stets um Verbesserungen bemüht. Zur Saison 2016 hat man die Anlage mit einem neuen Asphalt versehen, der den Piloten aufgrund des hohen Griplevels viel Freude bereitet. Weniger lustig finden viele Fahrer die neuen, gelb lackierten Randsteine, die man an vielen Stellen am Kurvenausgang als äußersten Rand der Strecke installiert hat.

Ausgerechnet der hauseigene Pilot Max Verstappen war es, der am Freitag mehrfach die Gefahr dieser oftmals als "Baguettes" bezeichneten Randsteine darstellte. Der junge Niederländer demolierte sich zwei Frontflügel und eine Aufhängung. "Ich verstehe, dass wir die Streckenbegrenzungen einhalten müssen, aber dann sollte man lieber eine Mauer hinstellen", meint Verstappen. "Wir müssen sie meiden. Man versucht es, aber gerade in Kurve 1 wäre es besser, wenn man es anders machen würde."

"In den Kurven 5 und 6 ist es ganz okay, aber in Kurve 8 ist es echt schwierig. Wenn man dort den Eingang nicht richtig erwischt, dann kommt man etwas weit heraus und trifft diese neuen Randsteine. Man kommt vor allem mit dem Unterboden am Heck hart auf. Auch in Kurve 1 erschüttert es das Heck enorm, wenn du dort etwas zu weit nach außen kommst", schildert Romain Grosjean die Problematik. Der Franzose geht davon aus, dass es bis zum Samstag Änderungen geben wird. "Ja - zumindest in Kurve 8", sagt er.

Hat Red Bull die Strecke "verschlimmbessert"?

"Die Randsteine im vergangenen Jahr waren völlig okay, aber man will hier immer alles noch ein wenig weiter verbessern", drückt sich Daniil Kwjat vorsichtig aus. Der Toro-Rosso-Pilot aus dem Red-Bull-Kader will die hauseigenen Streckenbauer nicht zu sehr kritisieren. "Sonst war es so, dass hinter dem Randstein der Kunstrasen kam. Da wollte niemand drauf. Dort verlierst du Zeit, weil es rutschig ist. Das war vollkommen in Ordnung. Im vergangenen Jahr hatte man den perfekten Kompromiss. Ich will nicht sagen, dass es jetzt schlechter ist. Es sieht alles besser aus, aber 2015 war es wirklich richtig gut."

"Man muss es sehen wie ein Kiesbett oder eine Mauer: einfach nicht berühren", meint Teamkollege Carlos Sainz lapidar. "Ich finde das nicht schlecht. Das Problem ist, dass sie immer am Kurvenausgang sind. Das bedeutet, dass man per Gaspedal entscheidet, ob man sie berührt oder nicht. Wenn man mal drauf ist, muss man halt vom Gas. Das ist die einzige Chance. Bei Kies wäre es aber nicht anders." WM-Leader Nico Rosberg findet die Neuheiten am Red-Bull-Ring insgesamt "ziemlich cool".

"Red Bull muss einfach ein paar stärkere Frontflügel bauen, dann haben sie weniger Grund, sich zu beschweren", schmunzelt Sebastian Vettel bei 'Sky Sports F1'. Der Heppenheimer ergänzt: "Ich hatte noch keinen Kontakt damit, deshalb kann ich nicht sagen, wie brutal sie wirklich sind." Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen reagiert auf seine gewohnt nüchtern-unterhaltsame Art: "Das sind normale Randsteine, die Farbe ist doch egal."

Red-Bull-Chefingenieur Paul Monaghan muss zugeben, dass seine Autos "nicht so wirklich gut" mit den neuen Randsteinen zurechtkommen. "Wenn die Randsteine bleiben, dann meiden wir sie eben", sagt der Brite. Sauber-Teammanager Beat Zehnder ergänzt: "Es findet das Fahrermeeting statt. Da werden die Piloten etwas dazu sagen. Sie werden nicht glücklich sein, aber Randsteine stehen dort immer aus einem Grund. Charlie Whiting wird ihnen sagen: 'Dann fahrt eben nicht drauf'. Es kann dennoch sein, dass man ein oder zwei davon wieder entfernt."

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