Marchionne fordert: Anwalts-Reglement auf den Schrott

, 15.12.2015

Sergio Marchionne treibt seine Vision der Formel 1 voran: Das viel zu komplizierte Regelwerk soll völlig über den Haufen geworfen werden - MotoGP als Vorbild

Im Zuge des Machtkampfs mit Bernie Ecclestone und Jean Todt weigert sich Ferrari-Präsident Sergio Marchionne zwar, einfachere Motorentechnologie einzusetzen, spricht sich jedoch für eine Vereinfachung des Reglements als solches aus. Dabei verweist er auf die Situation in der MotoGP, in der Entscheidungen einfacher getroffen werden. "Wir benötigen derzeit Anwälte, um die Regularien zu interpretieren und so können wir nicht weitermachen."

Der 63-Jährige spricht sich dafür aus, das derzeitige Regelsystem zu "verschrotten", weil es für niemanden mehr außer Anwälten verträglich sei. Die Komplexität des über viele Jahre immer weiter entwickelten Reglements hat Ausmaße angenommen, die für Außenstehende nicht mehr nachvollziehbar sind. Das technische Reglement der Formel 1 allein umfasst 90 A4-Seiten, hinzu kommt das sportliche Reglement, das noch einmal mit deren 56 aufwartet.

Marchionne antwortet auf die Frage eines Journalisten, was die Formel 1 von der MotoGP lernen könne: "Was wir in der Formel 1 an Regeln haben, hat nichts mit denjenigen bei den Motorrädern zu tun. Das sind zwei verschiedene Herangehensweisen. Jetzt gibt es einen dritten Reifen und alle scheinen glücklich zu sein." Er selbst glaube aber nicht, dass das Hinzufügen weiterer Komplexität der richtige Schritt sei.

Auch Teamchef Maurizio Arrivabene findet, dass sich die Formel 1 von den Zweirädern etwas abschauen könne, allerdings in anderer Hinsicht: "Es gibt großen Respekt vor den Herstellern in der Welt der Zweiräder und die ganze Methodik ist daher anders", so der 58-Jährige. "Dort werden Dinge mit allen Stakeholdern ausgehandelt und die Entscheidungen werden schnell und im Einklang miteinander getroffen. Dann nimmt sich der Weltverband dessen an."

"Es ist eine andere Herangehensweise und eine völlig andere Einstellung, deshalb warten sie mit schnellen Veränderungen auf, um auf die Bedürfnisse der Öffentlichkeit einzugehen", lobt Arrivabene die schnellen Entscheidungsfindungen im Zweiradsport. "Sie hören sehr genau zu und reagieren schnell, außerdem haben sie großen Respekt vor den Herstellern", fasst er zusammen. In der Formel 1 stehen sich in den verschiedenen Gremien so viele verschiedene Interessen gegenüber, dass Verhandlungen oft ohne Resultat bleiben.

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