Sebastian Vettel hält Ball flach: "Wollen vor Williams bleiben"

, 09.04.2015

Warum Sebastian Vettel zwei Saisonsiege weiter als Erfolg ansehen würde, wie er die Feier bei Ferrari erlebte und wieso er in Maranello auf eine Flaggenvermehrung hofft

Die Spannung vor dem Grand Prix von China ist groß: Können Sebastian Vettel und Ferrari die Siberpfeile von Mercedes ein weiteres Mal herausfordern, oder war der Sensationstriumph von Malaysia nur eine Eintagsfliege? Der viermalige Weltmeister ist im Vorfeld des dritten Saisonrennens in Schanghai bemüht, den Ball flach zu halten. "Wir sind realistisch, was unsere Ziele angeht, sie haben sich nicht verändert", verweist er auf die Vorgabe vor der Saison, zwei Siege einfahren zu wollen.

Aber offenbarte die starke Leistung in Sepang die tatsächliche Form von Ferrari? "Das war unser wahres Tempo vor zwei Wochen, denn ich glaube nicht, dass Mercedes und alle anderen vom Gas gegangen sind", sagt Vettel mit Augenzwinkern.

Ferrari will die Nummer zwei sein

Ihm ist jedoch bewusst, dass das vergangene Rennen eine Momentaufnahme war: "Es war schön, dass wir so konkurrenzfähig waren, aber da kamen auch ein paar Umstände zusammen. Am wichtigsten ist, dass wir es geschafft haben, daraus Profit zu schlagen, ein sehr gutes Ergebnis einzufahren und das Rennen zu gewinnen. Generell kann es aber in dieser Saison bergauf und bergab gehen, und wir wollen dafür sorgen, dass es öfter bergauf als bergab geht."

Bei den kommenden Rennen hat es nicht Priorität, erneut Mercedes zu attackieren, sondern den Status als Silberpfeil-Jäger zu festigen. "Wir wollen vor den Teams bleiben, die bei den vergangenen Rennen hinter uns waren - mit dem Wissen, dass sich Mercedes in einer sehr starken Lage befindet", erklärt er seine aktuelle Sicht der Dinge.

Zudem seien zwei Rennen als Gradmesser für das wahre Kräfteverhältnis laut Vettel nicht ausreichend, obwohl man bereits eine gute Ahnung habe, wo man liegt. "Wir wollen uns als das Team direkt hinter Mercedes etablieren", senkt er die hohen Erwartungen. "Das würde bedeuten, dass wir nicht nur für ein paar Rennen, sondern über die gesamte Saison hinweg vor starken Teams wie Williams und Red Bull bleiben. Wenn wir das bestätigt haben, dann ist es unser nächstes Ziel, die Lücke zu Mercedes zu verringern."

Was es mit den Flaggen in Maranello auf sich hat

Noch genießt Vettel aber die Euphorie, die seit seinem Sensationssieg bei der Scuderia vorherrscht. Vergangenen Mittwoch kehrte der neue Held der Tifosi nach Maranello zurück, wo sein Erfolg ein weiteres Mal gefeiert wurde. "Es war ohnehin geplant, dass ich zu Simulatorarbeiten in die Fabrik komme, aber es war dann schön, nach dem Sieg vom Team begrüßt zu werden", erzählt Vettel mit glänzenden Augen. "Die ganze Fabrik traf sich zu einem Mittagessen, und es war schön, dass sich alle Leute in einem Raum versammelt haben. Wir haben einfach ein bisschen gefeiert."

Zudem lernt Vettel nun die Gepflogenheit bei Ferrari kennen. Neben dem Läuten der Kirchenglocken nach einem Ferrari-Sieg gibt es eine weitere Tradition: "Ich habe herausgefunden, dass bei einem Sieg für Ferrari beim Eingangstor eine Flagge angebracht wird. Diese bleibt jetzt einmal hier, und ich hoffe, dass wir in naher Zukunft für eine weitere Flagge sorgen können."

Vor allem nach den erfolglosen Jahren erfüllt die Flagge die Mitarbeiter wieder mit Stolz. "Es ist schon ziemlich lang her, dass das zum letzten Mal passiert ist", kann sich Vettel einen kleinen Seitenhieb auf seinen Vorgänger Fernando Alonso nicht verkneifen. "Vor zehn Jahren gab es vermutlich sehr viele Flaggen, vor allem zu Saisonende."

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