"Eigene Liga": Mercedes schon mit Kampfansage

, 24.03.2017

Mercedes hat die Konkurrenz mit seiner Pace am Freitag deklassiert: Sowohl auf kurzen als auch langen Runs waren die Silberpfeile eine Klasse für sich

"Lewis ist im Moment in einer eigenen Liga." Diesen Satz wollten viele Formel-1-Fans und vor allem die Konkurrenz nicht aus dem Mund von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hören, doch schon nach dem ersten Trainingsfreitag scheint klar zu sein, dass Erfolge auch 2017 nur über den dreimaligen Weltmeister und Mercedes gehen werden. Der Brite dominierte das Geschehen zum Auftakt klar und sorgte damit für ein Lächeln am Kommandostand

In Rundenzeit hieß das im zweiten Training 1:23.620 Minuten, womit Hamilton 0,547 Sekunden schneller war als Verfolger Sebastian Vettel im Ferrari (und eine Sekunde als etwa Red Bull). Und als wäre dieser Abstand aus Sicht der Gegner nicht schon schlimm genug, so dominierte Mercedes auch bei den Longrun-Zeiten. Selbst mit Ultrasofts im zweistelligen Rundenalter kam Hamilton auf tiefe Zeiten von 1:28 Minuten - alle anderen waren mindestens im 1:29er-Bereich.

Dieser Auftritt hebt die Laune des entthronten Weltmeisters natürlich spürbar an: "Ich bin überglücklich, wieder im Auto zu sitzen, besonders nach einem ersten Tag wie diesem. Er war zu 99 Prozent perfekt", lacht Hamilton und reagiert damit in sportlich bester Weise auf die Niederlage im letztjährigen Titelkampf und die Fragezeichen nach den Wintertestfahrten von Barcelona.

Bottas bei Debüt mit Luft nach oben

"Nachdem ich in Barcelona mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, wussten wir nicht, ob es hier genauso sein würde. Es ist ermutigend, dass wir nur eine Woche später hier an die Strecke kommen und das Auto genau da ist, wo es sein sollte", fasst der Brite seinen ersten offiziellen Arbeitstag zusammen. "Wir haben bislang sowohl auf längeren als auch kürzeren Runs eine gute Form gezeigt und konnten alle Runden absolvieren, die wir geplant hatten."

Seinem neuen Teamkollegen Valtteri Bottas fehlte beim Silberpfeil-Debüt etwas mehr als eine halbe Sekunde auf ihn. Neun Tausendstelsekunden war der Finne langsamer als Vettel und klassierte sich damit auf Rang drei. "Insgesamt war es ein guter Tag für mich. Wir müssen noch etwas an der Fahrzeugbalance arbeiten, aber wir konnten unser Programm ohne Probleme absolvieren", lautet das erste Fazit des ehemaligen Williams-Piloten.

Doch Rundenzeiten waren für den Rennstall ohnehin nur sekundär. Wichtig war, dass man am ersten Tag gut reinfindet und angesichts des neuen Reglements problemfrei durch den Tag kommt - das ist gelungen. "Am heutigen Tag lief wirklich alles glatt", nickt der neue Technikchef James Allison zufrieden.

Erste Erkenntnis: Das Auto ist stark

Wie in den Vorjahren gilt dabei aber: Am Freitag schnell zu sein, ist zwar schön, bringt aber für den Rest des Wochenendes keine Punkte. Keiner weiß, wie die Programme der Konkurrenz aussahen, von daher tritt man im Silberlager noch etwas auf die Euphoriebremse: "Mit Blick auf unsere Pace müssen wir bedenken, dass dies nur das Training war. Erst morgen erfahren wir, wo wir wirklich stehen", mahnt Bottas.

Und selbst Lewis Hamilton wähnt sich nicht sicher, denn er glaubt, dass Ferrari zu Beginn noch nicht am Maximum war. "Im zweiten Training waren sie dann auch urplötzlich schnell. Morgen sehen wir, wie es wirklich aussieht", so der Brite, der trotzdem vor Zuversicht sprüht: "Es fühlt sich super an und die Jungs haben fantastische Arbeit abgeliefert. Ich werde alles geben, um dieses Rennen zu gewinnen."

Nimmt man die Erkenntnisse vom Freitag zugrunde, dann gibt es kaum Argumente, die in Australien gegen ein gutes Ergebnis von Mercedes sprechen. "Alles in allem scheint das Auto stark zu sein", verkündet Allison. "Jetzt freuen wir uns darauf, was wir morgen damit erreichen können." Ob die Konkurrenz das auch so sieht, das darf allerdings bezweifelt werden...

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