Teamchef verrät: Es hätte einen US-Mercedes geben können

, 14.09.2015

Haas Formula befand sich bezüglich einer Technik- und Antriebskooperation in Gesprächen mit Mercedes, entschied sich aber für Ferrari als "bessere Alternative"

Gene Haas und Co. wollen alles besser machen als die vielen gescheiterten - oder gar nicht erst an den Start gegangenen - Neueinsteiger, die die Formel 1 in den vergangenen Jahren erlebte. Dazu setzen die US-Amerikaner in vielerlei Hinsicht voll auf ihre Kooperation mit Ferrari, bauen auf alle erlaubten Kundenteile der Scuderia und bedienen sich des technischen Fachwissens. "Das Konzept war nicht verhandelbar. Sonst gehen entweder Lust oder Geld aus", sagt Teamchef Günther Steiner 'Formula1.com'.

In den Planungen drehte sich nicht alles um Ferrari. "Es hätte auch andere Möglichkeiten gegeben", räumt der Südtiroler ein und schielte offenbar auf das derzeit beste Auto im Feld. "Mercedes war eine Option." Ob der Deal letztlich am Finanziellen oder der Tatsache, dass die Stuttgarter mit aktuell drei - mit Manor-Marussia bald wohlmöglich sogar vier - Kunden stoßen, verrät Steiner nicht. "Wir haben auch mit ihnen gesprochen, aber Ferrari kristallisierte sich als bessere Alternative heraus."

Zu einem späteren Zeitpunkt nochmals mit einem anderen Partner zu verhandeln, schließt Steiner trotz der engen Verbindungen nach Maranello und dem guten Anlaufen der Kooperation nicht aus: "Wir wissen, dass nichts für immer ist. Aber im Moment hoffen wir, dass es für immer hält." Mehr Sorgen gelten im US-Bundesstaat North Carolina und an der Europa-Basis im englischen Banbury der Saison 2017.

Dann soll die Formel 1 die nächste Regelnovelle ereilen und zahlreiche Aerodynamik-Regeln über den Haufen geworfen werden. Ausgerechnet dann, wenn Haas in sein verflixtes zweites Jahr geht, wo nach viel Entwicklungszeit in der Vorbereitung alles mit dem Rennbetrieb vereinbart werden muss. "Wir arbeiten seit zwei Monaten an einem Plan, um es optimal hinzubekommen", pustet Steiner durch.

Schlaflose Nächte bereitet dem Teamchef die Sache aber nicht - auch weil als Ferrari-Kunde die Möglichkeit besteht, sich bei der Entwicklung zahlreicher Teile an den Partner anzulehnen. "Ich würde nicht behaupten, dass ich besorgt wäre, denn für das kommende Jahr sieht es gut aus. Aber das zweite Jahr ist in der Regel das härteste. Wir haben die Planungen noch nicht abgeschlossen, es aber nicht vergessen."

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