Lewis Hamilton: Kein Druck trotz Angriff auf Senna-Bestmarken

, 17.09.2015

Lewis Hamilton kann in Singapur gleich auf dreifache Weise mit seinem großen Idol Ayrton Senna gleichziehen - Jenson Button lobt seinen ehemaligen Teamkollegen

Die Karriere von Ayrton Senna ist beeindruckend. In 161 Rennen holte der Brasilianer zwischen 1984 und 1994 insgesamt drei WM-Titel, 41 Siege und 65 Pole-Positions . In Singapur könnte es zu einem kuriosen Szenario kommen: Weltmeister Lewis Hamilton startet dort ebenfalls in sein 161. Rennen und könnte am Sonntag ebenfalls seinen 41. Sieg in der Formel 1 holen. Damit würde er exakt die Marke seines großen Vorbilds einstellen.

Außerdem könnte der Brite am Samstag seine acht Pole-Position in Serie einfahren. Sennas Bestmarke, aufgestellt zwischen 1988 und 1989, liegt ebenfalls bei acht. "Nach dem vergangenen Rennen sagte man mir nur, wie viele Rennen ich gefahren bin. Als ich dann sah, dass das fast mit Ayrtons Karriere übereinstimmt, konnte ich es nicht glauben", berichtet Hamilton auf einem PR-Termin vor dem Großen Preis von Singapur.

"Ich wusste gar nicht, dass ich mich auf diesem Kurs befinde. Es fühlt sich ziemlich großartig an", freut sich der Brite, ergänzt jedoch: "Ich bin hier, um um die Weltmeisterschaft zu kämpfen. Das ist mein Fokus. Ich konzentriere mich nicht darauf, was Senna erreicht hat oder was ich erreicht habe. Ich bin hier, um das Rennen zu gewinnen."

Denn Hamiltons großes Ziel ist klar: Er will sich Ende des Jahres WM-Titel Nummer drei sichern - und damit auch in dieser Hinsicht mit Senna gleichziehen. "Ich wollte Ayrton Senna immer nacheifern und jetzt bin ich fast so viele Rennen gefahren wie er, mir fehlt nur eins, und ich habe nur eins weniger gewonnen. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass ich an diesem Wochenende besonders unter Druck stehe", so Hamilton.

"Ich konzentriere mich darauf, den gleichen Job wie im vergangenen Rennen zu machen. Es ist aber schon eine Art Meilenstein, den ich in meiner Karriere erreiche", sagt der Brite weiter. In Monza hatte es Hamilton zuletzt geschafft, vom ersten Training bis zum Rennen (einschließlich jedes einzelnen Qualifyingabschnitts) in jeder Session vorne zu sein. Als Sahnehäubchen sicherte er sich auch noch die schnellste Rennrunde.

Button lobt Hamilton

"Man kann das Wochenende, das ich zuletzt hatte, eigentlich nicht übertreffen. Also ist es wohl das Ziel, es zu wiederholen", so Hamilton, der auch von seinem ehemaligen McLaren-Teamkollegen Jenson Button gelobt wird. "Lewis ist auf einer Runde extrem schnell, vielleicht einer der schnellsten aller Zeiten. In diesem Jahr hat er das massiv zu seinem Vorteil genutzt", erklärt der Weltmeister von 2009 gegenüber 'Sky Sports'.

"Er schafft es dadurch auf die Pole-Position und weil die Autos momentan so sind und er die Situation kontrollieren kann, kommt Nico nie vorbei. Lewis kann einen bestimmten Speed fahren und zwei Runden vor dem Boxenstopp pusht er dann, weshalb Nico ihn nicht angreifen kann. Er schafft keinen 'Undercut', er schafft keinen 'Overcut', er kann nichts machen", so Button.

Zwischen 2010 und 2012 fuhren Button und Hamilton drei Jahre lang gemeinsam für McLaren. Die ernüchternde Bilanz: In 58 Anläufen konnte sich Button im Qualifying nur 15-mal gegen Hamilton durchsetzen. 43-mal hatte der amtierende Champion die Nase vorne. Dass Button damals trotzdem mithalten konnte, lag vor allem daran, dass er im Rennen häufig cleverer agierte als Hamilton.

Doch auch in dieser Hinsicht hat sich Hamilton mittlerweile gesteigert. Button lobt: "Lewis hat sich definitiv verbessert, wenn es darum geht, über sein Rennen nachzudenken. Im vergangenen Jahr hatte er Probleme mit der Zuverlässigkeit und machte Fehler, wie es uns allen passiert. Trotzdem hat er die Meisterschaft gewonnen. In diesem Jahr macht er keine Fehler, das Team macht keine Fehler und er zieht davon."

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