Red Bull sendet Friedenssignale in Richtung Renault

, 18.02.2016

Neues Auto, neue Saison, neue Freundschaft? Red Bull fährt mit einer neuen Rhetorik in Richtung Renault auf - Motorenfrage für 2017 stellt sich schon bald

Nach einem Jahr voller Streitereien, Zankäpfeln und Ausfällen will Red Bull die Vergangenheit scheinbar ruhen lassen und sich auf die Zukunft konzentrieren. Daher sendet Christian Horner im Rahmen des Red-Bull-Launchs 2016 Entspannungssignale an Motorenpartner Renault, mit dem sich das Team vergangene Saison hoffnungslos zerstritten hatte. Bekanntlich geht Red Bull weiterhin mit Renault-Motoren an den Start, die auf den Namen "TAG Heuer" umgetauft wurden.

"Es ist sehr schwer, Vorhersagen zu treffen, aber Renault scheint sich auf die richtigen Bereiche über den Winter konzentriert zu haben", schlägt Teamchef Christian Horner überraschend versöhnliche Töne an. "Da gibt es eine Zuversicht, die wir bei ihnen lange Zeit nicht gesehen haben." Renault hat Red Bull ein Entwicklungskonzept vorgelegt, das den Rennstall scheinbar überzeugt hat. Dort geht es aber erst einmal um strukturelle Veränderungen und nicht um konkrete Verbesserungen an der Antriebseinheit.

"Renault hat sein Engagement in der Formel 1 neu bekräftigt, indem sie das Lotus-Team gekauft haben", so der 42-Jährige. "Und damit man konkurrenzfähig sein kann, braucht man einen guten Motor. Sie scheinen die richtigen Züge gemacht zu haben. Sie haben kompetente Leute in den Schlüsselpositionen. Dazu haben sie neue Expertise von außen eingeholt und scheinen sich in die richtige Richtung zu bewegen."

Zeit erforderlich, die man nicht hat

Nach den Giftpfeilen, die auch nach den Bekanntgaben der jeweiligen Pläne der beiden Parteien für 2016 noch in aller Regelmäßigkeit flogen, ist Red Bull um Entspannung bemüht. Sicherlich nicht ganz uneigennützig, schließlich wollen die Bullen ja nicht mit B-Material abgespeist werden. Zwar sind alle Hersteller verpflichtet, ihre Kundenteams mit denselben Antriebseinheiten zu beliefern wie ihre Werksteams. Für die Software gelten solche Bestimmungen jedoch nicht.

Horner hat vollstes Vertrauen in die Motorenschmiede in Viry-Chatillon, dass sein Team nicht gegenüber dem Werksteam benachteiligt wird: "Ich denke, dass wir dasselbe Equipment bekommen werden wie Renault selbst, sie sind dort immer sehr fair gewesen. Vergessen wir nicht, dass wir mit ihnen eine Beziehung seit 2006 haben. Selbst als wir unsere erste Weltmeisterschaft geholt haben, waren sie noch werksseitig dabei." Adrien Newey, der wieder ins Formel-1-Projekt bei Red Bull involviert ist, hatte sich bereits ähnlich über Renaults Fairness geäußert.

Trotzdem will Horner realistisch bleiben und proklamiert, dass sein Team als "Underdog" in die Saison starten werde. "Hoffentlich wird uns der Fortschritt an Williams heranbringen", spekuliert er, legt dabei aber noch das Kräfteverhältnis von 2015 zugrunde. "Wir wissen, dass Mercedes und Ferrari stark sein werden, denn selbst wenn sie gar nichts tun würden, wären sie noch immer in guter Verfassung. Aber wie viel hat Williams gefunden? Was hat Force India getan? Und wir wissen, dass Toro Rosso einen großen Schritt machen wird." Prognosen sind im Winter bekanntlich immer schwer zu treffen.

Neuerliche Werbung für FIA-Diktatur

Der Österreicher weiß aber auch, dass die strukturellen Veränderungen bei Renault sich nicht kurzfristig durchschlagen werden: "Ihr größtes Problem ist die Zeit. Motorenentwicklung verschlingt fürchterlich viel davon." Zeit ist auch für Red Bull kritisch. Denn eine Hängepartie hinsichtlich der Motoren für die nächste Saison wie vergangenes Jahr werden sich weder Horner, noch Helmut Marko, noch Dietrich Mateschitz leisten wollen. Und der Alternativmotor, in den Red Bull große Hoffnungen gesetzt hatte, ist fürs Erste wieder vom Tisch.

2017 sollen auch neue Regeln greifen. Aus den ursprünglich angedachten fünf Sekunden Performancesteigerung wird aber wohl nichts. Horner nimmt das zum Anlass, noch einmal für eine FIA-Diktatur zu werben, statt die Teams die Regeln machen zu lassen: "Regeln mittels Konsens zu machen ist immer schwierig. Das ist ein klassischer Fall, in dem die kommerziellen Rechteinhaber und die Regelbehörde die Regeln auf einem Papier niederschreiben und sagen müssen, dass es so gemacht wird. Man wird niemals alle zufriedenstellen können. Immer nur verschiedene Ansichten zu diskutieren führt zu nichts."

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