Mercedes-Piloten räumen ein: Unterschied zu Ferrari "minimal"

, 06.04.2017

Lewis Hamilton und Valtteri Bottas sehen die Scuderia wegen ihres starken Renntrimms auf Augenhöhe - Vorteil beim Antrieb scheint verschwunden

Ferrari scheint Mercedes in der Formel-1-Saison 2017 die Stirn bieten zu können - wenn nicht sogar mehr drin ist für die Roten. Das erkennen nach dem Erfolg der Scuderia durch Sebastian Vettel beim Auftakt in Melbourne auch die Piloten der Silberpfeile an. Valtteri Bottas räumt im Vorfeld des China-Grand-Prix ein, dass sein Team seinen Vorteil bei den Hybridmotoren verloren hätte. "Die Autos sind sehr dicht beieinander", so der Finne. "Der Unterschied beim Antrieb ist minimal."

Auch beim allgemeinen und dem mechanischen Antrieb bestünde zwischen seinem W08 und dem SF70H der Konkurrenz kaum ein Unterschied, findet Bottas. Wie erklärt sich aber, dass Mercedes nach den Eindrücken aus Australien im Qualifying weiter die Nase vorne zu haben scheint? Lewis Hamilton glaubt, dass der springende Punkt der Umgang der Autos mit den Pneus sei: "Im Renntrimm war Ferrari schon immer stark und aus irgendwelchen Gründen stets sanft zu den Reifen."

Was Vettel und Räikkönen sonntags zugute kommt, ist samstags ein Problem - wenn es nur darum geht, die Gummis rasch auf Temperatur zu bekommen und eine schnelle Runde ohne Anlauf auf den Asphalt zu brennen. Im Mercedes-Lager will man sich diesen Vorteil behalten und herausfinden, was es braucht, um im Rennen länger durchzuhalten. Schließlich hätte Hamilton mit einem längeren Stint auf Ultrasoft vor zwei Wochen gewinnen können. Doch die Angelegenheit ist diffizil.

Auf die Probleme in Melbourne angesprochen sagt er: "Wir haben nicht die Antwort, weil viel von Wetter und Temperaturen abhängt. Aber wir können besser reagieren. Wir haben viel mitgenommen und verstehen die Reifen besser." Will heißen, dass Verschleiß erneut zum Problem werden kann, aber nicht muss. "In ein paar Rennen sind wir in besserer Position", hofft Hamilton, die Schwierigkeit endgültig loszuwerden. Offenbar befürchtet er aber, dass Ferrari damit nicht abgehängt ist.

Schließlich spielt das Set-up eine gewichtigere Rolle als noch 2016, was für zusätzlichen Druck in den Qualifyings sorgt. Wer sich verzockt, fällt schnell zurück. Gepaart mit der Überholproblematik eine brisante Angelegenheit: "Es ist ein ganz anderes Auto verglichen mit dem, was ich bisher gefahren bin", beschreibt Bottas den neuen Boliden und wittert Hochspannung schon samstags: "Der Kampf um die Pole-Position wird bei den meisten Rennen eng werden - es zählt jedes Bisschen."

Dass Mercedes und Ferrari die Siege mutmaßlich unter sich ausmachen, hängt auch damit zusammen, dass der Red-Bull-Mannschaft im Winter nicht der erhoffte Leistungssprung gelungen ist. Daniel Ricciardo streitet ab, dass seine Truppe zurückgefallen sei: "Ich denke nicht, dass die Lücke größer ist als in der Vergangenheit. Wir sind nicht schlechter", meint der Australier und betont, dass sich alles um den Renault-Antrieb drehen würde: "Er ist jetzt fahrbarer, auch wenn wir auf den Geraden noch verlieren - vier Zehntelsekunden auf Mercedes im Qualifying, zwei auf Ferrari." Interessant: Damit unterstellt Ricciardo, dass die Antriebe der Spitzenreiter nicht identisch wären.

Die einzig skeptische Stimme bezüglich Ferrari besitzt Ex-Pilot Fernando Alonso: "Sie sind ein Herausforderer", meint der Spanier, mahnt jedoch mit Blick auf das Australien-Rennen: "Schon im vergangenen Jahr waren sie bis zur roten Flagge auf dem Weg zum Sieg." Damals war Vettel in einem Strategiepoker ebenfalls in Richtung Platz eins unterwegs, ehe ihm das Rennpech die Sache verhagelte - und in der Folge machten die Italiener keinen Stich mehr gegen Mercedes.

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