Immer vorn dabei: Sebastian Vettel sieht Ferrari gut aufgestellt

, 31.10.2015

Sebastian Vettel ist sehr zufrieden mit dem Freitag beim Großen Preis von Mexiko 2015 - Kimi Räikkönen hat für seine schwache Longrun-Pace eine einfache Erklärung

Egal ob Vormittag oder Nachmittag, Qualifying-Simulation oder Longrun: Ferrari war am Freitag im Autodromo Hermanos Rodriguez in Mexiko-Stadt immer vorne mit dabei, obschon die Roten im beiden Zeitentableaus nicht ganz vorne liegen. Es war ein gelungener Freitag für die Scuderia, deren einziger Schreckmoment darin bestand, dass Sebastian Vettel eine haarige Boxeneinfahrt zu vermelden hatte, als ihm das Heck mehrfach ausbrach. Er meisterte aber die Situation im Stile eines viermaligen Weltmeisters.

Am Ende des 1. Freien Trainings markierte Kimi Räikkönen die Ferrari-Spitze mit einer Zeit von 1:26.295 Minuten, womit ihm drei Zehntel auf die überraschende Bestzeit von Max Verstappen fehlten. Wie alle Fahrer kämpften auch die Ferrari-Piloten mit den Gripverhältnissen, fielen jedoch im Gegensatz zu anderen Teams nicht durch wilde Dreher oder Ausritte auf.

Vettel, der am Vormittag als Vierter noch fast sechs Zehntel Rückstand auf Räikkönen hatte, drehte das Bild im 2. Freien Training um und drückte seinem Teamkollegen in 1:21.984 Minuten vier Zehntelsekunden in die Hand. Die Zeit bedeutete Platz fünf mit 0,453 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit von Nico Rosberg, jedoch war sie nur 23 Tausendstelsekunden langsamer als die Marke von Lewis Hamilton. Räikkönen sortierte sich auf dem sechsten Platz ein.

Räikkönen nimmt es locker

"Wir sind ziemlich zufrieden mit unserem Tag", sagt Sebastian Vettel, der in beiden Trainings zusammen 63 Runden abspulte und damit beinahe auf die Renndistanz von 69 Umläufen kam. "Der Regen hat am Ende unseren Longrun gestoppt, aber davon war ja jeder betroffen." Zuvor lief es im Longrun äußerst gut; Vettel war stets bei den schnellsten Fahrern dabei und fuhr dabei sogar auf dem harten Reifen. Außerdem sieht der 28-Jährige noch Luft nach oben: "Ich bin mir sicher, dass wir uns noch verbessern können."

Teamkollege Kimi Räikkönen war in den Longruns deutlich langsamer, hat dafür aber eine logische Erklärung. "In der zweiten Sitzung hat es während der Longruns immer wieder ein bisschen geregnet und ich wollte nichts riskieren, deshalb bin ich es immer, wenn Regentropfen fielen, locker angegangen", sagt der Finne. Der Regen setzte nicht erst in den letzten Minuten ein, sondern deutete sich bereits zuvor mit einzelnen Tropfen an. Sorgen macht sich der 36-Jährige nicht: "Es fühlte sich gut an."

Red Bull macht auf Ferrari Druck

Auf dem rutschigen Geläuf in Mexiko-Stadt machte Räikkönen sogar die Grand-Prix-Distanz von 69 Runden voll und erwies sich als Dauerläufer. Lediglich Carlos Sainz jun. drehte am Freitag noch mehr Runden. "Wir haben noch immer Zeit, am Fahrzeug auf der Suche nach einem besseren Setup zu arbeiten und werden sehen, wie es läuft", gibt sich der Finne gelassen. "Wir werden versuchen, das Beste herauszuholen." Aufgrund der rutschigen Verhältnisse sei es ein schwieriger Tag gewesen, fügt er hinzu.

Alles deutet darauf hin, dass Ferrari in Mexiko einen Zweifrontenkrieg führen muss: Neben Mercedes ist auch Red Bull zum Gegner herangewachsen; Daniil Kwjat und Daniel Ricciardo nahmen im 1. Freien Training die beiden Ferrari-Piloten in die Zange und waren am Nachmittag beide schneller. In jeder Session lag also mindestens ein Bulle vor einem Ferrari. Aber Konkurrenz belebt bekanntermaßen das Geschäft.

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