Sebastian Vettel warnt: Mercedes hat Pace noch nicht gezeigt

, 18.09.2015

Ferrari mischt in Singapur im Freitagstraining mit beiden Fahrern vorne mit - Kimi Räikkönen schnell - Sebastian Vettel muss sich für das Qualifying steigern

Der erste Trainingstag für das Nachtrennen in Singapur brachte ein überraschendes Ergebnis. Mercedes fuhr nicht mit Abstand die schnellsten Zeiten, sondern Red Bull, Ferrari und Mercedes scheinen auf dem Straßenkurs auf Augenhöhe zu sein. "Am Freitag ist es immer schwierig einzuschätzen, aber ich denke, wir hatten einen guten Tag", meint Ferrari-Pilot Sebastian Vettel zufrieden, obwohl der Deutsche im Endergebnis nur den fünften Platz belegte.

Der Tag begann für Vettel turbulent. Im ersten Freien Training touchierte er mit dem rechten Hinterrad eine Mauer, aber es passierte nichts. Zehn Minuten vor Ablauf der Zeit verbremste sich der viermalige Weltmeister in Kurve 5 und konnte einen Frontalaufprall gerade noch verhindern. Vettel und Kimi Räikkönen beendeten das erste Training auf den Plätzen vier und fünf. Auf Mercedes fehlte eine halbe Sekunde.

Im zweiten Training änderte sich das Bild. Räikkönen setzte sich schon in der Anfangsphase an die Spitze. Nach einer halben Stunde war der Finne auch der erste Fahrer mit den weichen Supersofts auf der Strecke. Prompt markierte er vor den Mercedes-Fahrern die Bestzeit. In der Folge war nur Red-Bull-Pilot Daniil Kwjat noch um 0,039 Sekunden schneller. Vettel hatte mit den weichsten Reifen Schwierigkeiten und verlor 0,345 Sekunden auf die Spitze.

Somit belegte Ferrari mit Räikkönen Platz zwei und mit Vettel Rang fünf. "Trotzdem können wir uns noch steigern, denn ich war mit den kurzen Versuchen nicht sehr zufrieden. Für das Qualifying müssen wir uns noch verbessern", weiß Vettel, wo seine Mechaniker den Hebel ansetzen müssen. Bei der Qualifying-Simulation war Vettel im mittleren Sektor zwar schneller als Räikkönen, im ersten und im dritten Sektor nahm ihm der Finne in Summe aber drei Zehntelsekunden ab.

Ansonsten "scheint das Auto zu funktionieren", nickt Vettel zufrieden. "Wie erwartet ist Red Bull hier recht schnell. Es wird sicher eng zugehen. "Mercedes wird schnell sein. Ich weiß nicht warum sie heute etwas langsam waren, aber das wird sich morgen sicherlich ändern. Für gewöhnlich halten sich die Mercedes-Teams am Freitag etwas zurück, also müssen wir noch abwarten." Vor allem die Longrun-Pace stimmt zuversichtlich, denn Vettel war der Schnellste! In der Schlussphase drehte der Deutsche seine Runden mit Supersoft-Reifen, Räikkönen wechselte dagegen wieder auf Soft.

"Es war ein normaler Trainingstag, wir haben normale Dinge gemacht und alles hat mehr oder weniger funktioniert", sagt der Finne gewohnt emotionslos. "Man kann immer etwas verbessern, aber generell hat sich das Auto gut verhalten." Damit bestätigt Räikkönen Vettels Eindruck. Ferrari ist am Freitag bei der Musik dabei, doch beide wollen nicht zu viel in die Ergebnisse lesen: "Es ist Freitag, wir sollten mit den Füßen auf dem Boden bleiben", betont Vettel. "Ich weiß nicht, was die anderen machen."

Und auch Räikkönen rechnet damit, dass sich die Hackordnung morgen im Qualifying verändern wird: "Mercedes wird wie immer stark sein, aber auch Red Bull scheint hier schnell zu sehen. Es war heute aber erst der Freitag. Es ist schwierig, die Rundenzeiten einzuschätzen. Hoffentlich haben wir auch morgen einen guten Tag." Wenn Vettels Team für das Qualifying noch etwas findet, ist Ferrari positiv gestimmt: "Für das Rennen sieht es nicht schlecht aus. Die Pace scheint da zu sein", schätzt Vettel seine Longrunpace ein.

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