Formel 1 Spa 2015: Sechste Pole in Folge für Hamilton

, 22.08.2015

Lewis Hamilton gewinnt das Qualifying zum Grand Prix von Belgien, am Ende klar vor Nico Rosberg - Ferrari muss nach Sieg in Ungarn herbe Schlappe einstecken

Pole-Position für Lewis Hamilton (Mercedes) beim Grand Prix von Belgien : Der WM-Leader lieferte in der entscheidenden Phase des Qualifyings in Spa-Francorchamps erneut eine hervorragende Leistung ab und verwies seinen Teamkollegen Nico Rosberg klar auf den zweiten Platz. Eine bittere Enttäuschung erlitt indes das Ferrari-Team, das vier Wochen nach dem Sieg in Ungarn mit den Startpositionen neun und 14 vorliebnehmen muss.

Hamilton startet morgen zum sechsten Mal hintereinander von der Pole-Position - eine Serie, wie sie zuletzt Michael Schumacher in den Jahren 2000/01 hingelegt hat. Im Qualifying-Stallduell stellt er damit auf 10:1 - und obendrein sichert er sich vorzeitig den Pole-Award 2015. "Die letzten zwei Runden waren die besten dieses Wochenendes", sagt er. In Q1 hatte er Rosberg um 0,015 Sekunden bezwungen, in Q2 um 0,069 Sekunden das Nachsehen gehabt.

Rosberg lag bei der ersten Zwischenzeit sowohl im ersten als auch im zweiten Q3-Run vor Hamilton, in der entscheidenden Schlussoffensive mit 0,084 Sekunden Vorsprung. Doch im ersten Run leistete er sich einen von außen ersichtlichen Fahrfehler, und auch im zweiten war bereits nach dem zweiten Sektor klar, dass es nicht reichen würde. "Lewis war am Ende zu schnell. Er hat noch was rausgehauen, was ich einfach nicht in der Tasche hatte", seufzt der Deutsche.

Somit war (erwartungsgemäß) nur noch die Frage zu beantworten, wer am nächsten an Mercedes herankommen würde. Und das schafften weder Red Bull noch Ferrari, sondern Valtteri Bottas, dessen Williams-Team die Karten erst auf den letzten Drücker aufdeckte: "Wir wussten schon vorher, dass es P3 werden kann, wenn es wirklich perfekt läuft", verrät der Finne. Am Ende fehlten ihm stattliche 1,340 Sekunden auf die Pole-Position.

Vierter wurde überraschend Romain Grosjean (Lotus/+1,364), vor Sergio Perez (Force India/+1,402), Daniel Ricciardo (Red Bull/+1,442) und Felipe Massa (Williams/+1,488) - und die knappen Abstände demonstrieren, wie dicht das Verfolgerfeld beisammen lag. Ein Opfer davon wurde Sebastian Vettel (Ferrari/+1,628), für den es nur zum neunten Startplatz reichte (hinter Lotus' Pastor Maldonado, aber vor Toro-Rosso-Junior Carlos Sainz).

Vettel räumt ein, sich "im letzten Eck ein bisschen verbremst" zu haben, aber "statt Neunter wäre ich dann Achter oder maximal Siebter gewesen". Noch schlimmer erwischte es seinen (an diesem Wochenende bisher stärkeren) Teamkollegen Kimi Räikkönen, für den schon in Q2 Endstation war: Der viermalige Spa-Sieger hatte noch keine Zeit gesetzt, als er auf dem Weg hoch zu Blanchimont ausrollte und eine rote Flagge verursachte.

"Klingt nach Antriebswelle oder Getriebe", so die erste Einschätzung von Formel-1-Experte Marc Surer. Räikkönen selbst meldete am Funk nur: "Da ist etwas gebrochen." Am Ende wurde es der 14. Platz, weil Max Verstappen (Toro Rosso) wegen seiner Grid-Strafe lieber Reifen sparte. Mit Daniil Kwjat (12./Red Bull) erwischte es in Q2 einen weiteren Hochkaräter, den man nach den Trainingsleistungen womöglich in den Top 6 erwartet hätte.

Nico Hülkenberg (11.) schied (um 0,056 Sekunden gegen Sainz) vorzeitig aus, weil er "in der ersten Kurve zu gierig" war, wie er selbst zugibt: "Das hat dann Geschwindigkeit gekostet." Genau wie auch der Motor, der nicht die volle Leistung ablieferte. Aber der Le-Mans-Sieger schöpft Mut aus den starken Zeiten seines Teamkollegen Perez und ist guter Dinge, im Rennen einige Konkurrenten überholen zu können: "Das wird morgen gut."

Bereits im ersten Qualifying (in dem nur Mercedes auf weiche Reifen verzichtete) hatten sich erwartungsgemäß neben Felipe Nasr (Sauber) die beiden McLaren- und Manor-Marussia-Fahrer verabschiedet. Jenson Button freute sich am Funk über den Trostpreis, deutlich schneller gewesen zu sein als Fernando Alonso: "Ist eine Weile her." Während Alonso froh darüber war, nach dem Auspuffleck im Abschlusstraining überhaupt fahren zu können.

Wie viel Hamiltons Pole-Position angesichts der in Spa-Francorchamps erstmals greifenden Regeländerungen wert ist, wird sich zeigen: "Mit den neuen Starts, bei denen wir alles selbst machen müssen, ist noch alles drin", glaubt Rosberg. Und auch Hamilton bleibt auf dem Boden: "Die Pole-Position ist schön, aber ich weiß, dass es im Rennen bis zur fünften Kurve schwierig sein kann, die Führung zu verteidigen." Vor allem, wenn es wie erwartet regnen sollte...

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