Ron Dennis ätzt gegen Testbeschränkung: "Spart kein Geld!"

, 02.08.2015

Ron Dennis spricht sich gegen die aktuelle Testeinschränkung aus und ist der Meinung, dass die Formel 1 damit genau das Falsche erreicht: die Kosten steigen

Fernando Alonso hatte sich zuletzt nicht glücklich über die eingeschränkten Testmöglichkeiten in der Formel 1 gezeigt. Der Spanier war frustriert über die geringen Entwicklungschancen in der Königsklasse und gab sogar offen zu, dass ihn ein Wechsel in eine andere Serie reizen könnte. Teamboss Ron Dennis kann seinen Starpiloten in dessen Ansicht verstehen, denn trotz des starken Ergebnisses von Ungarn mit den Plätzen fünf und neun ist McLaren-Honda in der WM weiterhin nur vor Manor-Marussia und hat im Saisonverlauf kaum etwas auf die Konkurrenz gutmachen können.

"Fernando teilt meine Frustration, dass man nicht testen kann, wenn man nicht konkurrenzfähig ist", wird Dennis von 'motorsport.com' zitiert. Der einst so erfolgreiche McLaren-Chef, der viele Jahre lang mit seinem Team um den WM-Titel mitfuhr, spricht von einem "riesigen Handicap", das das derzeitige Testverbot mit sich bringt. In dieser Saison gab es nur zwölf Testtage im Winter und vier zusätzliche während der Saison. 2016 soll es jedoch insgesamt nur noch acht Testtage geben - zu wenig findet Dennis.

"Es ist viel schwieriger, die Performance von Auto und Motor zu verbessern", sieht der Brite seinen Rennstall deutlich im Nachteil, denn Neueinsteiger Honda hatte bei seinem Comeback ohnehin schon einen großen Rückstand auf die Konkurrenten. Damit unterstreicht er die Aussagen von Alonso, der meinte: "Beim Wintertest in Jerez und Barcelona kann man eine Münze werfen: Wenn man konkurrenzfähig ist, wird man eine gute Saison haben, wenn nicht, dann wird man eine schlechte Saison haben."

Begründet wird die Verschlankung des Testprogramms vor allem mit dem beliebten Thema Kosteneinsparung. Weniger Testtage bedeuten automatisch weniger Kosten, was in der verschwenderischen Formel 1 derzeit gerne als Begründung für Regeländerungen hergenommen wird, doch Dennis hält das für einen Trugschluss: "Eigentlich spart es gar kein Geld ein, da wir viel mehr Entwicklungen an das Auto bringen müssen, ohne sie vorher getestet zu haben."

"Wir bekommen es nicht immer richtig hin, und wenn das der Fall ist, dann verschwenden wir Geld. Von daher wird am falschen Ende gespart", erklärt Dennis. Laut Dennis sparen durch die Maßnahmen lediglich kleinere Teams Geld, während die Performance von großen Teams behindert werde. "Aber darum geht es in der Formel 1 nicht", sagt er. "In der Formel 1 geht es um Wettbewerb, nicht um Handicaps. Und das größte Handicap der Formel 1 ist die Testbeschränkung."

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