Neues Formel-1-Qualifying wird in Bahrain wieder abgeschafft

, 20.03.2016

Rückkehr zum altbekannten Modus in der kompletten Saison: Darauf einigten sich die Teamchefs am Sonntagvormittag - Exotische Ideen werden für 2017 diskutiert

Die Formel-1-Verantwortlichen haben sich geeinigt, den umstrittenen neuen Qualifying-Modus nach dem "Reise-nach-Jerusalem"-Prinzip wieder abzuschaffen und beim Bahrain-Grand-Prix in zwei Wochen zum alten System zurückzukehren. Die Entscheidung fiel am Sonntagvormittag bei einem Meeting im Paddock von Melbourne. "Wir haben einen Fehler begangen und werden ihn beim nächsten Rennen rückgäng machen", bestätigt Red-Bull-Teamchef Christian Horner bei 'Sky Sports F1'.

Sein Mercedes-Kollege Toto Wolff spricht bei 'Autosport' von einer "einstimmigen Entscheidung", die von der Formel-1-Kommission abgesegnet werden müsse. Dass es bei der Formalie Probleme gibt, kann er sich aber nicht vorstellen: "Ich würde gerne sehen, wer ein Qualifying wie das am Samstag unterstützt", sagt der Österreicher. "In den kommenden paar Tagen sollte es erledigt sein."

Die Entscheidung gilt für die ganze Saison 2016, neue Experimente wird es in diesem Jahr nicht mehr geben. Offenbar lag neben der komplette Rückkehr zum altbekannten Modus auch eine Kompromisslösung auf dem Tisch, bei der die Novelle nur für den dritten Qualifikationsabschnitt revidiert worden wäre. "Einige Teams waren der Meinung, Q1 und Q2 würden für Abwechslung sorgen. Aber schlussendlich hat man sich auf einen gemeinsamen Nenner besonnen", meint Wolff.

Neuer Kompromisslösung laut Wolff "blöde Idee"

Der Mercedes-Sportchef würdigt die Rolle rückwärts als Rückbesinnung auf eine verständliche und im Formel-1-Reglement optimierte Vorgehensweise zur Ermittlung der Startplätze. Es ginge nicht darum, das Rad neu zu erfinden. "Wir wären blöd, wenn wir uns für nächste Woche einen neuen Kompromiss ausdenken würden, den wir wieder ablehnen", warnt Wolff und verschiebt jegliche Revolution: "Vielleicht schauen wir uns die Sache noch an, dann aber Blick auf die nächste Saison."

Exotischen Alternativen wie einer umgekehrten Startaufstellung oder der Idee, die Piloten nach dem Abschneiden im teaminternen Vergleich auf die Plätze eins bis elf respektive zwölf bis 22 zu verteilen (sodass alle Mannschaften unter den Top 11 vertreten sind), erteilt Wolff eine Absage. "Eine Frage der Philosophie. Meiner Meinung nach ist es nicht der richtige Weg", sagt er und signalisiert dennoch Reformbereitschaft. "Es sollte puristisch bleiben. Aber wenn ein Team der Konkurrenz über Jahre enteilt, kann man über solche Modelle nachdenken. Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust."

Toto Wolff war am Samstag einer der größten Kritiker des neuen Formel-1-Qualifyings. Nach der Premiere sprach er davon, dass die Idee einer "neurotischen Änderung" gleichkommen würde. "Ziemlich peinlich" findet er, einen Modus nach einem Rennen sofort wieder abzuschaffen. Technikexperten hätten im Vorfeld auf die Probleme eines Formats aufmerksam gemacht, das die sportlichen Frontleute in seiner Komplexität unterschätzt hätten. "Doch wir waren schon zu weit", so Wolff. "Wir konnten die Gremien nicht mehr überzeugen, nochmals etwas zu ändern."

Beim Qualifying zum Australien-Grand-Prix in Melbourne schieden die Piloten in den einzelnen Segmenten nicht am Sessionende aus, sondern im 90-Sekunden-Takt bei laufendem Fahrbetrieb. Nach Problemen mit der TV-Grafik war das System nicht nur undurchschaubar für viele Zuschauer und für einige Teams, sondern führte auch dazu, dass es weniger Fahrbetrieb gab als 2015. Allen voran in Q3 bekamen die Fans kaum Action zu sehen, in den letzten fünf Minuten ging kein Pilot mehr auf der Strecke.

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