Nach Kollision mit Bottas in Sotschi: Strafe gegen Räikkönen

, 11.10.2015

Die Meinungen gehen auseinander: Für Kimi Räikkönen war die Kollision mit Valtteri Bottas ein Rennunfall, sein Landsmann sieht das anders

Kimi Räikkönen wurde von den FIA-Rennkommissaren nach dem Grand Prix von Russland 2015 eine 30-Sekunden-Strafe aufgebrummt, die den Ferrari-Fahrer vom fünften auf den achten Platz zurückwirft (und Mercedes zum Konstrukteurs-Weltmeister 2015 macht). Räikkönen war in der letzten Runde des Rennens in Sotschi im Kampf um Platz drei mit seinem Landsmann Valtteri Bottas kollidiert.

"Ich konnte niemanden sehen, war vorne - und auf einmal trifft mich jemand am Scheitelpunkt", ärgert sich der Williams-Pilot, dessen Arbeitstag statt auf dem Podium in den Barrieren endete. Räikkönen konnte mit funkensprühendem Unterboden weiterfahren, musste noch Felipe Massa durchlassen und wurde als Fünfter abgewunken. Durch die nachträgliche Strafe fiel er noch hinter Daniil Kwjat, Felipe Nasr und Pastor Maldonado zurück.

Laut Experte Marc Surer eine gerechte Entscheidung, denn Räikkönen sei bei dem Manöver "zu optimistisch" gewesen: "Er war zu weit hinten. Wenn man ans Hinterrad des Vordermannes fährt, ist man einfach schuldig - da gibt's keine Diskussion. Wenn man von so weit hinten angreift, kann man sich nicht in Luft auflösen. Es gibt physikalische Gesetze. Kimi hat noch versucht zu bremsen, sein Rad stand. Er hat gemerkt, das geht schief."

Trotzdem war es aus Räikkönens Sicht ein normaler Rennunfall: "Ich hatte ihn an der gleichen Stelle davor schon mal überholt. Ich holte ihn bei Kurve 3 ein, war nicht weit hinten und entschied mich, es noch einmal zu probieren. Dann konnte ich nicht mehr zurückstecken. Ich war da. Er hat mich anscheinend nicht gesehen und nicht damit gerechnet. Ich hatte so stark eingelenkt, wie ich konnte", rechtfertigt sich der "Iceman".

Die Strafe ist für das Williams-Lager ein schwacher Trost: "Das ist mir egal, ich bekomme die Punkte nicht zurück", seufzt Bottas, und Chefingenieur Rob Smedley findet: "Wenn ich um meine Meinung gefragt werde, dann ist eine Strafe in Ordnung. Aber ich will kühlen Kopf bewahren. Kimi hat's schon von sehr weit hinten probiert." Kein Wunder: "Wir haben Kimi angefeuert, denn er war deutlich schneller", ergänzt Ferrari-Technikchef James Allison.

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